
Die Pedrusianer (oder auch Paddies genannt) sind Dschungelbewohner von Seloc. Sie haben keine Sprach- oder Riechorgane, wohl aber große Ohren (seitlich am Kopf) und Augen. Ihr zentrales Organ stellt ihr 50 cm langer Rüssel dar, der in einer kreisförmigen Scheibe endet. An dieser Scheibe sind die unzähligen Zähne kreisförmig angeordnet. Die Pedrusianer sind in der Lage, diese Zähne irisartig zusammenzuziehen.
Die ernähren sich hauptsächlich von Holz, wobei sie weiche Hölzer bevorzugen, die sie mit Hilfe ihres Rüssels abfräsen und die Späne in ihre 17 Mägen saugen, wo es zersetzt und anschließend verdaut wird.
Ein weiteres typisch pedrusianisches Merkmal sind die Hände. So haben die Pedrusianer zwei davon, mit jeweils sechs Fingern, wobei jeder Finger fünf Gelenke, der Daumen nur drei Gelenke besitzt. Da die Pedrusianer keine Sprachorgane besitzen, verständigen sie sich mit Hilfe ihrer Hände, sie haben im Laufe ihrer Entwicklung eine ungeheuer komplexe Zeichensprache entwickelt.
Traut man den neueren Untersuchungen über diese Rasse, so werden Pedrusianer in der Regel zwischen 80 und 120 Jahre alt, je nach Qualität ihrer Ernährung. Von ihr hängt ebenfalls die durchschnittliche Größe des gemeinen Pedrusianers ab. Im Schnitt wird er einen Meter und 50 Zentimeter groß.
Die Pedrusianer, die sehr früh eine Schriftsprache entwickelten, haben nach der Vernichtung der Yektozi durch die Elfen begonnen, ihre eigene Geschichte aufzuschreiben. Vor etwa 8.000 Jahren, so besagt die Chronik von Canoa, eroberten die Elfen die letzte Yektozistadt, Jacaré. Vagalume selbst war schon drei Jahrhunderte zuvor von den Elfen erobert worden, aber wegen der ständigen Überschwemmungen durch den Atrair schon 50 Jahre später wieder verlassen worden. Einige der Pedrusianer, die bis dahin in kleinen Dörfern im Wald lebten, zogen in die verlassene Stadt, um dort nach Schätzen zu suchen. Sie stellten rasch fest, dass das Leben in befestigten Städten durchaus seine Annehmlichkeiten bietet, und im Laufe der Zeit zogen immer mehr Pedrusianer nach Canoa und befestigten sie gegen die Fluten des Atrair. Sie wurde rasch zum intellektuellen Zentrum der Pedrusianer. Da die Elfen im Krieg mit den Yektozi verwickelt waren, kümmerten sie sich kaum um die Pedrusianer, die sie für Tiere hielten. So blieben die meisten der Pedrusianer von den Auswirkungen des Krieges verschont. Diejenigen unter ihnen, die von den Yektozi versklavt worden waren, fanden zu Tausenden ihren Tod auf dem Schlachtfeld, wo sie ansehen mussten, wie die Elfen abscheuliche Greueltaten begingen und schließlich auch die letzte Yektozistadt übernahmen.
Wenige Pedrusianer überlebten diese Gemetzel und konnten in ihre Dörfer zurückkehren, wo sie ihre Erlebnisse ihren Brüdern und Schwestern mitteilten. Aus Angst vor den Elfen zogen sie sich von den Grenzen des Dschungels zurück und führten in den nächsten Jahrhunderten ein ungestörtes Leben. Innerhalb der nächsten 2.000 Jahre verließen die Elfen die eroberten Yektozistädte und verließen den Dschungel, den sie nicht zu einem geordneten Wald umformen konnten. Die Menschen begannen, Teile zu roden, doch es fehlte die ordnende und hegende Hand der Elfen und Yektozi, die den Dschungel jahrtausendelang kultiviert hatten. Zwei Jahrhunderte später war aus dem relativ gepflegten Dschungel die undurchdringliche Wildnis, der „Große Urwald“ geworden. Durch diese natürliche Barriere geschützt breiteten sich die Pedrusianer im gesamten Urwald aus und besiedelten unter anderem die verfallenden Yektozistädte.
