Zum besseren Verständnis:
Sabine war Spielleiterin. Die "Helden"-Gruppe bestand aus Lari (meiner
Halblings-Hexe), Artis (Knuts Adler-Schamanen), Hythorus (Henriks Gilden-Magier),
Naima (Steffis Waldläuferin) und Adrian (Christians Krieger). Gerade
waren die "Helden" in einem fremden Land auf einem fremden Kontinent
angekommen und mussten ein bisschen detektivisch tätig werden.
Henriks Charakter Hythorus war ein Magier, der einerseits goldgierig war,
aber andererseits auch sehr viel Wert auf seine Robe legte. Da Henrik vier
Wochen im Urlaub gewesen war, ist die Geschichte an ihn ein bisschen länger
ausgefallen...
Moin Henrik,
wie war der Urlaub? Ich hoffe mal erholsam genug, so dass Du Dich rollenspielmäßig
nächste Woche richtig ins Zeug legen kannst.
Mir wurde übrigens die "ehrenvolle" Aufgabe übertragen,
Dich ein wenig auf die Ereignisse vorzubereiten, die sich in den letzten
vier Wochen in Jatanat so zugetragen haben. Allerdings ist natürlich
relativ viel passiert, daher will ich mich mal auf das wesentliche beschränken...
Unser größtes Problem war und ist, uns auf die andere Kultur
einzustellen. [Vielleicht kannst Du uns ja als Japan-Kenner demnächst
ein wenig weiterhelfen. Allerdings handelt es sich hier ja um ein mittelalterliches
Japan..] Natürlich erregen wir allerlei Aufsehen durch unser Aussehen
und unser Auftreten. An unserem zweiten Abend wurden wir zu Octavius zu
einem Abendessen in einem recht vornehmen Gasthaus eingeladen. Natürlich
ernteten wir auch den ein oder anderen neugierigen - wenn auch recht unauffälligen
- Blick, doch waren wir dann sehr überrascht, als Hythorus von einem
der Gäste angesprochen wurde. Sein Name sei Hirohito Maho-Bujin. Offenbar
handelte es sich um einen Gelehrten, der sich in seinen - privaten - Studien
der Kultur und Geschichte L'Feüds - unserem Heimatkontinent - widmet.
Als junger Mann habe er eine Art Studienreise nach L'Feüd unternommen
und seitdem natürlich verschiedene Bücher studiert. Er sei besonders
an Hythorus interessiert, weil dieser ja augenscheinlich ein L'Feüdscher
Magier sei. Nunja, wie dem auch sei. Hythorus fühlte sich natürlich
mächtig geschmeichelt. Er stellte uns zwar dem Herrn vor, aber das
Reden hat er dann selbst übernommen. [Nerv!]
Wie dem auch sei. Der Aufgabe, die wir für Octavius erfüllen sollen,
konnten wir uns ohnehin noch nicht widmen, da die Karawane zum Schauplatz
hin erst in ein paar Tagen aufbrechen sollte. Daher ließ Hythorus
sich auch bereitwillig in das Haus von diesem Maho-Bujin einladen.
Übrigens hatte Octavius an dem Abend nicht nur ein hervorragendes Mal
servieren lassen, sondern auch gute Geträke dazu. Leider war es Lari
Fari völlig entgangen, dass dieses Zeug Alkohol enthält [Hab bei
Schmecken ne 100 gewürfelt, so ein Mist!] Zunächst hat sie ja
dann auch nix gespürt, aber sie sich auf dem Weg nach oben zu ihrem
Zimmer begeben wollte, haben ihre Beine ganz deutlich versagt. Artis war
dann immerhin so freundlich sie nach oben zu tragen. Oh, was für eine
Schmach! Noch schlimmer war natürlich dieser Kater am nächsten
Morgen, der eher einem ausgewachsenen Tiger glich. [Christian meinte dann,
dass das ja wohl eine hervorragene Bereicherung von Laris Kleintierzoo wäre.
Grmpf!] Wie du ja weißt, ist Alkohol das einzige Gift, das einem Halbling
gefährlich werden kann. Und es war eigentlich schon abzusehen, dass
Lari mit den Folgen mindestens eine Woche lang zu tun haben würde.
Aber dann nahte Rettung!
