
Der Elf ist aus der Sicht vieler Rassen von herausragender Schönheit.
Er ist groß und dabei schlank, besitzt spitze Ohren und eine extrem
helle Hautfarbe. Die häufigsten Haarfarben sind blond und schwarz.
Auch weiße, braune, dunkelviolette oder blauschwarze Farben kommen
vor. Die Augen nehmen zumeist verschiedene Blautöne an. Gelegentlich
sind sie auch braun oder schwarz.
Elfen besitzen hervorragende Augen, mit denen sie auch bei großer
Dunkelheit noch gut sehen können. Auch ihre Gehör ist ausgezeichnet.
Die Stimme der Elfen ist glockenhell und ein Genuss für jeden Zuhörer.
Ihre Gewandtheit und Fingerfertigkeit, sowie Konzentrationsfähigkeit
und Klugheit wird von manch anderen Rassen bewundert. Sie haben jedoch nur
eine geringe Kondition und auch ihre Körperkraft ist für ihre
Körpergröße niedrig.
Elfen werden sehr alt. Normalerweise erreichen sie ein Alter von mehr als
500 Jahren. Es hat allerdings schon Elfen gegeben, die fast 1200 Jahre alt
wurden. Das Alter eines erwachsenen Elfen ist diesem dabei nicht anzusehen,
da es nur minimale Alterungserscheinungen gibt. Bis zum 100. Lebensjahr
gilt ein Elf in der elfischen Gesellschaft als Kind. Körperlich erwachsen
wird er vom 30. bis zum 60. Lebensjahr.
Hervorzuheben bei Elfen ist die Abneigung gegen Metalle aller Art. Dies liegt darin begründet, dass sie bei ihrem Handeln häufig, bewusst oder unbewusst, Magie einsetzen. Datalle magieabsorbierend sind, behindern sie den Elfen. Zudem sind Metalle tote und kalte Materialien.
Kernland der Elfen war der „Große Wald“ auf Seloc. Es gab anfangs sehr viele Kämpfe, zum Teil auch mit Rassen die heute gar nicht mehr existieren. Schon damals wurde das Elfenvolk von einem König und einer Königin regiert. Ihre überlegenen magischen Fähigkeiten führten meist zu schnellen Siegen. Die Elfenmagier dieser Zeit waren Meister der Spruchmagie. So wurden die Elfen vor rund 20.000 Jahren Herren des „Großen Waldes“.
In der Zeit danach versuchten sie in Frieden mit den anderen Rassen zu leben. Einige Elfen studierten das Leben und die Eigenarten der anderen Rassen. Zum Teil versuchten Elfen auch, ihr Wissen an andere Rassen weiterzuvermitteln. So erlernten die damals noch unbedeutenden Menschen die Spruchmagie. Aufgrund des nun folgenden langen Friedens stieg die Bevölkerungszahl der Elfen und so verließen einige ihre Heimat und siedelten sich in den Wäldern des Nordkontinentes Terreth L’Feüd an. Auch wanderten sie in die Wälder westlich des Tschar-Gebirges. Dort konnten sie sich meistens gegenüber den anderen im Wald lebenden Rassen durchsetzen.
Vor 10.000 Jahren begann schließlich der große Krieg gegen die Yektozi. Deren starke, zumeist auf Täuschung beruhende Magie, und ihre herausragenden Fähigkeiten im Nahkampf machten sie auch für die Elfen zu einem gefährlichen Feind. Diese Rasse hatte die Dschungelgebiete von Seloc unterworfen. Doch dies reichte ihnen nicht aus. Schließlich wollten sie in den „Großen Wald“ der Elfen expandieren. Die Kämpfe waren für die Elfen sehr verlustreich. Sie standen kurz vor der vollkommenen Niederlage, als einige Magier gegen den „Rat der Weisen“ Untote erschufen und mit diesen die Armee der Elfen verstärkten. Zusätzlich entwickelten die Elfenmagier auch die Fähigkeit, die Magie der Yektozi unwirksam werden zu lassen. Der Krieg, der nun schon mehr als 2.000 Jahre gedauert hatte, wendete sich nun gegen die Yektozi. In wahren Blutbädern verübten die Elfen nun Massaker an Wehrlosen, denn die Leiden der Elfen waren groß gewesen. Nun wurde Rache genommen. Die Yektozi wurden schließlich ausgerottet, auch aus der Angst heraus, dass sie einmal wieder so stark werden könnten, wie sie es vor dem Krieg waren.
Keine hundert Jahre nach Ende des Krieges verurteilten die Elfen ihre
eigenen Taten. Sie hatten eine am Ende wehrlose Rasse vernichtet. Aus Sicht
der Elfen war es aber noch viel verwerflicher, dass sie ihre große
Gabe, die Magie, benutzt hatten, um Untote zu erschaffen. Sie hatten das
Leiden unzähliger Seelen zu verantworten. Die schuldigen Magier wurden
nun verbannt und die Spruchmagie wurde in der Folgezeit von den Elfen vernachlässigt.
