Rassen Orotas: Halblinge

Halbling von Dirk Sitte
Halblingsabenteurer
Hibbel Tophip

Volksspezifische Merkmale

Tja, was soll man über die Halblinge berichten? Wie der Rassenname, der von den Menschen geprägt wurde, aussagt, sind sie etwa halb so groß wie ein durchschnittlicher Mensch. Ihre Gesichter sind recht breit und sehen irgendwie gemütlich aus.

Auch ein Doppelkinn ist das typische Merkmal für einen Halbling. Männliche Halblinge tragen bevorzugt sehr sorgfältig gestutzte Bärte, die Frauen lieben dagegen den reichlichen Gebrauch von Schminke und Parfum.

Die meisten Halblinge haben braune Haare und Augen in der gleichen Farbe. Schwarzhaarige Halblinge gelten aus ausgesprochene Rarität und sind beim anderen Geschlecht begehrte Partner.

Aufgrund ihrer großen Liebe zum Kochen haben alle Halblinge einen ausgezeichneten Geruchs- und Geschmackssinn. Im Gegensatz zu den Zwergen besitzen sie eine deutlich geringere Körperkraft. Diesen Mangel gleichen sie jedoch durch ihre geradezu unglaubliche Flinkheit aus. Ihre Fingerfertigkeit ist phänomenal, so dass die schönsten Kunstwerke häufig aus Halblingproduktion stammen.

Halblinge würden so alt wie Menschen werden, aufgrund ihres sehr hohen Tabakkonsums wird ein Halbling jedoch selten älter als 45 Jahre. Erstaunlich ist die unglaubliche Regenerationsfähigkeit von ihnen. Wunden verheilen doppelt so schnell wie bei allen anderen Rassen. Ebenso berühmt ist ihre Immunität gegen die meisten Gifte und Krankheiten. Bei einem Gift jedoch, dem Alkohol, scheint diese Immunität jedoch schmählichst zu versagen. Nach einem Bier ist der normale Halbling stark angeheitert, nach zwei besoffen und nach drei Bieren liegt der gemeine Halbling beinahe im Koma. Es soll jedoch einige Halblinge geben, die durch tägliches Training sogar drei Gläser Bier trinken und immer noch laufen können. Diese Halblinge sind jedoch die absolute Ausnahme. Da ihnen also diese Art des Rausches verwehrt bleibt, sind sie zum Rauchen übergegangen. Beinahe alle Halblinge rauchen Pfeife und verwenden ihren eigenen, hervorragenden Halblingstabak. Mit Hilfe bestimmter Tabaksorten ist es ihnen sogar möglich, körperliche Grenzen zu überschreiten und etwas ähnliches wie Magie zu wirken. Wie dieses Verfahren jedoch funktioniert, ist ein Geheimnis, das kein Halbling jemals an einen Nichthalbling verraten würde.

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Die Geschichte

Die Halblinge des Graubtales besitzen eine hervorragende Geschichtsschreibung. Kein Ereignis ihrer mehr als 10.000jähriger Geschichte ist nicht niedergeschrieben worden. Leider war es Sitte der Geschichtsschreiber, keine Jahreszahlen zu benutzen (die waren den Halblingen unbekannt). Die wichtigen Ereignisse wurden einfach hintereinander ins »große Buch« des Papiermachers eingetragen. Jeder Halbling konnte für sich entscheiden, welches Ereignis er für wichtig hielt und in das große Buch schrieb. Aus diesem Grund stehen Tausende Geschichten und Geschichtchen im Buch, das meiste davon für ordentliche Geschichtsschreiber nicht zu gebrauchen. Bis zum heutigen Tag hat das große Buch mehr als 4.300 Bände, wobei jedes von ihnen um die 200 Seiten besitzt. Alle Bände lagern im Haus des Papiermachers und werden nur in Ausnahmefällen aus ihrem Dornröschenschlaf geholt, um sie vor den Zerfall zu schützen.
Der erste Halbling (zumindest im Graubtal) begann vor etwa 10.000 Jahren mit der Niederschrift der Geschichte, als er das Papier erfand und eine Verwendung dafür suchte. Da die ersten Halblinge relativ abgeschieden im Graubtal (einem fruchtbaren Tal der Windikusberge im Gebirge von Vya) lebten, hatten sie nur geringen Kontakt mit Nichthalblingen. Die Trolle waren ihnen viel zu groß, sie gingen ihnen also viel lieber aus dem Weg. Die Zwerge hingegen hatten ungefähr ihre Größe und legten großen Wert auf Handel. Das war ganz nach dem Geschmack der Halblinge und sie lebten in großer Harmonie mit ihnen. Die Zwerge hausten in den Bergen (wo sie sich nicht hineintrauten, weil es so dunkel ist) und die meisten Halblinge in großen, hellen Hütten (mit vielen Fensteröffnungen, damit der Pfeifenrauch abziehen kann).
Erst als vor 2.200 Jahren die Drachen auch die Windikusberge heimsuchten, erhörten sie die Bitten der Zwerge, sich dem Heer der Menschen anzuschließen. Einige wenige von ihnen überlebten die gewaltige Schlacht und kehrten zu ihren Familien ins Tal zurück. Andere von ihnen, die keine Familie hatten, zogen zu den Menschen in die Städte, um dort Handel zu treiben (darin sind sie besser als alle anderen Rassen). Dritte wiederum hatte die Abenteuerlust gepackt und suchten nach neuen Orten, um weitere Täler zu besiedeln. So siedelten viele von ihnen in der Nähe des Kuhfladens, einem relativ flachen Berg im Südosten L’Feüds. Heute trifft man in vielen Städten und in den meisten größeren Gebirgen auf Halblingansiedlungen.

