Heldentagebuch: Dämonenkult

Kapitel 4: Dämonensegen

Der schwarze Obelisk

Die Helden entschieden sich für die Treppe nach unten. Diese endete an einem kurzen Gang, der zu einem riesigen Raum führte. Mindestens fünfzig Meter ging es hier in die Tiefe. Die Wände waren mit einer schlickartigen Masse bedeckt. Doch das eigentlich unheimliche stand inmitten des Raumes: Ein riesiger Obelisk, der drei Meter unterhalb des Ganges endete. Die Helden spürten, dass von diesem Obelisken eine unheimliche, starke Macht ausging. Aber was wären Helden, wenn sie sich nicht heldenhaft auch den unheimlichsten Gefahren stellten? Mit Hilfe einer hölzernen Plattform, die an einem Seil befestigt war, konnte man jemanden nach unten lassen. Hythorus und Lari stellten sich darauf und die anderen ließen die Plattform nach unten. Anschließend folgte Per den beiden auf gleichem Weg.

Mit Hilfe einer zweiten Plattform wollte nun Per Lari und Hythorus weiter nach unten lassen. Doch da wurden sie angegriffen. Riesige Greifarme kamen aus der Wand heraus und griffen nach den beiden. Per zog sie wieder hoch, doch die Arme folgten ihnen. Das Wesen kam immer näher und schon bald konnten die Helden den Kopf des Monsters erkennen. Riesige, rote und blutgierige Augen starrten sie an. Es folgte ein erbitterter Kampf. Die Helden versuchten den Armen auszuweichen, doch Hythorus wurde getroffen. Da holte Per einen ganz besonderen Pfeil hervor und schoss auf den Kopf des Wesens. Der Pfeil explodierte, das Wesen heulte laut auf und fiel in die Tiefe.

Doch Lari und Hythorus gönnten sich keine Verschnaufpause. Wiederum stellten sie sich auf die Plattform und Per ließ sie herunter. Ihnen fiel auf, dass der Obelisk selbst etwa 60 m hoch war und seinerseits auf einer sehr schlanken, etwa 10 m hohen Säule stand. Dazwischen befand sich etwas hell Glitzerndes.

Auf dem Boden des Raumes landete die Plattform schließlich auf einer in den Stein gehauenen Sonne. Die beiden fühlten sich äußerst unwohl. Da hörten sie auch noch ein menschliches Kichern. Äußerst angespannt verließen sie die Plattform und gingen auf die Säule zu. Sie fanden einen jungen, blonden Menschen in einer schwarzen Robe. Wie die anderen Mitglieder der Dämonensekte trug auch er ein Amulett. Bei näherem Hinsehen entdeckten Lari und Hythorus, dass dieser die Hände auf dem Bauch gepresst hielt und dazwischen Blut hervorsickerte. Lari vermutete, dass er sich seine Wunden durch einen tiefen Sturz beigebracht hatte. Seine heftigen Schmerzen hatten seinen Geist beeinträchtigt und er sah die Helden mit einem Ausdruck an, der auf Wahnsinn schließen ließ. Die beiden versuchten mit dem Mann zu reden, doch es war völlig zwecklos. Daher beschlossen sie, ihm seinem Schicksal zu überlassen.

Nun wollten sie sich die Stelle anschauen, wo der Obelisk auf der Säule ruhte. Lari holte dazu ihren Besen hervor und flog mit Hythorus nach oben. Zwischen Obelisk und Säule steckte ein Diamant mit einem Durchmesser, der etwa der Länge von Laris Arm entsprach. Nur sehr mächtige Magie konnte so etwas im Gleichgewicht halten. Sie wollten diese zerstören und hofften, dass so auch die Macht des Obelisken gebannt wäre. Daher holte Hythorus aus seiner Tasche die Spruchrolle „Zauber aufheben“ hervor und las sie laut vor. Die Spruchrolle zerfiel, der Obelisk geriet kurz ins Schwanken, doch mehr geschah nicht. Daher richtete Hythorus den Zauber „Magisches Geschoss“ auf den Diamanten. Doch in dem Moment, in dem Hythorus den Zauber ausgesprochen hatte, verschwand er plötzlich.

Hythorus allein im Diamanten

Im nächsten Augenblick fand Hythorus sich in einem Raum mit facettenartigen Wänden wieder. Er hörte eine mystische Stimme, die von allen Wänden gleichzeitig zu kommen schien: „Deine Seele ist nun am wirklichen Ende meines Gefängnisses gelandet.“ In Hythorus’ Hand lag mit einem Male eine schwarze, süßlich riechende Frucht. Angeekelt ließ er sie fallen. Da hörte er eine andere Stimme: „Möchtest du mich befreien? Ich bin ein Teil des dunklen Gottes.“ Hythorus ging von Wand zu Wand. Doch immer wieder hörte er die gleichen Sätze „Möchtest du mich befreien? Ich bin ein Teil des dunklen Gottes.“ Hythorus verneinte. Er suche etwas anderes. Doch die Stimme antwortete nur: „Es tut nichts zur Sache, was du hier suchst. Ich bin überall. Ich bin Nichts.“ Hythorus starrte auf seine Hand. Dort hatte sich wieder eine Frucht gebildet. Er warf sie gegen die Wand. Doch so oft er auch versuchte diese zu zerstören, es bildete sich immer wieder eine neue.

Hythorus versuchte mit der Stimme zu diskutieren, doch diese reagierte darauf kaum. Er rief „Ich bin selbst Teil des großen, elementaren Auges. Was kriege ich, wenn ich dich befreie.“ Doch er erhielt keine Antwort. Schließlich richtete er ein magisches Geschoss auf die Wand, doch dieses prallte zurück und wurde so von Wand zu Wand geworfen. Nur mit Glück wurde Hythorus nicht selbst getroffen.

