Rassen Orotas: Barbaren

Barbar
Barbarenpriester Dieter

Volksspezifische Merkmale

Die Barbarenstämme Orotas lassen sich ausschließlich auf den Kontinenten L’Feüd und Khamsati finden.

Auf L’Feüd findet man einige kleine Barbarenstämme nördlich der Orksteppe Tyth Morr und hier vor allem im östlichen Lönn und vereinzelt in den Tundren Athags und Fionnuighs. Die Chance, waschechte Barbaren auf Khamsati anzutreffen, ist dagegen viel größer. Sowohl in den abgelegeneren Gebieten Maraniens sowie im gesamten Drusland, rund ums Ouceme-Gebirge und in Nefoi sind ganze Barbarenhorden zu Hause.

Barbaren sind recht leicht zu erkennen, sollte man eines Tages auf ein Mitglied eines Barbarenstammes treffen. Ihr Geruch ist ähnlich intensiv wie der eines Gruya-Bären, ihre Statur (sowohl die der männlichen als auch der weiblichen) lässt sich ebenfalls mit sehr bärenähnlich beschreiben. Die Kraft der Barbaren ist sprichwörtlich, ihre geringere Intelligenz und ihre sehr einfachen Lebensprinzipien allerdings auch.

Dabei muss immer wieder betont werden, dass Barbaren Menschen sind, wobei das raue Klima zu den starken Unterschieden zu anderen Völkern Orotas beigetragen hat.

Barbaren kleiden sich in dicke Felle, wobei sie Bärenfelle bevorzugen, die sie sich selbst erkämpft haben. Da die Bearbeitung der Felle nicht optimal ist, kommt der strenge Geruch von nicht ungefähr. Barbarische Krieger behängen sich gern mit erbeutetem Schmuck, wobei dieser nicht unbedingt aus Metallen bestehen muss, sondern auch aus Zähnen von besiegten Monstren oder schönen Steinen bestehen kann. Die Walkyren der Barbaren sind hingegen über und über mit Fetischen und Amuletten ihres Totems behangen.

Insgesamt lässt sich die Erscheinung eines Barbaren als ungepflegt, stinkend und barbarisch beschreiben. Aber wer sagt das schon einem zwei Meter großen und 150 Kilogramm schweren Barbarenkrieger ins Gesicht?

Im Schnitt werden Barbaren 35-40 Jahre alt, mit 10 Jahren10 Jahren gehsie mit auf die Jagd, aber schon viel früher erledigen sie alle möglichen anfallenden Arbeiten im Stamm.

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Die Geschichte

Die Barbaren haben, in Ermangelung einer Schriftsprache, niemals eine eigene Geschichtsschreibung betrieben. Ihre ganze Kultur basiert dagegen auf alten Überlieferungen und Sagen, die während der langen Winterabende am Feuer von Generation zu Generation weitergegeben werden.

So glauben alle Barbaren, unabhängig von ihrem Siedlungsgebiet, dass sie aus einer Verbindung zwischen dem Kriegsgott Toran und der Walkyre Wanja hervorgegangen sind. Damals, als Orota noch jung war und die kalten Gebiete im Norden nur von Bären, Rentieren und Wölfen bewohnt wurden, traf Toran auf eine gewaltige Bärin, die gerade ihre Junge geworfen hatte. Toran überkam der gefürchtete Blutrausch und stürzte sich auf die Bärenmutter, doch stellte sich diese als eine ebenbürtige Gegnerin Torans heraus. Totem Bär musste in die Bärin gefahren sein, denn der Kampf dieser zwei Giganten wogte einen ganzen Tag und eine ganze Nacht hin und her, ohne dass einer der beiden Kontrahenten einen Vorteil erringen konnte.

Erst als die Jungen der Bärin kläglich in ihrer Höhle nach ihrer Mutter zu schreien begannen, endete der Kampf. Die Bärin drehte Toran ihren breiten Rücken zu und wollte ihre Höhle betreten, um ihre Jungen zu säugen. Toran sah seine Chance und hob seine gewaltige Faust, um sie auf den Rücken der Bärenmutter niedersausen zu lassen. In diesem Augenblick hörte er eine weibliche Stimme in seinem Rücken, und er spürte die scharfe Klinge eines riesigen Schwertes in seiner Seite. Wie man sich denken kann, führte Toran seinen Schlag gegen die wehrlose Bärin niemals zu Ende. Diese erreichte ihre Jungen und säugte sie liebevoll.

Doch woher stammte das Schwert in Torans Seite und die weibliche Stimme in Torans Rücken? Toran drehte sich zu der Sprecherin um. Vor ihm stand eine große, menschliche Kriegerin, die in ein silberglänzendes Kettenhemd gehüllt war und in ihrer linken Hand ein riesiges, zweihändiges Schwert hielt. Toran, durch den Kampf mit der Bärin erschöpft und von dem Mut dieser Frau beeindruckt, unterdrückte den Blutrausch und fragte nach ihrem Namen, wobei er in ihre hellblauen Augen schaute, die klarer waren als das Eis des Wanja-Gletschers.

„Wanja“, antwortete sie und grinste ihn dabei herausfordernd an. Solch einer Herausforderung konnte der Kriegsgott nicht widerstehen und er stürzte sich auf Wanja. Doch anstatt ihn mit ihrem Schwert abzuwehren, unterlief sie seinen Angriff, ergriff seine muskulösen Arme und warf ihn auf den Rücken, wobei sie auf ihn fiel. Ein wildes Handgemenge, von der Bärin und ihren Jungen neugierig beobachtet, entwickelte sich vor dem Höhleneingang. Längst hatte Wanja ihren Zweihänder fallengelassen und wie zwei balgende Kinder rollten die Kontrahenten über das frische Frühlingsgras, welches die Lichtung vor der Bärenhöhle bedeckte.