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Gesellschaftsstruktur

In der Halblinggesellschaft ist die Familie der entscheidende Regierungsfaktor. Es gibt keine Könige, keine Politiker und auch sonst keine Regierung. Alle wichtigen Entscheidungen werden von den drei ältesten Personen innerhalb einer Halblingsfamilie getroffen. Geht es um Entscheidungen für das ganze Dorf, so entscheiden die drei Ältesten der drei größten (sprich: halblingsreichsten) Familien. Solche wichtigen Entschlüsse sind jedoch äußerst selten, in sämtlichen 4.300 Büchern kommt solch eine Abstimmung weniger als 55 mal vor.
Man sagt, dass Halblinge sich wie die Karnickel vermehren. Diese Aussage stimmt sogar, da es ein Zeichen von Wohlstand ist, möglichst viele Kinder zu haben. In einigen kleineren Halblingsdörfern ist teilweise ein regelrechter Wettstreit ausgebrochen, wer denn nun die kinderreichste (und somit größte) Familie im Dorf ist.
Es kommt bei Halblingen extrem selten vor, dass Verbrechen geschehen, da fast alle von ihnen eine intakte Kindheit erlebten und die Geborgenheit einer Familie besitzen. Wird jedoch ein Verbrechen verübt, so dauert es in der Regel nur wenige Stunden oder Tage, bis der Täter gefasst wurde, da sein Verhalten gegenüber der Familie sich natürlich verändert hat. Ja, Halblinge besitzen ein Gewissen.
Die meisten Ehen zwischen Halblingen sind geplante Konstrukte der Eltern. Schon während der Kindheit werden mögliche Ehepartner ausgesucht, die dann den Kindern als Spielgefährten „untergeschoben“ werden. Daher kennen sich die Eheleute in der Regel von Kindesbeinen an. Stellen die Eltern fest, dass das zukünftige Paar nicht zusammen passt, so nimmt man Rücksicht auf die Kinder und organisiert um. Scheidungen sind nicht sehr häufig, auf 100 Eheschließungen kommen etwa 10 Scheidungen, die völlig unkompliziert verlaufen. Die Frau kehrt mit den männlichen Kindern in ihre Familie zurück, der Mann mit den Töchtern dagegen in seine. So wird alles gerecht verteilt, ebenso wie der Besitz.

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Lebensgefühl

Das größte Glück eines Halblinges liegt darin, mit einem satten Gewinn aus einem Handel hervorzugehen. Diese Fähigkeit entwickelten sie, nachdem sich während des Drachenkrieges ihre herausragenden logistischen Fähigkeiten herauskristallisierten. Andere von ihnen sind hervorragende Landwirte, Künstler und Handwerker, die aus allen Gaben der Natur nützliche und wertvolle Dinge hervorzaubern. Alles, was die Natur den Halblingen schenkt, ist ihnen heilig. Dennoch zögern die Halblinge nicht, der Natur ein wenig nachzuhelfen, damit diese schneller und mehr „schenkt“.
Am Abend eines erfolgreichen, arbeitsreichen Tages in den Schoß der Familie zurückzukehren und dort ein Pfeifchen zu schmauchen, das ist das richtige Leben für einen Halbling.

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
Bild "Halblingsabenteurer" von Dirk Sitte
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