Rassen Orotas: Amazonen

Amazone
Amazonenkriegerin Kassandra

Volksspezifische Merkmale

Die Amazonen sind ein Volksstamm, der seit Jahrhunderten auf der Insel Espera lebt. In der Regel sind die aktiven Mitglieder dieses Volkes weiblich und gehören der menschlichen Rasse an. Da die Amazonen aber auch Frauen von anderen Rassen aufnehmen, kann man sogar auf orkische oder gar halblingische Amazonen treffen.

Amazonen tragen ihr Haar immer lang, was sie als Zeichen von Stärke sehen. Je höherrangig eine Amazone in ihrem Clan ist, desto mehr kleine geflochtene Zöpfe dürfen sie als Haarschmuck tragen. Die Mater, ein hoher Amazonengrad, hat beispielsweise den gesamten Haarschopf zu kleinen Strängen geflochten. Bei den Finas, einem weniger hohen Rang, ist das gesamte Deckhaar geflochten.

Die Männer der Amazonen dürfen ihr Haar nach Belieben in der Länge aber nur ohne Zöpfe tragen.

Das Höchstalter der Amazonen hängt stark von der zugehörigen Rasse ab, dennoch beginnt für alle Amazonen ab dem dreizehnten Lebensjahr der Ernst des Lebens. Eine Amazone gehört immer einer anderen Rasse an (z.B. Mensch, Ork usw.), es gibt jedoch keine trollischen Amazonen.

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Die Geschichte

Das Volk der Amazonen lebte Jahrhunderte lang in relativer Eintracht mit den Menschen von Seloc. Ihr Hauptsiedlungsgebiet war die Ebene von Wil Gotch, wo sie friedlich von Viehzucht und Fischfang lebten. Ihre größte Stadt war das heutige Slon, dessen Reichtum und Schönheit die meisten menschlichen Städte weit überstrahlte. Dieses weckte den Neid des Fürsten von Fosa, der es nicht ertragen konnte, dass seine Stadt hinter dem Glanz von Slon zurückstand. Der Hass auf die Mater von Slon wurde so groß in ihm, dass er alle seine Streitkräfte im geheimen sammelte und in einer Nacht- und Nebelaktion trotz eines Friedensvertrages Slon stürmte. Gnadenlos tötete er alle Einwohner und legte die Stadt in Schutt und Asche. Nur eine handvoll Amazonen konnte sich auf im Hafen liegende Schiffe retten und in die offene See flüchten.

Amazoneninsel Espera
Die Amazoneninsel Espera

Trotz der Gefahren der Pra-al-Khá umsegelten sie das Horn von Smok und erreichten nach einer etwa einjährigen Irrfahrt ihre heutige Heimat Espera. Die Göttin Ava muss wohl ihre Hand über ihre noch verbleibenden Schützlinge gelegt haben, denn bis zu jenem Tag war die Insel Espera keinem Wesen bekannt. Es gibt Gerüchte, dass Ava die Insel aus den Fluten des Mar Afliçao gehoben hat, um ihrem Volk eine sichere Heimat zu geben.

Nach der bitteren Niederlage in Slon schworen die Amazonen ihrer Göttin Ava einen Eid, die Insel Espera gegen alle Eindringlinge mit ihrem Blute zu verteidigen oder für immer unterzugehen. Seit jenem Tag des Schwurs wurde jede Amazone für den bevorstehenden Krieg ausgebildet, um ihre Insel zu beschützen.

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Gesellschaftsstruktur

Die Amazonen sind ein Volksstamm, der sehr zurückgezogen lebt. Sie wohnen in der Steppe in Lehmhäusern und im Wald in Baumhäusern.

Ihre Staatsform ist das Matriarchat. Da diese Staatsform sonst nirgends auf der Welt zu finden ist, ist das Misstrauen der Amazonen anderen Völkern gegenüber ziemlich groß. Sie habe Angst, dass ihre Staatsform durch äußere Einflüsse geändert wird. So werden Fremde zwar nach dem Gesetz der Gastfreundschaft aufgenommen, aber es wird ihnen, besonders wenn es Männer sind, nahe gelegt, schnell wieder abzureisen. Wollen die Männer bleiben, müssen sie eine Amazone als Mentorin finden, sonst ist ihnen der Zugang zu diesem Volk versperrt. Diese Mentorin unterweist ihren Mann in seiner neuen Rolle. Nach einer gelungenen Einführung nimmt sie diesen häufig sogar zu ihrem Gemahl. Offiziell hat jede Frau nur einen Gemahl, da aber diese Beziehung nicht auf Lebenszeit ist und jederzeit seitens der Frau oder des Mannes gelöst werden kann, hat sie oft mehrere innerhalb eines kurzen Zeitraumes.
Das Volk der Amazonen ist in Clans aufgeteilt, die wiederum aus vier Großfamilien bestehen. In jedem Clan gibt es eine Mater und drei Finas. Jede Großfamilie wählt unter den Frauen eine Vertretung, welche Fina genannt wird. Diese vier Finas wählen eine Mater. Liegt die Wahl unentschieden, zwei zu zwei, so wird durch ein kompliziertes Auswahlverfahren die richtige ermittelt. Dieses Auswahlverfahren besteht zum einen aus einem Kräftemessen und aus Denkaufgaben, die von den anderen beiden Finas gestellt werden.