Lari allein auf dem Besen

Lari war allein. Besorgt flog sie um den Obelisk herum. Doch sie fand Hythorus nicht. Da flog sie zu Boden und ging auf den Dämonen-Kleriker zu. Sie fragte, was mit ihm passiert sei, aber er antwortete nur mit einem hysterischem Kichern. Sie sah ein, dass es nur eine Möglichkeit gab: Sie musste die Schmerzen des Mannes lindern. Also versorgte sie seine Wunden. Schließlich erzählte ihr der Mann, was ihm widerfahren war. Mit Hilfe eines Flugtrankes war er zum Diamanten geflogen und hatte ihn mit seinen Händen berührt. Daraufhin hatte dieser ihn eingesogen. Im Innern des Diamanten habe er etwas gegessen und sei von dem Dämonen gesegnet worden. Danach war er aus dem Diamanten herausgefallen und zu Boden gestürzt.

Inzwischen war viel Zeit vergangen und Hythorus noch immer nicht wieder aufgetaucht. Lari sorgte sich sehr um ihren langjährigen Weggefährten. Sie beschloss daher, ihm zu folgen. Vielleicht konnte sie ihm helfen. Mit dem Besen flog sie zum Diamanten hinauf und berührte ihn. Im nächsten Augenblick fand auch sie sich in seinem Innern wieder. Hythorus sah sie überrascht an.

Vereint

Nun waren Lari und Hythorus zwar wieder zusammen, aber die Situation war dadurch nicht wirklich besser geworden. Offenbar gab es nur eine Möglichkeit aus dem Diamant hinaus: Man musste diese Frucht essen. Schweren Herzens entschloss Hythorus sich dazu. Doch bevor er es tat, rauchte Lari noch eine Menschenpfeife für ihn mit einem Flugtabak. Da aß er die Frucht und war verschwunden. Lari rauchte nun eine Raucherpfeife mit demselben Tabak für sich und aß ebenfalls die Frucht. Sie hörte den Satz: „Such das Herz einer der vier Monde. Zusammen mit dessen Kraft kannst du die Mauern meines Gefängnisses niederreißen. Du bist gesegnet.“ Danach wurde sie aus dem Diamant hinausgeworfen und fand sich wieder in dem Raum mit dem Obelisk. Der Tabak tat seine Wirkung und sie konnte nach oben fliegen. Dort traf sie die anderen. Auch Per hatte man inzwischen nach oben geholt. Als sie Hythorus ansah wusste sie augenblicklich, dass sie in großen Schwierigkeiten steckten: Ihn umgab eine violettfarbene Aura und an seinem Blick erkannte sie, dass dies auch für sie selbst gelten musste...

Gemeinsam erzählten sie den anderen nun, was geschehen war. Sven war gleich aufgefallen, dass von Lari und Hythorus etwas unheimliches ausging. Auch Volvo ging zu Lari auf Abstand. Sven schlug ihnen vor, sie in Sibontias Namen zu segnen. Lari willigte ein. Doch noch während Sven den Segen sprach, spürte er ein merkwürdiges Kribbeln an seinen Fingern. Es schien, dass Sibotias Kräfte nicht ausreichten, um gegen den Dämon anzukommen. Laris Aura veränderte sich nicht.

>>Detlef: „Ist ja auch nur ein Erst-Level-Wunder“<<

Echt kultig

Der schwarze Quader

Doch die Helden spürten, dass sie hier nichts mehr erreichen konnten. Sie gingen daher zurück zu der Abzweigung, wo der Gang in Richtung Westen führte. Das Klappern wurde nun deutlicher. Und da sahen sie es: Aus den Wänden des Ganges ragten Skelettteile heraus, die nach den Helden zu greifen schienen. Sven griff diese mit seinem Schwert an. Doch wie viele er auch zerschmetterte, für jedes kam ein neues hervor. Auch die Hand in Mitrias’ Tasche klapperte immer lauter. Was mochte die Untoten zu unruhig machen?

Vorsichtig gingen die Helden weiter durch den Gang, geschickt den nach ihnen greifenden Armen ausweichend. Auch Hythorus, zwar merklich ängstlich geworden, folgte seinen Kameraden. Je weiter die Helden gingen, umso kälter schien es zu werden. Schließlich gelangten sie in einen großen Raum. Doch bevor sie sich richtig umsehen konnten, bemerkten sie auch schon zwei humanoide Wesen in schwarzen Kutten. Das eine war offenbar ein Mensch, doch die Rasse des anderen erkannten sie nicht. Es hatte merkwürdige Hörnchen auf der Stirn. Lari und Hythorus fiel auf, dass die beiden ebenfalls eine violettfarbene Aura umgab. Die beiden standen an einem hölzernen Tisch und waren dermaßen in ihr Gespräch vertieft, dass sie die Helden nicht bemerkten. Diese nutzten das aus. Während Lari ihren Atemnotfluch auf den Menschen anwandte, schoss Mitrias mit einem Pfeil auf den anderen. Doch er traf nicht. Da stürzte Per nach vorne und schlug dem Wesen mit seinem Säbel den Kopf ab. Der Mensch hingegen wurde gefesselt.

Die Helden sahen sich in dem Raum um. In der Mitte stand ein hölzernes Podest mit einem, großen Steinquader. Aus drei Seiten des Steinquaders ragten Figuren hervor. Diese sahen dermaßen lebensecht aus, dass die Helden sogleich an eine Versteinerung dachten. Die erste Seite war schwarz und beinhaltete die Figur eines Ritters, der mit einem Schwert bewaffnet war. Die zweite Seite war grün, aus ihr ragte eine Person mit einer Robe hervor. Die dritte Seite war rot und enthielt einen menschlichen Krieger mit hohen Stiefeln und einem Degen. Die vierte Seite war blau, aber leer.
Mitrias kletterte auf den Stein hinauf, um ihn näher zu untersuchen. Er fand jedoch nichts Außergewöhnliches. Nur seine Füße wurden merklich kälter. Doch er konnte sich nicht dazu entschließen, den Steinquader wieder zu verlassen.

