
Die Nephiden sind eine sehr zurückgezogen lebende Rasse auf Orota,
wobei die Siedlungen fast ausschließlich auf Seloc zu finden sind.
Die größte und bedeutendste Nephidenstadt liegt im Ferreo, einem
äußerst vulkanisch aktiven Gebirge nördlich von Neph. Eine
weitere, kleinere Population findet sich in den Fogo auf Espera, den Pedra
auf Renome und an den Hängen des Cascada im Cascalho-Gebirge.
Nephiden sind eine äußerst robuste, dabei jedoch überraschend
geschickte Rasse. Dabei sind sie extrem impulsiv und dabei sehr leicht beeinflussbar.
Da sie in unmittelbarer Nähe von Vulkanschloten zu hause sind, haben
sie sich dem dort vorherrschenden Temperaturen körperlich angepasst,
ihre Haut ist fast feuerfest, ihre Augen haben sich an die Hitze und Dunkelheit
gewöhnt und können feinste Temperaturunterschiede wahrnehmen.
Die Geschichtsschreibung der Nephiden existiert erst seit etwa 150 Jahren. Vor dieser Zeit existierten viele nephidische Familien, die mehr oder weniger nebeneinander her lebten. Es kam in dieser „Zeit des Feuers“ immer wieder zu extremen Gewaltausbrüchen zwischen den Familien, wobei es dabei meistens um Kämpfe um die heißesten Lavaadern ging. Da diese Kriege mit aller Härte geführt wurden, starben tausende. Die Überlebenden lebten jedoch nicht in Frieden miteinander weiter, sondern der Hass der Unterlegenden forderte immer wieder hohen Tribut unter den Siegern. Kein Nephide war bereit, seine Niederlage zuzugeben und zu akzeptieren.
Im Jahre Null der nephidischen Zeitrechnung (0 N., z.Z. schreiben wir das
Jahr 156 N.) übernahm die Schule der Philosophen von Ferr, die Macht
über die ungestümen Nephidenschmiede, die sich bis auf wenige
100 gegenseitig ausgerottet hatten. In dieser Philosophenschule kamen alle
Nephiden zusammen, die für die Arbeit als Vulkanschmied nicht geeignet
waren. Sie lebten in ihrer eigenen Welt und suchten nach dem Sinn des Lebens.
Als sie erkannten, dass das Leben um sie herum sich selbst vernichtete,
schritten sie ein und übernahmen alle großen und wichtigen Vulkanadern.
Alle Überlebenden wurden gezwungen, in die Philosophenschule von Ferr
zu gehen, um dort über das Leben zu lernen. Dort wurde ihnen ihr eigener
Wille mit Hilfe von psychologischen Tricks genommen, ihre Individualität
zerstört.
Die Philosophen erhoben das radikal logische Denken zum Ideal, sämtliche
Gefühle müssen zugunsten der Gesellschaft unterdrückt werden.
Man kann sich denken, dass ein Teil der Nephiden sich gegen diese Behandlung
sträubte, diese verschwanden spurlos oder schafften es, in die Pedra
ins Exil zu flüchten.
In den Ferreo und den Fogo herrscht bis heute die Schule der Philosophen.
Man kann feststellen, dass heute ein Aufblühen der nephidischen Gesellschaft
stattgefunden hat.
Mit Hilfe ihrer Psychotricks schaffen die Philosophen es, die Kontrolle
zu behalten, zudem die alte Nephidengeneration ausgestorben ist und alle
jüngeren Nephiden im radikal logischen Denken erzogen worden sind.