Doch zunächst einmal muss ich sagen, dass es mich schon geärgert
hat, dass alle anderen die arme kleine Lari so schändlich allein gelassen
haben. Hythorus ist am nächsten Tag naürlich zu diesem Maho-Bujin
abgezogen und die anderen sind mit Octavius losgezogen, um das Land besser
kennenzulernen. Das hätte Lari ja nie von Euch gedacht! Menschen! Pah!
Naja, immerhin hatte Naima wohl der Wirtin gesagt, dass Lari oben bleiben
wolle, um sich vom vorhergegangenem Abend zu "erholen", der sie
ja so erschöpft habe. (Grmpf! Grummel!) Die Wirtin hat natürlich
den Wink verstanden. Aus - berechtigter! - Sorge um ihren Gast, hat diese
dann nach einer Heilerin geschickt. Dabei handelt es sich um eine recht
einfach gekleidete, ältere Frau namens Rei. Nachdem diese ihre Kunst
angewendet hatte, fühlte sich Lari schon sehr viel besser und war natürlich
erpicht darauf, in die Jatanatsche Heilkunst eingewiesen zu werden. Rei
schlug ihr vor, sie würde am Nachmittag wieder kommen, wenn Lari sich
endgültig von ihrer Alkoholvergiftung (jawohl, eine Vergiftung!) erholt
habe. Glücklicherweise ist die Genesung bei Halblingen ja doppelt so
schnell wie bei Menschen, so dass Lari auch wieder fit war. Rei lud sie
in ihr Haus ein, eine Einladung der Lari natürlich Folge leistete.
Sie packte ihre Sachen und quatierte sich bei Rei ein. Dort lernte sie eine
Menge über die Jatanatsche Heilkunst, über verschiedene Kräuter
und deren Anwendung, über Massage und vielerlei mehr. Im Gegenzug brachte
sie natürlich Rei vieles über die Heilkunst auf L'Feüd bei.
Doch zurück zu Hythorus. Hirohito Maho-Bujin erwies sich als ein hervorragener
Gastgeber. Schnell stellte sich heraus, dass er nicht nur sehr gebildet,
sondern auch sehr reich war. Allein die Führung durch sein Haus und
die anschließenden Gärten dauerte recht lange an. Zuletzt führte
er Hythorus in ein seperates Gebäude, was in einem recht gut bewachtem
Bereich direkt hinter dem Hauptgebäude lag. In diesem hatte Maho-Bujin
eine Art Museum untergebracht, in der zahlreiche Stücke von L'Feüd
untergebracht waren. Als besonderen Mittelpunkt der Sammlung fiel eine sehr
gut verarbeitete, geschmackvolle Magierausrüstung auf. Hirohito erklärte
ihm auf sehr umständliche Art - kann ich unmöglich wiedergeben,
ist auch nicht so spannend - wie er zu dieser Ausrüstung gekommen sei.
Nach ein bisschen Herumdrucksen - hat Sabine echt gut gespielt - ist Hirohito
dann zu seinem eigentlichen Anliegen gekommen. Er fragte, ob er Hythorus
seine Ausrüstung - also Robe, Hut, Handschuhe [aber die hat er, glaube
ich, gar nicht] kaufen könne. Sicherlich, er hat Hythorus einen recht
hohen Betrag geboten - 150 GS, wenn ich mich recht entsinne - aber der hat
abgelehnt. [Wir dachten uns, du killst uns, wenn wir jetzt nicht nur Hythorus
Hut anknabbern lassen, sondern auch noch seine gesamte Kleidung verscherbeln.]
Nun, Hirohito war über diese Absage natürlich nicht sehr glücklich,
wie du dir sicher vorstellen kannst. Sie haben dann zwar noch da gespeist,
aber irgendwie war das Klima nicht mehr ganz so locker.
Den nächsten Tag haben unsere Helden dann mit Informationsammlung
zugebracht - bis auf Lari natürlich, die mit ihrer Fortildung zur Jatanat
Heilerin beschäftigt war. In der darauf folgenden Nacht kam es allerdings
zu einem merkwürdigen Zwischenfall. Hythorus erwachte und hatte das
Gefühl, dass noch jemand Fremdes in dem Zimmer sein müsste. Natürlich
wollte er dieser Sache auf den Grund gehen, doch kaum hatte er sich aufgerichtet,
da wurde er wieder niedergeschlagen. Erst am nächsten Morgen erwachte
er aus seiner Bewusstlosigkeit, denn leider hatte niemand anderes von dem
Vorfall etwas mitbekommen. [Kein Wunder. Lari war ja nicht da und die anderen
interessieren sich ja ohnehin nicht so richtig für die Probleme ihrer
Gefährten!] Es stellte sich nun heraus, dass Hythorus bestohlen worden
war. Doch überraschenderweise fehlte nicht sein Gold, sondern seine
Magierausrüstung inclusive der Robe, dem Hut und seinem Alchemieset.