In einer Ecke des Raumes war ein Loch im Boden, in dem eine zähflüssige, schwarze Flüssigkeit war. Per schaute sich das näher an. Über dem Loch war ein schwarzer Stalaktit, von dem aber nichts mehr hinunter tropfte. Sven untersuchte die Pfütze, in dem er ein Stück Seil hinein hielt, das augenblicklich zu Stein wurde. Daraufhin guckte sich Sven genauer um: „Das ist doch aber grob fahrlässig, wenn die hier keine Gegenmittel zur Versteinerung haben.“

Derweil rief Mitrias von dem Steinquader hinunter: „Ich habe kalte Füße!“ Per sah kopfschüttelnd zu ihm hoch: „Na, dann komm doch runter.“ Mitrias rief zurück: „Ich will aber nicht.“ Die Helden sahen einander verdutzt an. „Was ist denn los?“ fragte Lari. „Ich weiß nicht“, sagte Mitrias da. „Meine Füße fühlen sich so komisch an.“ Er versuchte seine Füße zu heben, doch das gelang ihm nicht. Da forderte Per ihn auf, die Schuhe auszuziehen. Das tat Mitrias dann und kletterte tatsächlich hinunter. Doch inzwischen waren nicht nur seine Schuhe versteinert worden, sondern auch bereits seine Fußsohlen. Schleichen war so jedenfalls nicht mehr möglich.

Hythorus interessierte sich besonders für alles Geschriebene. Er fand ein hölzernes Buch in einer Kiste mit Holzzimbeln. Leider war ihm die Sprache unbekannt. Die weißen Seiten waren mit blauer Tinte in einer unbekannten Sprache versehen. Er hielt das Buch in Richtung Fackel. Das Buch zog sich zusammen, der Einband bewegte sich. Ein echtes Artefakt! Und außerdem war da eine Spruchrolle in Tukron, aber dummerweise ein nekromantischer Spruch. Und schließlich fand er auch zwei Rollen zur „Verschönerung“ des Steinquaders. Dazu musste man nur jemanden in der schwarzen Masse baden lassen und dann an den Steinquader stellen. Er würde dann versteinert. Die drei bereits eingebundenen Leute seien große Abenteurer gewesen, deren Magie nun in dem Quader gespeichert sei.
Aber auch Lari fiel etwas auf. Der Zauberstock, in dem Saminga gebannt war, splitterte ein wenig. Auch war es nicht mehr möglich, mit diesem zu sprechen.

Doch die Helden wandten sich wieder dem Toten und ihrem Gefangenem zu. Ihnen viel auf, dass der Tote sehr rasch verfiel, so wie sie es bereits bei dem falschen Müller beobachtet hatten. Nun wurde der Mensch verhört. Die Helden wollten wissen, was er hier tue. Doch er antwortete auf ihre Fragen immer nur mit: „Wir warten auf den Meister. Bald wird er kommen. Lobet und preiset das ältere elementare Auge!“ So kamen die Helden nicht weiter. Hythorus versuchte einen Zauber, um so mehr von dem Kleriker zu erfahren. Doch der Zauber scheiterte. Schließlich erbarmte sich Sven und erlöste den fehlgeleiteten Dämonen-Kleriker von seiner erbärmlichen Existenz, in dem er ihm den Kopf abschlug. Und auch der Körper dieses Mannes zerfiel sehr schnell.

Per sah sich die vier Ecken der Holzplattform genauer an, auf der der Quader stand. Diese waren mit je einer Figur geschmückt, die jede etwas in der linken Hand hielt. Offenbar symbolisierten sie die vier Elemente. Die erste einen Beutel mit etwas, was wie Erde aussah. Die zweite eine Phiole, die Luft darstellen mochte. Die dritte eine Fackel, das Symbol für Feuer. Und die vierte einen Becher mit Wasser.

Sven klopfte derweil die Wände auf der Suche nach Geheimtüren ab. Und siehe da: Er fand einen Gang, der offenbar mit Illusionsmagie geschützt gewesen war. Sven ging hinein, traf auf einen Zombie und zerstörte ihn. Der Gang selbst war schon ziemlich verwittert und endete in einem Schacht. Diesen aber kannten die Helden bereits, denn durch ihn waren ein paar von ihnen in den Keller unter dem Zollhaus gelangt.

Der Altarraum

Die Helden gingen durch einen Durchgang, der in eine weitere Höhle führte. In diesem stand ein schwarzer, quaderförmiger Altar. Er war von vier violettleuchtenden Säulen umgeben. Um den Altar waberte ein unheimlicher Nebel. Auf ihm lag einMensch, der mehr tot als lebendig erschien. Sein ganzer Körper war merkwürdig grau gefärbt. Per versuchte eine der Säulen umzuwerfen, doch das misslang. Stattdessen wurde die Haut seiner Hand mit einem Male ganz grau. Glücklicherweise gelang es Sven, diese mit einem Hilfe Sibotias zu heilen.

Lari sah sich den Mann auf dem Altar genauer an und meinte, dass es sich wohl um Octavius, den unfähigen Magier aus Jatanat, handeln müsse. Auch fiel ihr auf, dass diesem die Hand fehlte. Darauf machte sie Mitrias aufmerksam. Der wollte zu Octavius hinüber gehen, doch die unheimliche, von den Säulen ausgehende Aura hielt ihn davon ab. Da öffnete er die Kiste mit der Hand und setzte diese auf den Boden. Sogleich bewegte sich die Hand auf den Altar zu, kroch dort hinauf und legte sich schließlich zu Octavius, so dass sie sich mit dem Körper verband. Hythorus entdeckte in einer Ecke ein Buch. Offenbar ein Zeremonienbuch, was genau beschrieb, was man tun müsste, wenn man vor dem Altar stand.