Sie hatten nun auch die dunkle Seite der Magie kennen gelernt.
Vor rund 7.000 Jahren wurden die Elfen massiv von den Menschen angegriffen.
Es hatte schon vorher einige Kämpfe gegeben. Immer wieder versuchten
Menschen, auch durch die entsetzliche Brandrodung, den Wald zu verkleinern,
um statt dessen Ackerland daraus zu machen. Gegen die geschwächten
Elfen hatten die Menschen leichtes Spiel. Die Königsfamilie der Elfen
floh in den Norden in den Ängd und die meisten verbliebenen Elfen folgten.
Dort bauten die Elfen ihren neuen Staat auf. Dabei mussten sie Kriege gegen
Menschen, Zwerge und den Orks führen. Als das alte Nordreich der Menschen
zusammen mit den Orks vor 4.300 Jahren die Elfen massiv angriff, geschah
es zum ersten Mal, dass sich die Elfen mit einem anderen Volk verbündeten.
Zwar hatte man selber oft Kriege gegen die Zwerge führen müssen,
aber Menschen und Orks waren gemeinsame Feinde und so kam es zum Bündnis
mit den Zwergen. Nach einer großen siegreichen Schlacht zogen sich
die unterlegenen Orks wieder in ihr Steppe zurück, das alte Nordreich
der Menschen aber wurde vernichtet.
Es folgten weitere Kriege, hauptsächlich gegen die Orks. Bei einem Angriff eines ungewöhnlich starken Orkheeres vor rund 3.800 Jahren geriet die Armee der Elfen in arge Bedrängnis. Hier kamen ihnen Truppen des aufstrebenden neuen Nordreiches der Menschen zu Hilfe und die Orks konnten vertrieben werden. Dies war der Beginn einer Versöhnung zwischen Elfen und Menschen.
Vor 2.200 Jahren erfolgte der große Angriff der Drachenvölker. Diese waren allen anderen Armeen deutlich überlegen. Schnell schlossen Elfen und Menschen eine Allianz. Auch die Zwerge konnten nach einiger Zeit davon überzeugt werden, dass auch sie nur dann überleben konnten, wenn sie sich diesem Bündnis anschlössen. Sogar die Trolle sagten ihre Unterstützung zu, aber ihre Verstärkung kam zu spät. Die große Schlacht endete mit einer verlustreichen Niederlage, bei allerdings ebenfalls großen Verlusten der Drachenarmee. Diese zog sich ohne erkennbaren Grund zurück. Die Orks versuchen nun, die Situation ihrerseits auszunutzen. Aber das Dreierbündnis hielt zusammen. Bis heute herrs Friede zwischen den drei Völkern, trotz häufiger Konflikte, vor allem zwischen den Zwergen und Elfen.
Die Elfen leben in Großfamilien. Sie leben im Wald innerhalb eines Dorfes und jede Familie hat sich dort einige Unterkünfte und Vorratslager geschaffen. In Streitfällen innerhalb der Großfamilie vermitteln die ältesten Mitglieder. Ansonsten sind alle Erwachsenen gleichberechtigt. Die Kinder nehmen eine besondere Rolle in der elfischen Gesellschaft ein, weil es nur selten Nachwuchs gibt. Nicht nur die engsten Verwandten, sondern alle Mitglieder des Dorfes kümmern sich liebevoll um die Kinder. Ehen werden in der elfischen Gesellschaft nicht geschlossen und Treue ist den Elfen nicht wichtig. Um so berühmter sind langfristige Beziehungen unter Elfen, da sie ein Beleg für eine ungewöhnlich starke Liebesbeziehung ist.
Streit zwischen verschiedenen Dörfern ist selten, da sie häufig
miteinander verwandt sind. Zudem gelten Elfen gerechtfertigter Weise als
friedliebend. Dauerhafte Konflikte, die sich nicht unter den Dorfältesten
regeln lassen, werden mit der Hilfe von berühmten und unparteiischen
Weisen entschieden.
An der Spitze der elfischen Gesellschaft stehen der König und die Königin.
Da Elfen keine Ehe kennen, sind beide auch nicht miteinander verheiratet.
Zwischen beiden herrscht keine Aufgabenteilung. Zu ihren Aufgaben gehört
es, in größeren Konflikten aller Art einen „Rat der Weisen“
einzuberufen. Hauptaufgabe der Regenten ist die Repräsentation des
Elfenstaates nach außen. Im Falle eines Krieges sind sie Befehlshaber
der Elfenarmee. Stirbt ein König oder eine Königin, so wählt
der zusammengerufene „Rat der Weisen“ den Nachfolger aus dem
Kreis der über 200 Jahre alten Verwandten des Verstorbenen. Sollte
ein Regent den Anforderungen seiner Position nicht gewachsen sein, was in
der Vergangenheit nur selten der Fall war, kann er auch vom „Rat der
Weisen“ abgewählt werden.