Glücklicherweise hatte er sein Grimmoir und seinen Magierstab unter
seinem Kopfkissen aufbewahrt.
Doch so war natürlich guter Rat teuer. Hythorus musste sich zunächst
einmal Ersatzkleidung besorgen. Das war schon schwierig genug. Octavius
hat ihm schließlich Magierkleidung besorgt, die in Jatatant üblich
ist. Allerdings gab es da ein Problem mit er Größe, da Hythorus
für die Jatanatischen Verhältnisse relativ groß ist. Auf
die Schnelle konnte Octavius ihm nur eine Robe besorgen, die mit zarten
Metallplättchen bestickt ist. Das ist zwar einerseits gut, da diese
Metallplättchen Magie absorbieren können und somit einen gewissen
Schutz darstellen. Andererseits stoßen diese Metallplättchen
schon bei ganz normalen Bewegungen aneinander, was nicht zu überhören
ist. [Eine Schleichenprobe brauchst Du jetzt zumindest nicht mehr abzulegen..]
Dann wurden natürlich die Stadtwachen informiert. Allerdings hatte
Hythorus schnell den Verdacht, dass diese nicht besonders ausführlich
nach seiner Ausrüstung suchen würden, nach dem er den Namen Hirohito
Maho-Bujin erwähnt hatte. Offenbar ist nämlich dieser Hirohito
nicht nur sehr gelehrt und wohlhabend, sondern auch sehr mächtig. Selbst
Octavius riet davon ab, Hirohito darauf anzusprechen, weil sich seiner Meinung
nach der Ärger nicht lohne. Außerdem wollte er verhindern, dass
die Helden zu sehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt würden.
Doch Hythorus stur wie er nunmal ist [wir dachten, dass wir so am ehesten
in deinem Sinne handeln] ließ sich davon natürlich nicht beirren.
Er machte sich natürlich direkt auf den Weg zu Maho-Bujin und versuchte
dort, näheres herauszufinden. Doch natürlich wurde er bereits
an den Toren abgewiesen mit der lapidaren Begründung, Maho-Bujin [von
uns inzwischen nur noch Majobunäse genannt..] sei für niemanden
zu sprechen. Hythorus war inzwischen nicht mehr nur richtig sauer, sondern
geradezu geladen. Er tobte. Und damit natürlich die Aufmerksamkeit
der Wachen auf sich gezogen. Leider misslang Hythorus genau dabei seine
Sprachkenntnisse in Jatanatisch. Er wurde festgenommen wegen Unruhestiftung.
Erst Stunden später gelang es Hythorus Octavius durch einen Boten verständigen
zu lassen. Glücklicherweise konnte Octavius dann aufklären. Allerdings
war Octavius auch sehr sauer über die ganze Sache. Er riet Hythorus
ausdrücklich wieder zur Vernunft zu kommen. Der geringe Verlust würde
Hythorus Aufregung in der augenblicklichen Situation wohl kaum rechtfertigen.
Er habe wichtigeres zu tun, als sich um den Diebstahl von Textilien und
ein paar Fläschchen zu kümmern, die man ohne große Probleme
ersetzen könne. Sehr eindringlich schilderte er die gegenwärtige
Lage und eröffnete Hythorus, dass die Gruppe am nächsten Morgen
aufbrechen würde. Hythorus habe ihm seine Unterstützung zugesagt
und solle nun zu seinem Wort stehen! Zähneknirschend gab Hythorus daraufhin
nach.
Am nächsten Morgen brach die Gruppe dann mit der Karawane in Richtung
Landesinnere auf. Das ist der Stand des letzten Abends.
So das war das Wesentliche für Deinen Charakter. Ich hoffe mal, Du
kannst damit leben.. Ich weiß ja, das ist alles recht blöd gelaufen
und ich weiß echt nicht, was sich unsere Meisterin dabei gedacht hat.
Allerdings hat Sabine eigentlich für jeden von uns so eigenartige Überraschungen
bereit gehalten. Du wirst es ja noch hören.
Lieben Gruß von Simone