Von diesem Raum führte ein weiterer Durchgang ab. Durch weitere, verwinkelte Gänge gelangten sie schließlich in einen weitere Höhle. Darin stand ein bläulich leuchtender Altar. Darauf war eine gräuliche, durchscheinende Gestalt zu sehen. Aus dem Altar wuchsen ebenfalls durchscheinende Tentakel heraus, die den Körper festzuhalten schienen. Lari sah sie sich dennoch genauer an: Auch dieser durchscheinende Mann schien Octavius zu sein. Es schien, als habe man ihn in seine Elemente geteilt.

Sven zog sein Schwert und schlug mit diesem auf die Tentakel. Doch diese wurden nicht einmal beschädigt. Statt dessen hörte er eine Stimme: „Oh, noch mehr! Gib mir mehr!“ Sven schloss daher: „Das ist magisch. Dagegen kommt man nur mit einer stärkeren Magie an!“ Hythorus warf Sven nur einen leicht ironischen Blick zu und antwortete: „Das hätte ich dir auch vorher sagen können.“

Danach untersuchten die Helden den Raum genauer. In einer reich verzierten Holztruhe fand Sven vier goldene Holzzimbel. Lari und Hythorus waren begeistert von deren wunderbaren Klang. Außerdem fand Sven noch eine golden glänzende Kugel, die etwa fünf Zentimeter Durchmesser hatte. Sie war sehr leicht und man konnte sich darin spiegeln. Hythorus fand dazu auch gleich eine Anleitung in dem Zeremonienbuch. Ganz offenbar handelte es sich um magische Gegenstände. Sven wollte daher die Kugel zerstören, doch Lari und Hythorus versuchten ihn davon abzuhalten. „Die Kugel ist so wunderbar“, sagte Lari. „Sie zu zerstören wäre der reinste Frevel!“ Sven zögerte. Er legte sein magisches Langschwert beiseite und zückte sein Kurzschwert. Mit diesem schlug er auf die Kugel ein, noch ehe Lari oder Hythorus das verhindern konnten. Doch nicht die Kugel, sondern Svens Schwert zerbrach in viele Teile. Nur das Schwertheft blieb erhalten. „Starke Magie!“ sagte er nur.
Lari und Hythorus wirkten erleichtert. Die anderen sahen sich befremdet an, als sie dies bemerkten.

Sackgasse

Schließlich beschlossen die Helden, auch den restlichen Teil des Dungeon zu untersuchen. Vielleicht fanden sie ja etwas, um Octavius zu helfen. Also gingen sie zurück zu der Weggabelung, wo sie sich nach rechts gewandt hatten und gingen nun in den linken Gang hinein. Aber da entdeckten sie etwas unerwartetes: Eine Wand. Und damit das abrupte Ende des Ganges. Geduldig suchten sie die Wände ab, weil sie irgendwo einen geheimen Mechanismus vermuteten, der ihnen einen Durchgang gewähren sollte. Doch sie suchten vergebens. Die Helden vermuteten, dass ihnen hier nur Magie weiterhelfen könnte.

Schon wollte Hythorus die magische Schriftrolle „Steine verändern“ benutzen. Doch irgendwie erschien ihm diese viel zu kostbar. Es musste doch noch eine andere Möglichkeit geben!. Da erinnerte er sich daran, dass beim Öffnen der zweiten Tür im Schlafraum der Wauwaus ein merkwürdiges Geräusch entstanden war. „Vielleicht sollte ich zurück gehen und die Tür ein weiteres Mal öffnen“, sagte er daher. Lari antwortete: „Vielleicht solltest du die Tür erst mal wieder zumachen.“ Die beiden starrten sich an und wussten mit einem Male, was zu tun war. Sie eilten zum dem Worfianerschlafraum, schlossen die Tür und hörten wieder dieses Rumpeln. Als sie wieder zu dem Raum zurückkehrten, sahen sie, dass die Wand verschwunden war und der Zugang zu dem Gang dahinter frei war. Doch nach vier bis fünf Metern standen sie auch schon vor dem nächsten Hindernis: Einer Holztür. Vorsichtig öffnete Per die Tür. Sie quietschte. Offenbar war sie schon sehr eingerostet. Die Helden gingen weiter. Der Boden wurde immer glitschiger und am Ende stießen sie auf einen unterirdischen Fluss. Das Wasser des Flusses war schwarz und kalt. An der Seite war ein Kahn festgebunden, der zwar recht alt aber durchaus gut erhalten aussah. Auf diesem Wege konnten also diese komischen Wassertypen ins Zollhaus gelangt sein. Die Helden überlegten, ob sie sich das Gewässer näher anschauen sollten oder den Dungeon weiter untersuchen sollten.

Heldentaten

Tod den Schläfern

Die Helden entschieden sich für das Höhlensystem. Da gab es noch einen Bereich, den sie noch nicht erforscht hatten. Dafür mussten sie weit zurück durch den Schlafraum der Wauwaus, den Gang weiter zurück und dann statt links einmal geradeaus. Da hörte Lari ein Schnarchen und warnte die anderen. Hythorus legte daher einen Stillezauber um die Gruppe und gemeinsam gingen sie weiter. Sie kamen schließlich in einen weiteren Schlafraum, in dem sechs Wauwaus friedlich schliefen. Sven wollte sich sofort auf sie stürzen und sie töten. Doch Hythorus hielt ihn davon ab. Der Stillezauber wirkte noch immer. Daher wendete Hythorus einen weiteren an. Mit Hilfe „magisches Gespräch“ übermittelte er Sven, dass sie die Wauwaus fesseln und verhören sollten. Doch Per bekam davon nichts mit, ging auf die Wauwaus zu und tötete fünf davon. Den letzten fesselte Lari, während Per ihm seinen Säbel an die Kehle hielt. Als der Stillezauber abbrach, begannen die Helden mit dem Verhör des Wauwaus. Sie erfuhren, dass er wie die anderen ein Söldner sei und als Wächter arbeitete. In dem Dungeon seien normalerweise sieben bis acht Priester, doch für deren Tätigkeiten interessierte er sich nicht. Auch der Tod der anderen Wächter schien ihn nicht zu erschüttern. Da auch er sich nicht sonderlich für sein eigenes Leben interessierte, tötete Per auch diesen Wauwau.