Dieser Kampf zwischen Wanja und Toran würde sicherlich heute noch toben, wenn nicht Wanja die Waffen einer Frau eingesetzt hätte. Mitten im Handgemenge biss sie Toran zärtlich ins Ohrläppchen, wobei sie ihren Körper (vor allem ihren Oberkörper) gegen Toran drückte. Der war von diesen neuen Erfahrungen ganz überrascht, diese Form der „Kriegsführung“ kannte er als Kriegsgott noch gar nicht. So gewann Wanja nicht nur diesen Kampf, sondern auch das Herz Torans.

Wie die Geschichte dann weitergeht, wird am Feuer ebenfalls erzählt und in allen Farben ausgeschmückt, jedoch erst, wenn die Kinder in ihre Schlaffelle geschickt wurden. Aus der Verbindung zwischen Toran und Wanja, der ersten der Walkyren, gingen die ersten Barbaren hervor, die natürlich äußerst stolz sind auf ihre Abkunft als Söhne und Töchter Torans und Wanjas.

Alle Barbarenstämme verbindet das Band ihres gemeinsamen Ursprungs, daher sind und waren Kriege zwischen den Barbarenstämmen eher selten. Meinungsverschiedenheiten und größere Streits wurden und werden in der Regel im Zweikampf zwischen zwei ausgewählten Vertretern der Stämme ausgetragen.
Den Sagen und Mythen der Barbaren nach leben Wanja, die übrigen Walkyren und die tapfersten Toran-Söhne und gelegentlich auch Toran selbst auf der Bäreninsel Gruya, die nördlich von Maranien gelegen ist. Dort steht das Langhaus der Götter, Krieger und Walkyren, das Paradies der Barbaren, in das jeder Barbar und jede Barbarin nach einem erfüllten ukämpferischen Leben eingehen will. „Wanjas Hallen“ wird dieses Langhaus, das Paradies, auch genannt.

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Gesellschaftsstruktur

Die Barbaren leben in größeren Stämmen und Sippen zusammen, welche vom Häuptling, der Walkyre und vom Toranpriester angeführt werden. Der Häuptling ist der Anführer in kriegerischen Dingen (wobei der Häuptling auch eine Häuptlingin, d.h. weiblich, sein kann), er ist zuständig für das Schlichten von Streits innerhalb des Stammes oder auch bei Meinungsverschiedenheiten mit anderen Barbarenstämmen.

Die Walkyre (ein weiblicher Bärenschamane) ist zuständig für die eher intellektbetonenden Dinge des Zusammenlebens. Sie behandelt Kranke, heilt Verletzungen und kann einfach als Mutter des Stammes bezeichnet werden.

Als dritte Kraft im Stamme fungiert der Toranpriester, meist ein im Kampf ausgezeichneter Barbarenkrieger oder gelegentlich sogar ein Berserker, der von Toran als Priester erwählt wurde. Er ist der geistliche Führer des Stammes.

Zwischen Häuptling, Walkyre und Toranpriester kommt natürlich immer zu Spannungen, die gelegentlich sogar dazu führen, dass ein Stamm zerbricht und sich in zwei Sippen aufspaltet.
Die anfallenden Arbeiten des Stammes werden von allen Mitgliedern gemeinsam erledigt, aufgrund der großen Kälte des Lebensraumes ist man halt gezwungen, eng zusammenzuarbeiten. Für die Jagd und den Kampf sind die Krieger und Kriegerinnen zuständig, die Arbeiten im Lager erledigen die Zurückgebliebenen gemeinsam.

Hochzeiten werden groß gefeiert, das Paar bleibt meistens sogar sein Leben lang zusammen, wobei Trennungen nach entsprechenden Ausgleichszahlungen an Fellen u.ä. jedoch keine Seltenheit sind. In der Regel finden sich die Partner nicht innerhalb des Stammes, sondern zwei Mitglieder zweier unterschiedlicher Stämme gehen die Verbindung ein. Es kommt halt sehr häufig vorass gemeinsam mit anderen Stämmen gefeiert wird, und die nordischen Nächte sind bekanntlich lang…

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Lebensgefühl

Barbaren sind in ihrer tiefsten Seele Kämpfer und – tja – Barbaren halt. Sie legen keinen Wert auf ihr Aussehen, viel wichtiger sind kämpferische Großtaten, die von ihnen am Feuer erzählt werden können. Vor Gegnern haben sie keine Angst, sie verlassen sich einfach auf ihre große Körperkraft und ihren Glauben an Toran.

Einem ehrlichen, fairen Kampf sind sie niemals abgeneigt, Hinterhältigkeit oder gar vergiftete Waffen und ähnliches sind ihnen zuwider. Ein wehrloser Gegner wird verschont, Hilflose oder Schwache werden unterstützt.

Bekannt ist auch die große Gastfreundschaft bei den Barbaren, vorausgesetzt, man weiß sich zu benehmen. Angebotene Getränke abzulehnen ist eine Beleidigung, einem Vergleichskampf auszuweichen ist sogar ein Sakrileg: eine direkte Beleidigung Torans. Hält sich ein Besucher an diese einfachen Regeln, so findet er kriegerische Freunde mit dem Gemüt eines verspielten Kindes.

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
Bild "Barbarenpriester Dieter" von Anja Schreiner
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