Heldentagebuch: Die Worgs

oder: Hack- and Slay im Rollenspiel

Mit
Lari Fari, der Hexe
Hythorus, dem Magier
Naima, der Waldläuferin
Artis, dem Adlerschamanen
und
Adrian Nordhäuser, dem Krieger

Unsere Heldengruppe war in einen Höhlenkomplex geraten. Dort hatten sie alles, was für einen ordentlichen Hack- and Slay Abend notwendig ist: Ein finsterer Dungeon, gruselige Untote, böse Monster und kampfwillige Krieger.

Es war dunkel und unheimlich. Immer weiter mussten unsere Helden hinab durch den finsteren Gang. Hyhtorus und Adrian hatten Fackeln entzündet und leuchteten damit die glitschigen Wände ab. Sie suchten nach vorspringenden Felsen, aufgemalten Runen, eigenartigen Spalten oder ähnliches. Denn so etwas hätte auf mögliche Fallen hingewiesen. Doch sie konnten nichts derartiges entdecken. Dennoch gingen die Helden nur sehr vorsichtig und aufmerksam weiter. Das wurde immer schwerer, denn der Boden war mit einer unangenehmen Schlammschicht bedeckt. Schon geriet Naima ins Rutschen und wäre beinahe gestürzt. Doch geistesgegenwärtig fing Artis sie auf. Wo mochte der Gang hinführen? Irgendwo in der Nähe hörten die Helden das Plätschern von Wasser. War da vielleicht ein unterirdischer See?

Schließlich gelangten sie in eine birnenartige Höhle (und die Helden suchten sogleich nach dem Glühfaden). Doch noch bevor die Helden wussten, wie ihnen geschah, kam ein riesiges Skelett auf sie zu. Mindestens drei Meter war es groß und trug eine beneidenswert gute Rüstung. Doch viel Zeit hatten die Helden nicht, um die Rüstung zu bestaunen. Denn schon hob das Skelett sein mächtiges Schwert, um den vorangehenden Adrian anzugreifen. Der wich geschickt aus und schlug nun seinerseits mit dem Morgenstern zu. Doch er hatte keine Chance. Zwar traf der Morgenstern die Rüstung des Untoten, aber er hinterlies dort lediglichen einen kleinen Kratzer. Auch Naima versuchte derweil ihr Glück, doch auch mit ihrem Schwert konnte sie nichts ausrichten. Statt dessen wandte sich das Skelett nun zu ihr und stieß mit seinem Schwert gnadenlos zu. Naima versuchte den Schlag abzuwehren, doch das misslang. Der Schlag durchdrang ihre Rüstung und traf ihre Brust.

Lari sah, dass ihre Kollegen allein gegen das unheimliche Skelett nicht siegen konnten. Sie drehte sich um. Wo war nur dieser Hythorus, wenn man seine Magie brauchte? Verschwunden! Nun musste sie also selbst handeln. Sie drängte sich an Naima vorbei und stand nun mit Adrian Seite an Seite dem Untoten gegenüber. Sie wusste, sie hatte nur eine Chance. Wenn sie jetzt versagte, würde ihr letztes Stündlein geschlagen haben. Sie konzentrierte sich auf ihre Hexenmagie und es gelang: Sie erfluchte einen mächtigen Sturmwind und schickte diesen dem Untoten entgegen. Gerade noch hatte das Skelett zum nächsten Schlag ausgeholt, doch der Wind drückte es nach hinten. Mühsam versuchte es gegen den Wind anzukämpfen, doch der glitschige Boden gab ihm keinen Halt, als es vom Sturmwind nach hinten gefegt wurde. Es fiel zu Boden, schlitterte nach hinten und verschwand. Die Helden hörten ein lautes Aufplatschen in Wasser. Vorsichtig gingen Adrian und Lari weiter in die Höhle hinein. Dort, am anderen Ende der Höhle war tatsächlich eine Art unterirdischer See. Sein Plätschern hatten die Helden ja schon von weitem gehört. Misstrauisch hielt Adrian die Fackel hinein. Doch von ihrem unheimlichen Gegner war nichts mehr zu sehen. Offenbar hatte sein Beschwörer vergessen, dem Skelett schwimmen beizubringen.

Die Helden waren erleichtert. Dankbar klopfte Adrian Lari auf die Schulter. Manchmal war ihre Hexenmagie wirklich hilfreich, wenngleich sie ihm immer noch recht unheimlich erschien. Als er anfangs zu der Gruppe gelangt war, hatte er sich als Beschützer angeboten, weil er die beiden Frauen für zu schwach gehalten hatte. Doch nun hatte Lari ihm wieder einmal bewiesen, dass sie auch ohne Schwert und Morgenstern sich ganz gut zu wehren wusste. Doch Lari war schon wieder beschäftigt und versorgte Naimas Wunde. Es sah schlimm aus, aber mit ihrer Erfahrung in der Wundheilung und ein wenig Heilsalbe gelang es ihr, die Blutungen zu stoppen. Zusammen mit Artis untersuchte Adrian die Höhle. Kurz unter der Wasseroberfläche des Sees schien etwas zu liegen. Offenbar handelte es sich um ein Boot.