Lari durchsuchte derweil die Taschen der anderen und fand so nach und nach fünfzig Goldstücke, die sie zur Gruppenkasse packte.

Raus aus dem Dungeon

Das Höhlensystem war gründlich durchforscht. Die Abenteurer beschlossen daher, nach Homlett zurück zu reiten. Daher gingen sie zurück in den Keller des Zollhauses und über die Treppe hinauf. Dort lag inzwischen wieder der Drache und schlief. Die Helden nutzten die Gelegenheit, bisher unerforschte Teile des Zollhauses zu durchsuchen. In einem Nebenraum fanden sie allerlei kaputte Stühle, Tische und Regale. Außerdem waren da noch drei große Schilde und eine super tolle Lederrüstung, die leider keinem der Helden passte. Dem außerdem rumliegendem Werkzeug nach zu schließen handelte es sich um den Raum des Rüstungsmachers.

Hinter einer zweiten Tür entdeckten die Helden wieder viel Schutt. Aber auch einen gefesselten Mann, der völlig verdreckt war. Die Helden befreiten ihn. Sie erfuhren, dass der Name des Mannes Spugnor sei. Er sei Apotheker und man habe ihn entführt und gezwungen, magische Geschosse für die Dämonenkleriker herzustellen. Hythorus’ Augen leuchteten. Da war ein Mann mit offenbar großen Kenntnissen der Alchemie. Hingebungsvoll kümmerte er sich um den Mann, half ihm beim Aufstehen, gab ihm etwas zu essen und so weiter.

Gemeinsam verließen die Helden das Gebäude. Inzwischen war es wieder Abend geworden. Die Helden beschlossen daher, die Nacht auf dem Gelände des Zollhauses zu verbringen. Sie Mitrias, Hythorus, Lari und der Apotheker Spugnor stiegen einen Turm hinauf, Sven und Per suchten sich unten eine geeignete Stelle. Volvo dagegen verkündete „Hunger“ und machte sich auf dem Weg zur Jagd. Während Mitrias, Per und Sven sich nun mit der Wache abwechselten, durften Lari und Hythorus ausschlafen. Das fanden die beiden letztgenannten natürlich sehr, sehr angenehm, zumal sie den Schlaf dringend brauchten, um ihre geistige Ausdauer wieder zu regenerieren. Doch ihre Kollege hatten ganz andere Gründe für diese vermeintliche Großzügigkeit. Denn seit der dämonischen Segnung ihrer beiden Gefährten trauten sie ihnen nicht mehr so recht über den Weg.

Die Rettung der Jungfrau vor dem Drachen

Als Mitrias gerade Wache hielt, hörte er mit einem Male von weitem das Geräusch von Zimbeln und weckte Sven und Per. Die anderen ließ er weiter schlafen. Das Geräusch kam näher und er sah sechs Gestalten, die eine siebente auf ihren Schultern trugen. Bekleidet waren die Träger mit den Kutten der Dämonenkleriker. Dazu schlugen sie mit den Zimbeln und sangen dabei. Bewaffnet waren sie nicht.

Die drei Helden suchten sich Deckung in der Nähe des Tores, durch das die Fremden kommen mussten. Auch der Drache war mit einem Male wach und schaute erwartungsvoll in die Richtung der Kultisten. Sobald diese den Innenhof betraten, griffen Per und Sven auch schon an. Mühelos gelang es ihnen, die ersten beiden zu töten. Die anderen schrieen erschrocken auf und ließen die Trage zu Boden fallen. Auch der Drache wurde nervös und spie Feuer. In der Zwischenzeit schoss auch Mitrias einen Pfeil ab und der dritte Kultist fiel getötet zu Boden. Auch der vierte und fünfte wurde von Sven und Mitrias tödlich getroffen. Dem letzten aber hielt Per seinen Degen an die Kehle.

Da bebte der Boden: Der Drache kam auf sie zu. Sven sah, dass auf der Bare eine gefesselte blondgelockte junge Frau lag. „Ich nehme sie!“ rief er den anderen zu >>und Detlef erntete von seinen Mitspielern ein herzhaftes, zweideutiges Lachen<<. Sven hob die gefesselte Frau auf und trug sie schnell zur Seite. Der Drache kam näher. Erbost spie er Feuer. Viel Feuer. Nur mit viel Glück und Geschick gelang es den Helden, nebst ihrem Gefangenem und der geretteten Frau zu entkommen. Doch die getöteten Kultisten wurden vom Drachen gut geröstet und anschließend verspeist, was ihn erst mal beschäftigte.

Die junge Frau sah Sven tief in die Augen und hauchte „Bitte rette mich!“ >>Was der ja längst getan hatte. Aber offensichtlich war sie zu blond, um das zu begreifen.<< Auch Sven war letztlich nur ein Mann und fühlte sich sehr geschmeichelt. Behutsam beruhigte er die junge Frau und versprach ihr, dass nun alles vorbei sei. Schließlich fragte er nach ihrem Namen. Sie schaute ihn bewundernd an und erklärte: „Ich heiße Lavendel.“ Sie sei eine Priesterin aus dem Orden von Ti. Mit der Hohepriesterin und vielen weiteren Priesterinnen sei sie auf dem Weg nach Homlett gewesen. Doch unterwegs seien sie von Worfianern überfallen und verschleppt worden. Natürlich fragte Sven sie auch, was für einem Glauben sie angehöre. Er erfuhr, dass es sich um einen Fruchtbarkeitskult handele. Bereitwillig bot sie ihm an, dass auch er spenden könne. Doch dieser blickte eher entsetzt als begeistert als er begriff, was sie damit meinte. Und so kam Sven zu einer wunderschönen und äußerst gut gebauten, dankbaren und sehr hingebungsvollen Verehrerin, die Sven für ihren ganz persönlichen Helden hielt.