Alle den Clan betreffende Entscheidungen werden von den Finas und der Mater gefällt. Die Stimme der Mater zählt bei Abstimmungen doppelt. Die Mater kann durch Beschluss aller Finas ihres Amtes enthoben werden, aber das kommt sehr selten vor. Oft bleibt sie es bis zu ihrem Tod.
Die Männer haben im allgemeinen kein Stimmrecht zur Wahl der FINA, wobei das von Clan zu Clan unterschiedlich ist. Einige fortschrittlicheren Amazonenstämme haben den Männern ein Wahlrecht eingeräumt. Aus diesem Grund gibt es auch unter den Clans einige Spannungen.
Die Frauen sind für die Jagd und der Verteidigung ihres Volkes zuständig, die Männer für die Aufzucht der Kinder und den Haushalt. Daran änderte sich auch durch das Wahlrecht nichts. Seit längerer Zeit aber dürfen Männer bei Wettkämpfen in der Männerklasse auch ihr Können zeigen, was von den Frauen wohlwollend akzeptiert wird, denn so können die Männer ihre Kinder bei Gefahren besser verteidigen.

Eine Schamanin gehört zu jedem Clan. Sie steht außerhalb der normalen Rangordnung und ist unantastbar. Oft ist es eine ältere Frau, die eine Bärenschamanin ist. Sie wählt ihre Nachfolgerin selber aus und diese Auserwählte muss dem Ruf folgen. Sie ist zuständig für die Verbindung zu den Geistern und der Göttin Ava und für die Heilung von Krankheiten und Verletzungen.
Die Ausbildung der Mädchen beginnt mit dem sechsten Lebensjahr. Zu diesem Zeitpunkt werden sie für den Kampf ausgebildet. Spielerisch erlernen sie am Anfang den Umgang mit dem Schwert und Bogen. Ab der Pubertät werden die Frauen in Verhütung eingeweiht. Die Ausbildung wird härter, so dass am Ende ihres 17. Lebensjahrs die Frauen sich selbst versorgen und verteidigen können. Sind sie sehr begabt im Kampf, so werden sie Kriegerinnen oder Bogenschützinnen. Die weniger begabten lernen einen Beruf wie Waffenhändlerin, Feinschmiedin oder ähnliches.

Die Ausbildung der Steppenamazonen umfasst das Reiten. Jede Amazone muss reiten lernen, Versager werden nicht geduldet und ihnen wird begrifflich gemacht, dass sie keine Bleibe mehr haben, wenn sie diese Fähigkeiten nicht erlernen.
Die Amazonen des Urwaldes leben auf Baumhäusern und daraus resultiert, dass sie gut klettern können müssen. Diese Fähigkeit muss von Amazonen beherrscht werden, denn sonst müssten sie bei den Männer unten auf dem Boden wohnen, was einer so großen Degradierung gleichkommt, dass sie sofort die Heimat verlassen.
Früher haben sich die Frauen ihre rechte oder linke Brust amputiert, um besser mit dem Bogen umgehen zu können. Heute aber wird von den großbusigen Frauen das Schwert bevorzugt und die flachbrüstigen Frauen legen meist ihren Schwerpunkt auf den Bogen.

Doch gibt es auch Meisterinnen, die in beiden Fächern großartig sind. Nur sind diese Frauen flachbusig und drücken den Busen durch eine Lederkonstruktion noch näher an den Körper. Nur wenige Frauen bestehen noch auf eine Operation zur Entfernung der Brust, die meistens Hard-Core-Amazonen sind.
Die Ausbildung der Männer beginnt ähnlich früh. Sie lernen mit sechs Jahren, Beeren zu sammeln und zuzubereiten. Ab der Pubertät zerlegen sie Tiere und bereiten sie zum Essen zu. Wenn sie besondere Begeisterung für den Kampf zeigen oder sich als geschickt erweisen, dürfen sie auch ein wenig mit den Amazonen trainieren. Aber man belächelt eher die Versuche der so „ungeschickten“ Jungen. Außerdem dürfen sie, wenn sie mit 16 ein Ritual abgehalten haben, das Bett einer Amazone teilen. Die Zeremonie soll den jungen Mann von bösen Geistern reinigen, die sonst die Amazone besetzen könnten, wenn er ihr Bett teilt. Die Männer lernen auch manchmal noch handwerkliche Dinge wie Zimmermann oder Grobschmied.

Grundsätzlich lernen die Männer aber schwerpunktmäßig die Pflege von Kindern und das Kochen.
So mancher junger Mann, der sich eingeengt und diskriminiert fühlte, ist aus dem Volk der Amazonen ausgebrochen und in die Städte gezogen, wo er sich meist als Koch verdingt. Manchen gelingt, sich es zum Krieger ausbilden zu lassen.

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Lebensgefühl

Von Geburt an sind die Mädchen auf der Stufe Hirundo. Kommen sie in die Ausbildung werden sie zu Scintillas. Haben sie ihre erste Jagd bestanden, dürfen sie sich zu den Venatoras zählen. Nach Vollbringen von besonderen Taten können sie durch die Finas und der Mater zur Tigra gehoben werden, was aber schon einer ziemlich großen Tat bedarf.
Die Männer werden Passer genannt, egal welche Fähigkeiten oder welches Alter sie haben. Folgenden Zusammenhang zwischen Alter und Rang existieren in der Gesellschaft der Amazonen:

Name Bedeutung Alter Zeichen
Hirundo Schwalbe ab 6 ein Zopf im Rücken
Scintilla Funke ab 13 zwei Zöpfe rechts und links vom Kopf
Venatora Jägerin ab 18 Sieben schmale Zöpfe im Deckhaar
Tigra Tigerin ab 20 Sieben schmale Zöpfe im Deckhaar mit rotem eingeflochtenen Band
Passer Sperling männl. kein Zopf

Amazonen ziehen aus, um große Taten zu vollbringen und zu einer Tigra zu werden. Dadurch erhöht sich die Chance, einmal die Mater zu werden.

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
Bild "Amazonenkriegerin Kassandra" von Dirk Sitte
Landkarte von Stefan Klocke
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