Die beiden größten Nephidenzentren Ferreo und Fogo werden von den Philosophen kontrolliert. In jeder Nephidensiedlung, die sich alle in der Nähe großer und extrem heißer Lavaquellen befinden, gibt es eine kleine Abteilung der Philosophenschule von Ferr, die alle jungen Nephiden in Logik und Philosophie unterrichten. Kein junger Nephide hat das Recht, daran nicht teilzunehmen, faule oder störrische Jugendliche werden so lange psychisch gefoltert und von seiner Familie und seinen Freunden isoliert, bis sein Widerstand gebrochen ist. Dadurch ist den meisten Nephiden das radikal logische Denken ins Blut übergegangen, impulsive Regungen sind sehr selten und erscheinen unnatürlich („faszinierend...“; O-Ton Nephide Sogokk). Ferreo- bzw. Fogo-Nephiden handeln in erster Linie mit den Bewohnern Nephs, in erster Linie Menschen, wobei der Handel absolut von den Philosophen kontrolliert wird.
In der „Rebellenkolonie“ auf Renome, in den Bergen von Pedra,
hat sich ebenfalls im Laufe der 150jährigen Spaltung eine eigene Gesellschaftsstruktur
entwickelt. Es bildete sich ein Rat (aus den wenigen Überlebenden),
der die Verteilung der Lavaquellen regelt. Dieser Rat will den Philosophen
von Ferr beweisen, dass auch ihre Staatsform überlebensfähig und
zudem viel besser als der brutale Zwang nach absoluter Logik ist. Sie haben
ein kleines Handelsmonopol mit herausragenden Schmiedearbeiten für
den Süden Selocs errichtet, ihre Waffen und Rüstungen sind bekannt
bis weit über Fosa hinaus. Die Pedra-Nephiden verkaufen ihre Waren
an die Menschen und Halblinge von Renome, die sie dafür im Gegenzug
mit Nahrung und Kleidungsstücken versorgen. So können sich die
Pedra-Nephiden ganz auf ihre liebste Arbeit konzentrieren: dem Schmieden
herausragender Waffen.
Gelegentlich kommt es immer wieder zu Gewaltausbrüchen, doch der Rat,
der über eine kleine Nephidenarmee verfügt, schafft es meistens,
die Streitigkeiten zu regeln, ohne dass viel Blut vergossen wird.
In der nephidischen Gesellschaft leben die einzelnen Mitglieder meistens in Kleinstfamilien zusammen, im Alter von 14 Jahren müssen die jüngeren Kinder zusehen, dass sie ihre eigene Vulkanader bekommen, das älteste Kind erbt in der Regel die Ader der Eltern. In den Ferreo und Fogo wird diese Verteilung der Quellen von den Philosophen vorgenommen, in den Pedra suchen sich die Jungschmiede neue Quellen, in wenigen Fällen kommt es dabei zum Streit, der dann vom Rat geschlichtet wird.
Die Nephiden sind Schmiede mit Leib und Seele. Sie schmieden den Stahl
direkt mit der Hitze des großen Erdenfeuers, wodurch sie in der Lage
sind, härtesten Stahl und seltenste Legierungen zu schmieden. Bei allen
Rassen Orotas (selbst bei den Zwergen) wird ihre Schmiedekunst als unübertroffen
angesehen, die mächtigsten und schönsten metallischen Artefakte
stammen fast ausschließlich aus nephidischer Produktion.
Die meisten Nephiden vergessen neben dem Schmieden andere für das Leben
(und Überleben) wichtige Dinge. Sie sind glücklich, an der eigenen
Vulkanader mit dem Partner oder allein nach Metallen zu suchen und in wunderschöne
Kunstwerke zu verwandeln.
Einige wenige Nephiden hingegen haben sich ganz der Philosophie verschrieben,
meistens aus Alters- oder körperlichen Gründen.
Fast alle Nephiden sind in der Lage, sich körperlich gut zu verteidigen,
es gibt jedoch kaum klassische Krieger. In letzter Zeit kann man in den
Ferreo und Fogo beobachten, dass einige junge Nephiden Zugang zu arkanem
Wissen suchen. Sie haben die heimatlichen Berge verlassen und sich in Magiergilden
eingeschrieben, um dort die Kunst des magiebegabten Schmiedes zu erlernen.