In der Zwischenzeit waren die andern durch den Lärm natürlich wachgeworden und stiegen mit Mitrias vom Turm hinab. Lari und Hythorus erkannten gleich, dass der Gefangene dem Dämonenkult angehörte, denn ihn umgab eine dunkle, violettfarbene Aura. Per begann mit dem Verhör. Der Gefangene erzählte, dass sein Name Stefan Effenbarg sei und er aus Nulp komme. Das ist der Ort, an dem der Tempel des elementaren Bösen stand. Er gehöre zu dem Kult, seit ihm eines nachts Tarzium persönlich erschienen sei. Natürlich wollte Per wissen, wo denn die anderen entführten Priesterinnen seien, doch Stefan Effenbarg weigerte sich zu reden. Per spielte dabei bedrohlich mit seinem Dolch, als er seine Fragen eindringlich wiederholte. Doch der Gefangene schwieg noch immer. Da griff Mitrias ein und schnitt ihm kurzentschlossen einen Finger ab und steckte ihn dem Gefangenen in das rechte Nasenloch. >>Ein neues Heldenspiel: Bad Cop und Very Bad Cop<< Effenbarg schrie vor Schmerzen laut auf. „Sie sind alle nach Nulp gebracht worden!“ Doch das war Mitrias noch nicht genau genug und schnitt den nächsten Finger ab. Dieser schrie noch lauter. „Sie sind in Nulp, in der Ruinenstadt. Mehr weiß ich nicht.“ Doch Mitrias war unerbittlich, auch er schnitt auch den dritten Finger ab. Effenbarg: „Sie sollen dort dem Dämon geopfert werden. Dort im Tempel.“ Schließlich beendete Mitrias die Folter und schaute die übrigen Helden an. „Offenbar müssen wir nach Nulp“, sagte er kurz und trocken.
Tja, viel mehr war ja auch nicht mehr zu sagen. Die Helden suchten sich wieder neue Schlafplätze.

Rückkehr nach Homlett

Am nächsten Morgen packten die Helden ihre Sachen und gönnten sich ein kurzes Frühstück. Lavendel schaute sich ihre Retter näher an. Zu Mitrias gewandt sagte sie: „Bitte verzeih, dass ich dich so anstarre. Aber du siehst so außergewöhnlich aus. Ich habe noch nie einem Elfen beim Opfern geholfen, vielleicht möchtest du..?“ Doch weiter kam sie nicht. Mitrias unterbrach sie mit einem finsteren Blick: „Das ist mir egal. Ich bin kein Elf!“ Wütend verließ er den Platz und ließ eine verwirrte Priesterin zurück.

Nach dem Frühstück ritten sie los. Die Priesterin fand dabei Platz bei Sven auf dem Pferd und der Apotheker bei Hythorus. Der Gefangene ritt auf dem Pferd von Xaout.
Unterwegs beratschlagten Per, Hythorus und Mitrias, wie man arme Jungfrauen vor der Opferung schützen könne. Sie fanden, frühzeitige Entjungferung sei ein gutes Mittel. Doch Sven befahl ihnen, sich im Beisein von Lavendel besser zu benehmen. Die schaute allerdings eher neugierig als entsetzt...
In Homlett brachten die Helden zunächst den Apotheker nach Hause und trennten sich dann.

Im Tempel

Sven, Mitrias und Lavendel ritten weiter zum Tempel. Dort waren inzwischen auch weitere Priesterinnen von ihrem Orden eingetroffen, ein paar Priesterinnen bei dem Überfall entkommen können. Ebenso wie die sie begleitenden Tempelwächter. Die Damen freuten sich natürlich sehr darüber, dass Lavendel freigekommen war. Diese erzählte in schillernden Farben, dass Sven zunächst die bösen Kultisten besiegt und Lavendel danach auch noch vor einem feuerspeiendem Drachen gerettet hatte. Da war die Aufregung groß und Sven stand endlich dort, wo Helden hingehören: Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die jungen Priesterinnen scharrten sich um ihn und wollten alles ganz genau wissen. Doch dem war das ganz offensichtlich sehr unangenehm. Er versuchte zu erklären, dass er ja nicht allein gewesen sei und verwies auf Mitrias. Aber viel brachte das nicht. Sicher, ein paar der Priesterinnen wandten sich dann auch Mitrias zu, doch das war nicht von Dauer. >>Vermutlich fehlte ihm das gewisse heroische Etwas so wie Sven: Groß, blond, charismatisch.<< Die kirchenden und gibbelnden Frauen gingen Mitrias entschieden auf die Nerven. Statt dessen versuchte er von den Tempelwachen von Ti zu erfahren, wie der Überfall eigentlich von statten gegangen war. Doch ihm wurde bald klar: Echte Männer waren das nicht. Ihre Stimmen waren beinahe genauso hoch wie die der Frauen und vom Benehmen her konnte Mitrias auch keinen großen Unterschied feststellen. Außerdem erzählte jeder dieser Tempelwachen ihm eine andere Version von dem Überfall, so dass Mitrias schon beinahe aufgegeben hätte. Da sah er abseits von dem Treiben einen Mann in heller Lederrüstung sitzen, der dem ganzen Trubel den Rücken zuwandte. Mitrias setzte sich hinzu und stellte sich vor. Der antwortete: „So, so. Du bist also einer der Helden, die unsere Lavendel gerettet haben. Na, dann besten Dank auch! Mein Name ist Coran. Ich bin der Chef der sogenannten Tempelwachen.“ Mit einem verächtlichen Blick nickte er zu den Eunuchen hinüber. Ganz offenbar unterschied sich Coran in diesem Punkt von den anderen Wachen. Mitrias nickte verstehend: „Was ist denn eigentlich genau passiert bei diesem Überfall?“ Coran antwortete verdrießlich: „Was soll schon passiert sein? Wir wurden von etwa zwei Dutzend Gnollen überfallen. Doch anstatt die Hohepriesterin und die anderen Priesterinnen zu beschützen, sind die Wächter in alle Richtungen weggelaufen. Ich hatte alle Hände voll damit zu tun, mich dieser Gnolle zu erwehren und anschließend die restliche Truppe wieder zusammen zu bringen. Doch die Hohepriesterin und etliche der jungen Priesterinnen sind entführt worden. Normalerweise wäre es meine Pflicht gewesen, sie ihren Häschern wieder zu entreißen. Doch wer sollte dann wohl auf die übrigen Hühner hier aufpassen.“ Wieder warf er einen verächtlichen Blick zu den anderen, der dieses Mal auch die Priesterinnen einzuschließen schien.

