
Die menschliche Rasse ist geprägt durch die Fähigkeit, sich
beinahe jeder äußeren Bedingung – sei es Klima oder konkurrierende
Lebensformen – anzupassen. Die Menschen Orotas haben sich auf alle
Kontinente ausgebreitet und stellen dort die dominierende Rasse dar.
Die menschliche Rasse besitzt außerdem die Fähigkeit, flexibel
auf sowohl göttliche als auch auf orotische Magie zu reagieren. Außerdem
sind die Menschen in der Lage, in relativ kurzer Zeit viele Nachkommen zu
zeugen.
Von allen Rassen stellt die Menschenrasse einen Durchschnitt dar. Menschen
besitzen durchschnittliche körperliche und geistige Fähigkeiten.
Bei den Sinnen findet man bei den Menschen nur sehr selten Besonderheiten
wie Nachtsicht oder ähnliches.
Die Körpergröße der Menschen liegt bei etwa 170 cm, das
Körpergewicht bei 65 kg, wobei selbstverständlich Abweichungen
nach oben und unten vorkommen. Die Männer sind in der Regel etwas größer
und kräftiger als die Frauen, was sich jedoch eher im Gewicht als in
der Körperkraft niederschlägt.
Etwa 70% aller intelligenzbegabten Wesen auf den bekannten Kontinenten sind
Menschen, die mit einem deutlich unterscheidbaren Aussehen und einer von
schwarz bis weiß und in allen Rotbraunschattierungen differenzierten
Haut- und Haarfarbe daherkommen. Bei den Augenfarben dominieren blau und
braun, selten kommt grün oder sogar rötlich vor.
Von den typischen Vertretern der menschlichen Rasse haben sich im Laufe
der Jahrtausende Stämme abgespalten, die aufgrund ihrer Besonderheiten
durchaus als eigene Rasse angesehen werden können. Zu diesen Völkern
gehören die Amazonen , die auf der Insel Espera (gehört zum Kontinent
Seloc) zu Hause sind und die Barbaren, deren Hauptsiedlungsgebiet in den
kalten Regionen L’Feüds und Khamsatis liegt.
Typisch für die Menschen sind die vielen Sprachen und Götter,
die von den Menschen gesprochen bzw. angebetet werden.
Die Geschichte der Menschen ist niemals aufgeschrieben worden. Dennoch
existieren bei den vielen auf Orota lebenden menschlichen Gemeinschaften
Geschichten, die im Kern immer wieder vom gleichen Sachverhalt erzählen:
Die Menschenreiche auf Seloc waren lange Zeit unbedeutend und untereinander
stark zerstritten. An ihrer Spitze standen in der Regel Könige, die
meistens eine zentrale klerikale Position einnahmen. Die im Süden am
Rande des Elfenwaldes lebenden Menschen strebten anfangs eine harmonische
Beziehung zu den darin lebenden Elfen an, da diese in der Anwendung der
Magie deutlich überlegen waren. Einige der Menschen wurden damals sogar
von den Elfen aufgenommen und in der Kunst der Magie unterrichtet. Dies
war der Anfang menschlicher Magie, die unabhängig war von der Gnade
der Götter.
Während einer langen Phase der Stagnation und der Kriege untereinander
gelang es einem äußerst redegewandten Magier, große Teile
des einfachen Volkes sowie Teile des Adels für sich zu gewinnen. Das
erste von vielen Königreichen und Fürstentümern fiel unter
dem Ansturm seiner aus Bauern und Leibeigenen bestehenden Armee. Immer schneller
wuchs sein Reich, zumal seine Magie in dem Maße zunahm, wie die Menschen
zu ihm aufblickten.
In nicht einmal 22 Jahren hatte er alle Menschenreiche in Seloc unter seiner
Hand vereint… die Zeit des Gottmagiers Belmedics brach an.
Zu jener Zeit kam es immer mehr zu Reibereien mit den Elfen des Elfenwaldes,
da die Menschen zu Kriegszwecken große Mengen Holz benötigten.
Da die Elfen durch ihren Krieg gegen die Yektozi sehr stark geschwächt
waren und sich weigerten, Magie anzuwenden, wurde das Elfenheer in der Schlacht
von Cerveja vernichtend geschlagen. Die elfische Königsfamilie konnte
durch eine kluge List entkommen und in den Norden nach Ängd fliehen.
Nach dieser äußeren Bedrohung wandte sich Belmedic den inneren
Feinden zu. Um gegen die Elfen bestehen zu können, hatte er Magierschulen
gegründet, in denen Zauberer ausgebildet wurden. Diese Schulen ließ
er schließen und die Magier der Magie abschwören. Viele von ihnen,
die das nicht wollten, flohen nach Norden und ließen sich jenseits
des W’Torek nieder. Der innenpolitische Erfolg währte jedoch
nicht lang. Die Macht, die Belmedic aufgrund seiner Göttlichkeit als
oberster Priester vieler verschiedener Orden und Glaubensrichtungen erhalten
hatte, verlangte ihren Tribut. Viele der Götter, die ihn unterstützt
hatten, forderten nun ihren Lohn. Tempel und Anbetungsstätten wurden
gefordert. Das alles überstieg seine Möglichkeiten, so dass er
begann, verschiedene Glaubensrichtungen zu verbieten und zu beseitigen.
