
Die mystische Rasse der Feen ist zwar auf Orota jedem Kind bekannt, doch
eine leibhaftige Fee jemals gesehen zu haben, ist den wenigsten Wesen bisher
vergönnt gewesen. Ähnlich wie die Elfen sind Feen durch und durch
magische Wesen.


Da die Feen Meister der Blumenmagie (eine Form der Naturmagie) sind, gelingt es ihnen sogar, selbst in den gefühlskalten Hartschaligen panische Furcht vor dem Sternenbusch zu erwecken.
Feen besitzen eine unglaublich lange Lebensspanne, es gibt Berichte, dass sie über 1.000 Jahre alt werden sollen. Sie sind körperlich schwach und besitzen keine sonderlich gute Kondition. Aus diesem Grund fliegen sie auch höchstens 15 Minuten „am Stück“, danach ist eine Pause von mindestens fünf Minuten vonnöten, damit weitergeflogen werden kann. Dafür sind Feen sehr gewandt, reaktionsschnell und unglaublich charismatisch. Man sagt ihnen nach, dass sie sogar sture Zwerge in ihren Bann schlagen können.
Feen sind durch und durch „gute“ Wesen. Niedertracht, Missgunst, Hinterlist oder gar Hass sind ihnen ein Graus und verursachen starke „Magenschmerzen“ und Übelkeit. Dennoch sind die Feen in der Lage, in Notfällen zu lügen oder die Wahrheit ein klein wenig zu verdrehen, wie sie es selbst lieber bezeichnen. Allerdings ist das Lügen so ungemein anstrengend, dass sie ihre gesamten geistigen Ausdauerpunkte verlieren.
Tja, um den Spielern, die nun meinen, mit einer erschöpften Fee lügen zu können, einen Riegel vorzuschieben, muss an dieser Stelle gesagt werden, dadie Fee mindestens 5 gAP besitzen muss, um überhaupt zur Lüge fähig zu sein. (It’s hard to be good…).
Die Feen sind zwar extrem neugierig und wollen alles wissen, doch sind sie nicht gelassen und ausdauernd genug, dieses Wissen auch sorgsam niederzuschreiben. Aus diesem Grunde gibt es keine klassische Geschichtsschreibung, sondern nur Geschichten über heldenhafte Feen, orotabewegende Ereignisse und ähnliches.
So gibt es beispielsweise eine Ballade über das Erwachen der Hartschaligen. Dieses Ereignis hat das Leben der Feen bis heute nachhaltig verändert. Gab es vor dem Erwachen noch regen Kontakt mit den Menschen in den umliegenden Städten auf Khamsati, zogen sich die meisten Feen, durch ihre Blumenmagie geschützt, nach dem Fall der Städte in den Sternenbusch zurück, wo immer schon ihre Königin lebte.
Heute wagen es nur noch wenige Feen, den Sternenbusch zu verlassen, aus Angst, von den Hartschaligeefangengenommen zu werden. In einem solchen Fall wären die Konsequenzen für die Fee unbeschreiblich.
Wie schon erwähnt, gibt es im Sternenbusch die Feenkönigin. Ihr
Name, der in der Feensprache (Fenya) „Seliakoyanoitanika Hymidatiomada
Lyra“ lautet, in Tell übersetzt soviel wie „Hell leuchtendes
Sternchen“ heißt, wird im ganzen Sternenbusch mit großer
Ehrfurcht ausgesprochen (wenn man es denn schafft). Die meisten Bewohner
des Sternenbuschs, unter ihnen auch die Elfen, gehorchen ihren Befehlen,
da ihr Vorgehen gegen die Hartschaligen immer erfolgreich war und sie aufgrund
ihres sehr hohen Alters von über 800 Jahren als äußerst
weise gilt.
Die Feen kennen keine Familien, sondern sie leben einzelgängerisch
im Wald. Durch nichts wollen sie ihre Freiheit beeinträchtigt wissen.
Dennoch hat die Feenkönigin die Macht, alle Feen im Falle einer Gefahr
mit dem mentalen Feenruf zusammenzurufen. Dieser Ruf wird von der Königin
auch ausgesandt, wenn die „Geburt“ einer jungen Fee bevorsteht.
Dann versammeln sich die Feen rund um den Feenbaum der Königin.
Mit dem Feenbaum, eine außerhalb des Sternenbuschs nicht vorkommende Baumart, hat es eine ganz besondere Bewandtnis: man könnte den Baum den Gatten der Feenkönigin nennen. Alle 20 Jahre blüht er und wird anschließend von der Feenkönigin bestäubt (ja, so wie bei den Blumen und den Bienchen, genau so!). Nach einer Reifezeit von einem halben Jahr sind die Früchte (maximal drei) reif. Sie haben in etwa die Form von Eicheln, sind jedoch bedeutend größer (etwa 15 cm). Die Königin wählt unter den übrigen Feen die „Mütter“ der Früchte aus. Die Wahl der Mütter erfolgt danach, welche Leistungen eine Fee bisher erbracht hat und wie sie bisher die Rolle einer Feenmutter bestanden hat. Die Mütter öffnen der Reihe nach die Früchte. Wie nicht anders zu erwarten, befindet sich innerhalb der Frucht jeweils eine etwa 10 cm große Fee (in ganz seltenen Fällen gibt es sogar Zwillinge, das ist immer ein gewaltiges Fest).
Die jungen Feen werden von ihren Müttern mitgenommen und „großgezogen“,
wenn man 20 cm groß nennen kann. Sie lernen alles, was eine junge
Fee wissen muss, bekommen eine Einführung in die Blumenmagie und werden
nach etwa 56 Jahren „entlassen“, dann nämlich gelten sie
als erwachsen.
Stirbt die Königin, so wird die erfolgreichste Mutter ihre Nachfolgerin
und erbt den Baum, auf dass das Geschlecht der Feen niemals aussterben möge.
Wie bereits zuvor angemerkt, lieben die Feen ihre Freiheit über alles. Zudem sind sie keine Kostverächter. Sie ernähren sich in erster Linie von süßen Früchten und leckeren Blüten. Es gibt sogar im Sternenbusch Pflanzen, die so große Blüten besitzen, dass eine Fee hineinkriechen und sich am Nektar laben kann.
Aufgrund ihres Charakters und ihrer Erziehung fällt es Feen außerordentlich schwer zu lügen. Diesen Vorgang können sie nur mit äußerster Willensanstrengung durchführen. Lügt eine Fee, so erschöpft sie sich durch diesen Vorgang, d.h. sie verliert alle gAP.
Gelegentlich kommt es vor, dass sich eine Fee so sehr langweilt, dass sie
trotz aller Gefahren den Sternenbusch verlässt. So gibt es in der letzten,
den Menschen und anderen Rassen noch verbliebenen Stadt im Hartschaligenland,
Rob, einige Feen. Dort ist ihre Gegenwart ein Zeichen der Hoffnung, und
der Kampf gegen die Hartschaligen wird mit erneuter Kraft fortgeführt.
Andere Feen schlagen sich über die Nezutam-Seen durch in Richtung Kap
Tellet, um von dort aus die Inseln zwischen L’Feüd und Khamsati
zu erreichen.
Einige ganz wenige, mutige Feen schaffen es sogar, die Réré-Jémé-Sümpfe
zu erreichen, um von dort aus per Schiff nach Seloc oder L’Feüd
gebracht zu werden.
Wie viele Feen bei diesen Abenteuern ums Leben gekommen sind, ist schwer abzuschätzen. Über gefangene Feen bei den Hartschaligen gibt es jedoch die übelsten Gerüchte.