Mitrias schaute ihn neugierig an. „Das scheint ja nicht gerade ein Traumberuf zu sein. Ihr seht wie ein guter Krieger aus, was macht ihr also bei diesen Leuten?“ „Ach“, antwortete Coran, „an sich ist der Job schon ok. Normalerweise bleiben wir ja in Ti und da ist es eigentlich immer friedlich. Außerdem opfere ich auch regelmäßig der Fruchtbarkeitsgöttin.“ Dies sagte Coran in einem dermaßen ernsthaften Ton, dass Mitrias schon fast glaubte er hätte sich verhört. Wo war er da nur gelandet, dachte er sich.

Bei Burne

Die anderen ritten derweil mit ihrem Gefangenen zur Burg. Auf dem Weg dorthin schauten sich Lari und Hythorus die Stadtbewohner ganz genau an. Und richtig: Da sahen sie tatsächlich zwei Männer mit einer violettfarbenen Aura. Beide gehörten der Stadtwache an und nickten ihnen unauffällig zu.

In der Burg wurden sie freundlich und zuvorkommend empfangen. Sie übergaben ihren Gefangenen der Tempelwache und sprachen dann bei Burne vor. Der bat sie mit ihrer Erzählung noch so lange zu warten, bis Rufus einträfe. In der Zwischenzeit könnten sich die Helden ja ein bisschen frisch machen und eine Kleinigkeit essen. Die Helden nahmen dankbar an und wurden von einer Dienerin in einen aufwändigen Baderaum geführt. Das verstanden also die hohen Herren unter „frisch machen“, dachte sich Lari. Aber warum auch nicht. Die Helden genossen ihr Bad und ein opulentes Mahl. Anschließend wurden sie in einen Besprechungsraum geführt.

Neben Burne war auch Rufus anwesend und so konnte Hythorus von ihren Erlebnissen erzählen. Die Regenten Homletts hörten aufmerksam zu. Als Hythorus von der schwarzen Flüssigkeit und den versteinerten Menschen an dem Quader erzählte, unterbrach Burne ihn. „Ich erinnere mich da an eine Geschichte, die ich vor Jahren mal gehört habe. Ein gewisser Meister Taque, der Magier und Kleriker von Tarazum war, hatte mit Absonderungen des Dämons experimentiert. Diesen wollte er eine feste Form geben. Die Masse sei dafür bekannt, dass sie Leben entzöge. Die Helden erschauderten, denn genau das hatte sie ja mit eigenen Augen gesehen.

Als nächstes berichtete Hytorus von dem schwarzen Obelisken und was dort Lari und ihm widerfahren war. Lari ergänzte: „Das ist alles sehr unangenehm für uns, müsst ihr wissen. Doch immerhin hat es einen Vorteil: Wir erkennen nun auch die Anhänger von Tarazum an ihrer Aura.“ „So ist es“, sagte Hythorus. „Daher können wir Euch nun auch warnen. Heute haben wir zwei Stadtwachen gesehen, die offenbar diesem Dämonenkult angehören. Deshalb haben wir unseren Gefangenen auch zu Euch und nicht zu den Stadtwachen gebracht.“ Rufus und Burne schauten sich besorgt gegenseitig an. Sie sicherten den Helden zu, sich um den Gefangenen zu kümmern.

Hythorus berichtete weiter über das Buch, dass er gefunden hatte. Es stellte sich heraus, dass Burne von diesem Buch bereits gehört hatte. Es sei von einem Magier namens Meister Sammaster erstellt worden. Burne forderte Hythorus auf, sich mit ihm zusammen das Buch im Lesesaal anzuschauen, wo er auch eine Möglichkeit hätte, die Seiten sichtbar zu machen. Hythorus willigte natürlich begeistert ein. Dort streute Burne ein geheimnisvolles Zaubersalz auf die Seiten und so wurde die Schrift sichtbar. Offensichtlich war es tatsächlich das besagte Buch. Doch der größte Teil der Sprüche war nekromantischer Natur, die Hythorus wegen seiner Zugehörigkeit zur Weiblichen Gilde nicht lernen durfte. Aber er bestand darauf, dass Buch mitzunehmen, um es seiner Gilde zu übergeben. Burne versprach, dass das möglich sei, er aber zuvor gerne einige der Sprüche für sich selbst aufschreiben wolle. Daher überließ Hythorus ihm das Buch für einen Tag.

In der Apotheke

Am nächsten Morgen suchten Mitrias und Lari schon sehr früh die Apotheke auf. Der Apotheker behandelte Mitrias Füße mit einer Salbe und schon kurz danach war die Versteinerung verschwunden. Bei der Gelegenheit fragte Mitrias, ob der Apotheker wohl auch ein Mittel gegen Lykanthropie kenne. Der antwortete: „Tut mir leid, damit kenne ich mich nicht aus. Aber da war vor kurzem ein Magier in der Stadt, der Euch bestimmt weiterhelfen könnte.“ „Ein Magier“, fragte Lari. „Könnt Ihr Euch an seinen Namen erinnern. „Ja, sicher“, sagte der Apotheker. „Er hieß Octavius. Ein wirklich mächtiger Magier. Er hat viel erzählt von seinen Leistungen, müsst ihr wissen.“ Lari stöhnte. Sie kannte Octavius und wusste eines mit Sicherheit: Er war kein besonders fähiger Magier!