Die verbotenen Kulte wehrten sich, die Aufstände nahmen zu. Gerade
die Verderberkulte, die von den Verboten zuhauf betroffen waren, vereinigten
sich. Nachdem sie bei denen im Untergrund tätigen Magier Unterstützung
gefunden hatten, bildeten sie einen eigenen Staat mit einem eigenen Gottmagier.
Die Gunst der Stunde nutzend spalteten sich andere Gebiete, die sich gegen
die zu strenge Herrschaft und den sehr zentralistischen Bestrebungen wehrten,
ab. Es gab einen großen Bürgerkrieg, den der Nachfolger Belmedics
– Balior – gewinnen konnte.
Balior hatte seinen Fürsten und den hochrangigen Priestern jedoch etliche
Zugeständnisse machen müssen. So erlaubte er den Fürsten
selbst zu entscheiden, ob und welche Form der Magie erlaubt sei. Zudem trat
er als Oberpriester vieler Kirchen und Glaubensgemeinschaften ab. Der Verbot
für Verderberkulte blieb jedoch bestehen.
Vom ehemals blühenden Großreich ist heute nur noch ein kümmerlicher
Rest auf Seloc zurückgeblieben – Bawul, Aleta und Sibatan.
Die nach L’Feüd geflüchteten Magier errichteten schnell
einen eigenen Staat, da sie auf nur geringen Widerstand seitens der dort
lebenden Orks stießen. Die Besiedlung ging zügig vonstatten,
man drang immer weiter nach Norden vor.
Es entstanden das von friedliebenden Magiern regierte Varmland im Süden
L’Feüds und das von Kasten geprägte Ljumland. Erst im nördlich
davon gelegenen Kullig verlangsamte sich die Besiedlung, da der Rückzug
der Orks ins Stocken geriet.
Einige kluge Schwarzmagier sahen die Chance, zwei Probleme auf einen Schlag zu lösen und reisten in das Land der Orks. Dort beeindruckten sie die Anführer der Orkclans mit ihrer Magie und überredete sie, mit ihnen gegen die Elfen zu ziehen, die jenseits des Fjäll-Gebirges im äußerst fruchtbaren Ängd lebten. Nach kleineren und erfolgreichen Scharmützeln mit denen im Fjäll lebenden Zwergen erreichte man das Ängd und griff die Elfen an. Die Schwarzmagier hatten die Hoffnung, dass sich Elfen und Orks gegenseitig aufreiben würden und anschließend keine Gegner mehr für die Menschen darstellen würden. Für alle überraschend verbündeten sich Elfen und Zwerge und besiegten das Heer aus Schwarzmagiern und Orks.
Nach dieser Niederlage schwand die Macht und der Einfluss der Schwarzmagier
sehr schnell und es stellte sich eine Pattsituation zwischen Menschen, Orks
und Elfen ein.
Kullig als ehemaliges Land der Schwarzmagier wurde zu einem Königreich,
in dem Magiergilden eine Stütze des Staates darstellen, die Anwendung
schwarzer Magie jedoch streng verboten ist.
Als Kullig den Elfen gegen eine drohende Niederlage gegen die Orks zur Hilfe
kommt, indem die Armeen Kulligs den Orks trotz gegenteiliger Zusagen in
den Rücken fällt, werden die Karten auf L’Feüd neu
gemischt. Ein Bündnis zwischen Elfen und Menschen entsteht. Der alte
Frieden zwischen Orks und Menschen zerbricht.
Weitere Staaten im Nordosten L’Feüds entstehen. Während
der Krieges zwischen den Schwarzmagiern, den Orks und den Elfen überqueren
erste wagemutige Seefahrer das Antame Meer und erreichen etliche Inseln
und anschließend einen neuen Kontinent: Khamsati.
Nach der Entdeckung wurden sowohl die Inseln als auch Khamsati selbst zügig
besiedelt. Nach Jahrhunderten des Friedens und der Freude brach das Unglück
über die Menschen Khamsatis herein: gewaltige Insekten überschwemmten
die weiten Steppen und Weiden und machten alles nieder, was sich ihnen in
den Weg stellte. Keine Menschenstadt Khamsatis überstand diesen Angriff.
Nur Rob, eine auf einer Insel gelegene Stadt wurde von den Insekten –
den Hartschaligen – nicht angegriffen sowie die nördlich des
Gränsär-Gebirges liegenden Gebiete.
Das war vor vielen hundert Jahren. Wie die Geschichte der Menschen weitergeht, liegt an euch…
Bei den Menschen existieren in der Regel Familienstrukturen, die durch
den gemeinsamen Existenzkampf geprägt sind.
Während die Frau für die Kinder und das Haus sorgt, bringt der
Mann das Geld nach Hause. Viele Kinder sind in vielen Regionen ein Zeichen
für das Wohlwollen der Götter, weshalb in der Regel vier und mehr
Kinder geboren werden.
Je nach Aufbau des Gemeinwesens gibt es einen Ältestenrat, einen König
oder Oberpriester, der die Menschen führt und die Regeln vorgibt.
Auf einen Nenner gebracht: alles was Mensch sich vorstellen kann, ist irgendwo
sicherlich verwirklicht worden…
Mensch zu sein heißt: um das Überleben zu kämpfen. Zu diesem
Zweck sind alle Mittel erlaubt… nur erwischen lassen sollte man sich
dabei nicht.
Viel Geld – hohes Ansehen – Macht – das sind die Ziele
der meisten Menschen. Wer sollte sie ihnen verübeln?