Geschichten Orotas

Die Krönungsburg Ascolab

Unweit der großen Handelsstraße, die in der Nähe des Rombelstromes von Resina zur Hauptstadt von Sibatan, Sabedoria und weiter über Pomba nach Usura führt, liegt am äußersten westlichen Rand des Waldes die alte Krönungsburg des Reiches von Sibatan: Ascolab.

Hochburg von Dirk
Hochburg von Dirk Sitte

Die umfangreiche Burg ist auf einem natürlichen Hügel gelegen und nur über das turmbewehrte Tor zugänglich, zu dem man über eine künstlich aufgeschüttete Rampe gelangt, die in den Anfangszeiten der Festung noch nicht existierte und nachträglich hinzugefügt worden war.

Erbaut wurde die Burg in grauer Vorzeit als Fluchtburg für den Clan der Vorgans, deren oberste Familie sich im Verlauf der Geschichte zum mächtigsten Adelsgeschlecht des umliegenden Landes aufschwang.

In mehreren Feldzügen eroberte Clovys I., genannt der Bezwinger, die umliegenden Kleinreiche und setzte sich als erster König die Krone von Sibatan auf. Schon zu diesem Zeitpunkt war aus der Fluchtburg des Clans eine Zwingburg mit doppelter Wallanlage geworden, die ihresgleichen in diesem Teil des Südlandes nicht kannte.

Seitdem stellt das Haus bzw. der Clan der Vorgans die Könige des Landes und jeder König sah es als Selbstverständlichkeit an, in seiner Regierungszeit die Burg zu erweitern. Entweder wurden neue Teile der Anlage hinzugefügt, alte erweitert oder repariert. So entwickelte sich über die Jahrhunderte hinweg Ascolab in eine große Anlage, auf der seit der Existenz des Königreiches nicht nur die Krönungsfeierlichkeiten abgehalten werden, sondern der Kronschatz und die Insignien der Macht (schwere Krone, Zepter, Goldmantel, Rüstung und Schwert von Clovys I.) aufbewahrt und von einer eigens zu ihrem Schutz auf der Burg einquartierten Truppe bewacht werden.

Da heutzutage die Anwesenheit der Könige in den großen Handelsstädten von großer Bedeutung ist und das Zentrum der Macht heute in der Hauptstadt Sabedoria liegt, verfügt der König dort über die entsprechenden Räumlichkeiten. Burg Ascolab dient als Residenz zur Erholung und der Erziehung der Thronfolger. Die Burg wird von den umliegenden Dörfern versorgt. Im Umkreis von sieben Kilometern der Burg dürfen nur die Mitglieder der königlichen Familie mit ihrem Gefolge jagen, es darf keine Siedlung angelegt oder Landwirtschaft betrieben werden. Diese Unabhängigkeit sowie die Größe der Festung haben sie bisher jeden Belagerungsversuch widerstehen lassen. Nach solchen Erfahrungen sind umfangreiche Brunnen ausgehoben, Zisternen angelegt und geheime Tunnel gegraben worden, deren Zugänge nur wenigen bekannt sind. Außerdem wurden große Waffenarsenale (Rüstungen. Katapulte, Feuerwerfer, usw.) eingerichtet und Teile der Burg für die Erforschung neuer Waffen bereitgestellt. Dazu gehören auch Kartenräume, welche die größten und detailliertesten Karten über den bekannten Teil der Welt beinhalten.

Ein Teil dieser Räume werden in den unterirdischen Hallen vermutet, die vor zweihundert Jahren König Anderak II. von gefangenen Zwergen hatte anlegen lassen, um die gewaltigen Beutestücke und großen Mengen von Schätzen sicher unterbringen zu können. Beides, Zwerge und Schätze, hatte dieser äußerst kriegerische König auf seinem Expeditionsfeldzug in den Nordosten des Kontinents erbeutet. Er meinte wohl, er müsse seinem Leitspruch gerecht werden, den traditionell jeder neue König am Anfang seiner Regierungszeit für sich wählt: „Wer sich verteidigen muss, hat versäumt zuerst anzugreifen“. Zum Glück haben nicht alle Herrscher auf Ascolab diese oder ähnliche (vielleicht sogar noch schlimmere) Wahlsprüche zu den ihren gemacht!

Seit dieser Zeit nennt man Ascolab auch das „Goldhaus des Westens“. Diesem verlockendem Ruf folgten nicht wenige Diebe, deren Reste, wenn man sie überhaupt noch einmal wiedersah, an der Straßenkreuzung nach Sabedoria den Krähen als Imbiss dienten. Jedenfalls ist bisher noch kein Dieb heil aus der Burg herausgekommen. Die Zwerge, die fast alle der Höhlen in den Felsen gebohrt haben, hat man übrigens auch nicht mehr gesehen. Allerdings kommen alle paar Jahre immer wieder Gerüchte auf, nach denen einem Zwerg die Flucht durch einen Gang gelungen war, der nur ihm bekannt war. Auf seinem Weg in seine nördliche Heimat verlor sich aber seine Spur. Also kann auch er nicht bestätigen, ob tatsächlich allein in einer Halle mannshohe Fässer, von denen jedes 20.000 Münzen fasst, zu dritt aufeinandergestapelt in Viererreihen hintereinander stehen. Böse Zungen behaupten gar, dass es in den Schatzhöhlen durchaus nicht nur menschliche Wächter gibt, manche sogar Magier sein sollen. An den Eingangstüren zu den Höhlen würde für jeden Dieb, der erwischt wurde, eine Kerbe in das Eichenholz geritzt. Bei einer Tür sollen die Wächter schon dazu übergegangen sein, auch die Rückseite der Tür für diese Kerben zu benutzen...

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
Autor: Dirk Sitte
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