Lari fragte den Apotheker, ob er auch ein Gegenmittel kenne, wenn ein ganzer Mensch versteinert sei und beschrieb, was mit Xoaut geschehen sei. Er riet ihr, sich deswegen an Burne zu wenden, der ihr deswegen eine Zauberrolle mit einem Gegenspruch geben könne. Lari hielt das für eine gute Idee und verabschiedete sich von Mitrias und dem Apotheker und ging zu Burnes Burg.

Die Marktfrauen

Lari traf Burne an, doch der war sehr beschäftigt damit, die Zaubersprüche aus Hythorus’ Buch abzuschreiben. Dennoch nahm er sich die Zeit, als Lari ihm erklärte was sie brauchte. Sie bat um eine Rolle für Xaout und um weitere Rollen so zur Reserve. Burne ließ von einem Adepten die benötigten Rollen holen. Lari bedankte sich freundlich und ging zurück zur Willkommensklause. Unterwegs schlenderte sie ein wenig über den Marktplatz und schaute sich die Leute an. Tatsächlich sah sie zwei Marktfrauen, die die Aura der Dämonengesegneten hatten. Sie lächelten Lari besonders freundlich an, winkten sie zu sich hinüber und schenkten ihr etwas von dem Obst und Gemüse. Das war die perfekte Gelegenheit mit den Frauen ein wenig ins Gespräch zu kommen. Die beiden gaben sich sehr aufgeschlossen und luden Lari zu einem abendlichen Kräutertee ein.

Am Abend ging Lari zusammen mit Hythorus zu den Marktfrauen. Dabei erfuhren sie, dass diese schon seit etwa zwei Jahren dem Dämonenkult angehörten. Damals sei ihnen der Dämon erschienen. Und sie hätten nichts bereut. Seither hätten sie das schönste Obst von ganz Odjursland und der Umsatz hätte sich vervielfacht. Aber gerade in letzter Zeit sei ja ohnehin alles noch viel besser geworden. So ein dummer Magier namens Octavius sei in die Stadt gekommen und habe so allerlei über sich erzählt. Und er sei so leicht zu überwältigen gewesen! Nun würde seine magische Energie dem Dämonenkult zufließen. >>Na wenn das nicht eine schöne Nachricht war!<< Lari erzählte, dass sie ja erst ganz kurz zu dem Kult gehöre und ganz aufgeregt sei deswegen. Alles sei ja noch soo neu für sie und fremd. Die MarktfraueDas Siegelzeichen zum Segnenn nickten verständnisvoll und rieten ihr, nach Norden zu reisen. In Nulp könnten Lari und Hythorus einen der dortigen Kleriker aufsuchen, denn diese verwalteten die Siegel zum Segnen weiterer Anhänger. Lari und Hythorus würden dort einer schönen Zeremonie beiwohnen und dann jeder ein solches Siegel erhalten. Lari und Hyhtorus gaben sich ganz begeistert von dem Vorschlag und versprachen, schon bald deswegen aufzubrechen.

Sven und die Priesterinnen von Ti

Für Sven war der Tag recht stressig verlaufen. Am späten Vormittag waren Abgesandte vom Tempel erschienen und hatten darum geben, dass er diesen mit seiner Anwesenheit beehrte. Zusammen mit Mitrias war er dieser Bitte gefolgt und hatte es bald bereut. Er musste den Priesterinnen immer und immer wieder die Geschichte von der Rettung Lavendels erzählen. Am Ende glaubte er beinahe selber, dass er das alles allein geschafft hatte. Mitrias dagegen lehnte sich zurück und besah sich das alles.
Am Abend trafen sich die Helden alle in der Willkommensklause wieder. Sven hatte versucht, den Priesterinnen zu entkommen, doch das war ihm nicht ganz geglückt. Fünf besonders hartnäckige Damen waren ihm bis hierhin gefolgt und belagerten ihn regelrecht. Die Priesterinnen hatten beschlossen, die Nacht über auf Sven aufzupassen. Außerdem solle er doch für die Fruchtbarkeitsgöttin opfern. Dem armen Mitrias dagegen ging das Theater um Sven nun doch langsam auf die Nerven und schaute etwas traurig. Seine Minderwertigkeitskomplexe machten ihm wieder zu schaffen. Sven bemerkte das und machte die Priesterinnen darauf aufmerksam. Zwei davon ließen sich auch erweichen und kümmerten sich von nun an um Mitrias. Vor allem seine spitzen Ohren hatten es ihnen angetan. Diese wurden ausgiebig bewundert und gestreichelt.

Die Nacht verlief für die Helden recht unterschiedlich. Hythorus war sehr verwirrt, als er sah, dass zwei Priesterinnen mit Mitrias und drei mit Sven in die Schlafräume gingen, er aber völlig ignoriert wurde. Per hätte das wohl weniger gestört, wenn sein Schlafraum nicht direkt neben dem von Sven gelegen hätte. Denn der opferte der Fruchtbarkeitsgöttin lang, ausgiebig und laut. Lari ging einfach nur schlafen. Am nächsten betrat Sven als erster den Schankraum. Er sah völlig übernächtigt aus und bestellte sich einen starken Kräutertee. Mitrias dagegen gab sich entspannt, schaute zufrieden aus wie selten zuvor und setzte sich zu Sven. Als Per hineinkam, warf er Sven nur einen kurzen, vernichtenden Blick zu und setzte sich demonstrativ an einen anderen Tisch. Lari hatte natürlich mal wieder von alldem nichts mitbekommen und setzte sich etwas verwirrt zu Per an den Tisch. Was war denn wohl nun schon wieder geschehen? Doch wirklich schlimm fand sie Hyhtorus’ Reaktion. Als der nämlich den Raum betrat, wirkte er äußerst sauer. Er warf erst Sven und dann Mitrias einen sehr bösen Blick zu. Was Lari aber am meisten erschreckte, war die Veränderung seiner Aura: Das Violett war mit einem Male viel dunkler geworden..

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