Doch noch während die beiden darüber diskutierten, ob sie das Boot herausziehen sollten, hörten sie ein lautes Rufen aus dem Gang. Es war Hythorus, der kurz darauf in die Höhle stürzte. Mit zittriger Stimme rief er: „Hilfe! Hinter mir, da sind Monster!“ Kaum hatte Hythorus das gesagt, da standen schon zweiGoblins im Höhleneingang. Adrian und Naima reagierten blitzschnell: Beide griffen nach ihren Schwertern und hechteten zum Höhleneingang. Doch auch dieGoblins waren mit Kurzschwertern bewaffnet. Der erste griff Adrian an und traf seine Brust. Aber Adrians Rüstung war stark genug und der Schlag drang nicht durch. Der zweite griff Naima an, doch sie wehrte mit ihrer Waffe ab. Da hob Adrian sein Schwert und schlug damit auf den Goblin ein. Dieser hatte keine Chance. Das Blut spritzte nach allen Seiten, als Adrians Schwert seinen Kopf vom Rumpfe schlug. Auch Naima schlug zu, doch der ihr Gegner wich dem Schlag erfolgreich aus. Da sah er, was mit seinem Kollegen geschehen war und zögerte kurz. Das reicht Adrian: Wieder erhob er sein Schwert und ließ es gnadenlos auf den zweiten Goblin niedersausen. Der Schlag traf den Kopf desGoblins. Er spaltete erst den Schädel und mit dem Schwung auch den Körper desGoblins. Der Körper desGoblins fiel zu Boden während sich sein Gehirn und sein Blut auf die Wände verteilten.

Doch die Helden kamen nicht zur Ruhe. Denn schon wenige Meter dahinter lauerte die nächste Gefahr: Dort standen zwei riesige wolfähnliche Tiere und starrten sie mit rotglühenden Augen an. Es waren Worgs. Adrian machte sich wieder bereit für den nächsten Kampf.

Naima jedoch rief: „Halt! Warte! Vielleicht sind die ja gar nicht böse!“ Verwirrt hielt Adrian inne: „Wie bitte? Willst du es auf einen Versuch ankommen lassen?“ Naima lächelte ihn unsicher an: „Wir könnten doch mit ihnen reden.“ Adrian sah sie wütend an: „Reden? Das sind Tiere! Bestien! Die könnten dich glatt mit einem Biss verschlingen! Wie willst du mit so etwas reden?“

„Naja“, sagte da Lari aus dem Hintergrund. „Wir könnten es ja tatsächlich mal versuchen. Die haben bestimmt nur Hunger.“ Adrian drehte sich um: „Klar haben die Hunger. Und dabei haben sie uns schon längst zu ihrem Mittagessen erklärt!“

Doch Lari schlüpfte schon an ihm vorbei und ging vorsichtig auf die beiden Tiere zu. Leise und beruhigend sprach sie auf das erste ein. Verwirrt blickte der Worg sie an. Doch dann geschah etwas unglaubliches: Der Worg legte sich auf den Boden und schaute Lari nun von unten nach oben neugierig an. Von diesem Erfolg ermutigt, tat Naima es Lari gleich. Auch dieser Worg legte sich auf den Boden und betrachtete Naima mit einem staunendem Ausdruck. So verrückte Leute waren denWorgsauch noch nicht begegnet. Es konnte ja nicht schaden erst mal abzuwarten, was noch passieren würde. Die ersten Bande waren geknüpft, aber noch knurrten dieWorgsleise vor sich hin.

„Sie haben tatsächlich Hunger“, sagte Lari. „Adrian, könntest du nicht ein bisschen Fleisch von den Goblins rüberwerfen?“ Adrian schaute völlig entgeistert von einem zum nächsten, zückte dann aber sein Messer und zerstückelte die Goblinleichen. Gemeinsam verfütterten Adrian, Naima und Lari nun dieGoblins an die Worgs, denen das Mahl offenbar ziemlich gut schmeckte. Gierig zerrissen sie das Fleisch, knackten die Knochen und leckten das Blut auf.

Artis sah dem Treiben schweigend zu. Hythorus jedoch suchte sich einen Platz in der Höhle, der am weitesten weg war von den anderen. Ihm war schlecht: Zuerst ein riesiges Skelett, dann zwei abgeschlachteteGoblins und nun zwei gierige Worgs. Das war einfach zu viel für ihn.

Nach ihrer Mahlzeit, betrachteten die beidenWorgsLari und Naima etwas genauer. Vor allem bei Lari war das recht einfach. Bei einer Schulterhöhe von 100 cm konnten sie Lari recht bequem in die Augen schauen. Die nächsten Tage waren für Lari, Naima und ihre Gefährten noch etwas unheimlich. So richtig wie Schoßhunde verhielten sich dieWorgsnämlich nicht. Es machte eher den Eindruck, ihre neuen Freunde würden sich schon Gedanken darum machen, wer von ihnen sich am besten zum Worg-Lunch machen würde. Doch irgendwie schienen dieWorgssich das doch noch anders zu überlegen und schlossen sich statt dessen dauerhaft den beiden Damen an.

Und so kann es gehen: Statt dieWorgszu erschlagen, hatten Naima und Lari neue Freunde gefunden. Und die Moral von der Geschichte: Hack and Slay macht ja echt Spaß. Aber eine echte Gänsehaut kriegt man eben doch nur beim Abrichten von Worgs.

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