Eine wichtige Rolle im Staat der Elfen besitzen die Weisen. Sie haben sich in den Versammlungen ihrer Dörfer und später bei der Vermittlung von Streitfällen hervorgetan. Sie besitzen ein großes Wissen über die Geschichte und die Natur. Oft reisen sie von Dorf zu Dorf, um ihr Wissen weiterzugeben. Nur diejenigen von ihnen, die ein besonders hohes Ansehen bei der Bevölkerung genießen, werden in den „Rat der Weisen“ eingeladen.
Ein stehendes Heer besitzen die Elfen nicht. Die meisten Elfen können hervorragend mit dem Bogen umgehen. Im Kriegsfalle werden die tauglichen Elfen eingezogen und Söldnerheere angeworben. Hauptziel bei Kriegen ist die Erhaltung des eigenen Lebensraumes. Während eines Krieges steht die Vermeidung von Todesfällen im Vordergrund. Dabei ist das Leben von Elfen wesentlich kostbarer, als das der angeworbenen Söldner.
Elfen selber kennen zwar persönlichen Besitz und respektieren den
von anderen Personen, aber Gegenstände können nur einen persönlichen
Wert besitzen. Das Material an sich ist unwichtig. Die Elfen betreiben,
da sie alles, was sie zum Leben benötigen, in ihrem Wald finden, auch
keinen Außenhandel. Lediglich das Königspaar besitzt einen Schatz,
der hauptsächlich durch den Verkauf von elfischen Kunstwerken entstanden
ist. Dieser wird für die Bezahlung von Söldnern benötigt.
Die Elfen nennen ein enormes Wissen über die Natur ihr Eigen. Auch
Kenntnisse über ihre Vergangenheit sind ihnen wichtig. Die Elfen haben
trotz all ihrer Wissbegier nie eine eigene Schrift entwickelt. Ihr Wissen
geben sie mündlich von Gention zu Generation weiter. Dabei können
sich Elfen auf ihr außerordentliches Gedächtnis verlassen.
Die Elfen sehen sich vor allem als Kinder des Waldes. Elfen lebten wohl schon immer im Wald und sind hervorragend an ihn angepasst. Der Schutz des heimatlichen Waldes und seiner Lebewesen steht im Mittelpunkt des Lebens eines jeden Elfen.
Durch ihr außerordentlich langes Leben haben Elfen ein anderes Lebensgefühl. Sie wissen, dass sie noch ein langes Leben vor sich haben. Deshalb gibt es für sie selten etwas, was sofort erledigt werden muss. So schieben sie Dinge häufig vor sich her und vertreiben sich mit Müßiggang die Zeit. Einen festen und exakten Zeitplan stellen Elfen nie auf, weil sie wissen, dass sie ihn nicht einhalten würden. Ihr bevorzugter Zeitvertreib ist die Kunst. Singen und Tanzen, Dichten und Erzählen bereitet ihnen große Freude. Auch verwenden sie viel Zeit auf Romanzen.
In der Gesellschaft der Elfen sind alle, bis auf König und Königin, gleichberechtigt. Dies gilt auch für Frauen und Männer. Jeder, der sich dafür eignet, kann einmal zum „Rat der Weisen“ gehören. Hierarchien sind, wie besonders stark bei den Menschen und den Zwergen ausgeprägt, bei den Elfen unbekannt. Ein Elf sieht sich als selbständiges, freies Lebewesen. Er ist nicht gewillt Befehle auszuführen oder auch anderen welche zu erteilen.
Elfen besitzen keine Götter und damit auch keine Priester. Sie lehnen Götter auch wegen ihrer Abneigung jeder Art von Obrigkeiten ab. Sie glauben, dass ihre Seele nach dem Tod in einer Art Paradies weiterleben wird. Dieses ist allerdings nur eine Übergangsstation bis zu einer Wiedergeburt. Dabei kann man auch als niederes Tier oder als Pflanze zur Welt kommen. Daher rührt die hohe Achtung vor allen Lebewesen. Auch das Leben von Orks, die ihre Erzfeinde sind, ist ihnen kostbar.
Sie sehen sich selbst jedoch als wertvollste Lebensform an. Das hat viel damit zu tun, dass sie auch objektiv gesehen eine der intelligentesten Rassen sind und in ihrer unübertroffen langen Lebensspanne das Werden und Vergehen so manchen Staates erleben. Während eines Elfenlebens vergehen viele Generationen der anderen Rassen. Somit hat ein Elf durch einen vorzeitigen frühen Tod immer einen größeren Verlust als andere Lebewesen. Ein Elf würde nie sein Leben für ein Mitglied einer anderen Rasse riskieren.
Aufgrund ihrer historischen Erfahrung und weil sie das Leben über alles verehren, bekämpfen sie alle Arten von Untoten. Die Seele des Untoten muss gerettet werden, ansonsten ist keine Wiedergeburt möglich.