
Die Kelkuris, die von den Menschen verächtlich „Die Frösche“
genannt werden, tragen diesen Namen nicht zu unrecht. In der Tat gleicht
ihr Aussehen denen von Fröschen.
Ihre Augen befinden sich seitlich und relativ weit oben an ihrem Kopf und
stehen weit hervor. Ihre Beine sind zudem zweimal so lang wie ihr Oberkörper
samt Kopf. Die Arme eines Kelkuri enden in großen, sehr kräftigen
Händen, deren vier Finger lang und geschmeidig sind.
Mit Hilfe ihrer Augen sind sie in der Lage, auch nach hinten zu schauen,
ohne sich umdrehen zu müssen. Dabei können sie das linke und das
rechte Auge unabhängig voneinander steuern und jeweils ein dreidimensionales
Bild empfangen. Ihre langen muskulösen Beine befähigen einen Kelkuri,
Sprünge bis zu 15 Metern zurückzulegen, ohne größere
Anstrengung.
Ihre Größe von etwas über zwei Metern macht sie zu gefürchteten
Kämpfern, nur ihre relativ langsamen Reflexe und ihr etwas stumpfsinniger
Geist verhindern es, dass sie zu Meisterkämpfern werden.
Kelkuris werden bis zu 40 Jahre alt, im Alter von 8 Jahren sind sie voll ausgewachsen. Ihre geistige Entwicklung ist mit 14 Jahren abgeschlossen.
Ihr Hauptsiedlungsgebiet liegt am Westrand der Gulcias, sie bevorzugen die Savannengebiete von Seloc. Hauptstadt der Kelkuris ist Mossa, sie wird von etwa 5.000 Kelkuris bewohnt.
Die Kelkuris kennen ihre Vergangenheit sehr genau. Dadurch, dass sie Jahrhunderte
lang relativ abgeschieden lebten und von keinen anderen Rassen verfolgt
oder bedrängt wurden, konnten sie eine eigene Hochkultur aufbauen,
ohne groß zu expandieren.
In ihrer Hauptstadt Mossa errichteten sie schon sehr früh den sogenannten
Hidunistempel, der dem Gott der Schrift, Hidunis, geweiht ist. Dieser Tempel
besteht aus einer riesigen, terrassenförmigen Pyramide, in deren Seitenwänden
die Historie der Kelkuri von den Priestern des Hidunis eingraviert wurde
und auch heute noch wird. Im Tempel selbst lagern in unzähligen Räumen
und Hallen Tausende von Rindentexten, auf denen sämtliche Vorgänge
im Staat niedergeschrieben wurden. So kann der Hohepriester nachvollziehen,
wann welcher Bauer wie viel Steuern gezahlt hat, wann welche Kinder geboren
wurden usw.
Bis heute führten die Kelkuris noch keinen Krieg mit anderen Rassen,
ihre abgeschiedene Lage verhinderte dies. Untereinander führten die
größeren Städte sehr lange äußerst verlustreiche
Kriege gegeneinander, bis sich Mossa als Hauptstadt durchgesetzt hatte.
Vor genau 247 Jahren erreichten wagemutige szothische Seefahrer die Küste der Gulcias, die sofort einen regen Handel zwischen diesen beiden Rassen initiierten. Vor 113 Jahren entdeckte der menschliche Forscher Rollo Arstorf das Gemeinwesen der Kelkuris und brachte das Wissen nach Sibatan, woraufhin immer wieder waghalsige Händler ins Gebiet der Kelkuris aufbrachen, um mit ihnen Handel zu treiben. Der dichte Dschungel von Gulcias verhindert jedoch einen regen Handelsverkehr. Da die Szoths den Seeweg kontrollieren, findet kein Seehandel zwischen Menschen und Kelkuris statt.
Die Gesellschaft der Kelkuris wird durch ihren extremen Ordnungssinn und
der daraus resultierenden Bürokratie geprägt. An der Spitze des
kelkurischen Staates steht der Hohepriester des Tempels von Telpet, er regelt
alle staatlichen Belange. In allen Dörfern stehen ebenfalls Tempel
oder Schreine von Telpet, wobei deren oberste Priester das Dorfoberhaupt
stellen.
Grundsätzlich gibt es in der kelkurischen Gesellschaft für jede
Aufgabe eine eigene Gottheit, wobei der Herrschaftsgott Telpet und die Fruchtbarkeitsgöttin
Fraia die höchsten Gottheiten darstellen.
Die kelkurische Familie tritt meistens in Großverbänden auf,
nicht selten leben 15 bis 20 Mitglieder unter einem Dach. Die Erziehung
der Kinder wird von den Priestern der unterschiedlichen Tempel wahrgenommen,
damit jedes Kind zumindest Lesen und Schreiben lernt.
Es gibt keine Scheidungen unter den Kelkuris, da ein Paar, das sich findet,
bei der Hochzeitszeremonie durch einen Priester der Fraia so aneinander
gebunden wird, dass kein kelkurischer Wille diesen Bund lösen kann.
Die meisten Kelkuris leben vom Fischfang oder von der Landwirtschaft, insgesamt
stellt der kelkurische Staat ein blühendes Gemeinwesen dar.
Jeder Kelkuri hat von klein an gelernt, Regeln zu gehorchen und diese nicht
zu hinterfragen. Die Anweisungen einer vorgesetzten Person, sei es eines
Priesters oder eines ranghöheren Anführers, würde ein Kelkuri
niemals in frage stellen. Skeptizismus, Widerwille oder andere, bei vielen
Rassen weit verbreitete Wesenszüge, sind den Kelkuris völlig fremd.
Ein Befehl wird selbstverständlich genauestens ausgeführt, da
dieses Vorgehen den Lob Telpets bringt. Telpet ist in solchen Fällen
großzügig mit Belohnungen, im Falle von Ungehorsam aber auch
unbeugsam und grausam.
Die meisten Kelkuris sind mit ihrem Leben durchaus zufrieden. Das Ziel
eines jeden Kelkuris ist es, in der Gunst der Götter möglichst
hoch zu steigen.
Je nach Glaube an Telpet, Fraia oder Hidunis erlangt der gemeine Kelkuri
die Fähigkeit, Wunder zu wirken. Diese Wunder drücken die Dankbarkeit
der Götter für den unbeugsamen Glauben der Kelkuris an sie aus.