Geschichten Orotas

Slon

Nach der Zerstörung des alten Slon durch den Fürsten von Fosa gründeten die Centauren die neue Stadt Slon. Sie ist die einzige Stadt am Pra-al-Khá. Diese außergewöhnliche Lage verdankt die Stadt dem Geschäftssinn der Geschäftsleute aus dem Roz-Kosch. Ursprünglich war Slon eine der vielen verlassenen und zerstörten Küstenstädte des Wil Gotch. Während die anderen Städte endgültig zu Ruinen zerfielen, wurde Slon erneut zu einem der Zentren des gesamten Kontinentes. Slon liegt nämlich so weit von den Städten des Nordens in Seloc entfernt, dass die dortigen Gesetze hier keine Gültigkeit mehr besitzen (und die Centaurenherrscher die menschliche Rechtsprechung sowieso nicht verstehen und daher überhaupt keine haben). Die meisten Bewohner Wil Gotchs dagegen ignorieren die Existenz der Stadt und können daher auch nicht für die Einhaltung etwaiger Gesetze sorgen. So entstand im Laufe der Jahre ein rechtsfreier Raum, den die gewitzten Händler aus Roz-Kosch nutzten, um hier den einzigen Ort zu weit und breit zu schaffen, wo Glücksspiel nicht verboten ist. Und so kommen wöchentlich Pauschalkarawanen voller Touristen aus dem Norden nach Slon, die hier auf angenehme Weise ihr Geld loswerden wollen. So besteht die Stadt fast nur noch aus Hotels und Spielkasinos.

Allerdings gibt es in Slon auch ein bemerkenswertes Unterhaltungsprogramm. Aus allen Teilen Orotas strömen Sänger, Gaukler, Artisten und Geschichtenerzähler nach Slon, um hier ihr Können zu zeigen und sich dafür von den Hotelbesitzern teuer bezahlen zu lassen.

Der berühmteste von ihnen ist der hundertjährige Sänger Natrasi. Natrasi bringt zwar mittlerweile nur noch ein unkontrollierbares Röcheln hervor, doch für jeden Musikfreund ist es das Größte, diesen legendären Mann einmal gehört zu haben. Und spätestens, wenn er sein orotaberühmtes „Su’scha, SU’scha“ anstimmt, ist auch der letzte Zweifler überzeugt.

Berühmt sind auch die „Bezwinger des Pra-al-Khá“. Die Seeleute dieser Reederei mit ihren Schiffen „Tapferkeit“ und „Heldenmut“ sind die einzigen (natürlich neben den unzähligen szothischen Handelsschiffen), die das Pra-al-Khá befahren. Genaugenommen machen sie zweimal täglich eine Rundfahrt in der Bucht von Ruahr. Allerdings stört es nur die wenigsten Passagiere, dass sie das offene Meer nie zu sehen bekommen. Schließlich nutzen die meisten Touristen die Fahrt für den zollfreien Einkauf. Bekannt sind diese Touren auch als sogenannte Kefirfahren. Problematisch ist dabei lediglich das Be- und Entladen des Sonderpostens Billigkamele.

Erstaunlich ist die Zahl der Einheimischen aus Wil Gotch, die sich gerade zufällig in die Stadt verirrt haben, obwohl sie noch nie von ihr gehört haben. Die Lösung dieses Phänomens ist denkbar einfach. Jeder, der sich in Wil Gotch verirrt, findet irgendwann Spuren von Touristenkarawanen. Folgt er dann diesen Spuren, so landet er automatisch in Slon (vorausgesetzt, er läuft in die richtige Richtung). Sollte der reisende Abenteurer angesichts der Hunderte herumirrender Wilgoter, die sich alle offensichtlich prächtig amüsieren, Zweifel an dieser Argumentation haben, so sollte er diese lieber für sich behalten. Die Wilgoten mögen es nämlich gar nicht, wenn man ihre Ehrenhaftigkeit in Frage stellt.

Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, in der Umgebung von Slon auf die Jagd zu gehen. Es gibt dort zahlreiche Tierarten, die sonst völlig unbekannt sind. So kann der erfolgreiche Jäger bei seiner Rückkehr in die Heimat zahlreiche Jagdtrophäen vorweisen, ohne dass die Daheimgebliebenen nachprüfen können, ob das riesige graue Wesen wirklich mit seinen großen Ohren fliegen und aus seinen langen weißen Zähnen Blitze schleudern kann.

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
Autor: Christian Geißler
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