Es gab immer wieder Kontakt mit anderen Rassen, doch die Pedrusianer hielten
sich zurück und vermieden jeden zu intensiven Kontakt. Vor 505 Jahren
jedoch erreichte der Halblingforscher Wampol „Pedrusianos“ Trollfuß
die Pedrusianerhauptstadt Canoa, indem er den Atrair auf einem selbstentwickelten
Boot hinunterfuhr. Er stammte gebürtig aus einem kleinen Halblingsdorf
in den Cascalho und hatte von vielen Gerüchten über den „Großen
Urwald“ gehört, dass dort großes Wissen verborgen sein
sollte.
Er schaffte es, das Vertrauen der Pedrusianer zu erlangen, da er weder Mensch
noch Elf war und erlernte die hochkomplizierte Schriftsprache der Pedrusianer.
Im Gegenzug brachte er den Pedrusianern die Schrift der Halblinge sowie
Tell bei. Nach fünf Jahren bei den Pedrusianern hatte er eine Zeichensprache
entwickelt, die auch Nichtpedrusianer ausführen konnten, die jedoch
auf elementare Gesten aufbaute, so dass jeder Pedrusianer sie verstehen
konnte.
Nach dieser Zeit des Lernens kehrte er mit Hilfe pedrusianischer Freunde
in die Grenzstadt Cerveja zurück und unterrichtete dort die Händlergilde
von seinen Entdeckungen. Es wurden im Laufe der Zeit Handelskarawanen zusammengestellt,
die heute auf abenteuerliche Weise die Städte der Pedrusianer besuchen,
um dort Handel mit seltenen Kräutern und Hölzern zu treiben.
Auch die Bewohner von Wil Gotch treiben heute einen Handel mit den Pedrusianern,
so dass ihre Isolation ein Ende hat. Canoa ist heute ein Ort des Wissens
und der Wissenschaft und wird gerne von Forschern und Gelehrten aufgesucht.
Die Pedrusianer kennen keine Herrscher und Fürsten, sondern jeder
sorgt für sein eigenes Wohl. Da sie keinen Ackerbau und keine Viehzucht
betreiben müssen, da sie sich ja von Holz ernähren (und dabei
nicht sehr wählerisch sind), haben sie viel Zeit für die schönen
Seiten des Lebens.
Die Pedrusianer glauben an Mutter-Wald. Diese Gottheit, die in ihrer Schriftsprache
aus unendlich komplizierten Zeichen besteht, wird häufig als hölzerne
Figur dargestellt. Diese Statuette ist in der Regel wunderschön gearbeitet
und stellt eine schwangere Pedrusianerin dar, die am Fuße eines großen,
sie beschützenden Baumes sitzt. Die Priester und Priesterinnen von
Mutter-Wald werden hoch respektiert und bieten verletzten, kranken und alten
Pedrusianern Schutz, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten.
Sie legen großen Wert auf Familie, da nur sie ihnen bei Unglücken
den nötigen Rückhalt geben können. Kinder wachsen in der
Familie der Mutter auf, da es keine Ehen gibt. Im Alter von 23 Jahren gelten
sie als volljährig und können auf freiwilliger Basis einen Beruf
erlernen. Zuvor haben sie erlernt, wie sie beim Essen mit ihrem Rüssel
Schriftzeichen ins Holz ritzen können. Dieser Vorgang, ebenso wie das
Lesen dieser Texte, ist für die Pedrusianer so selbstverständlich
wie die Verständigung mit Hilfe der Zeichensprache, so wie für
andere Rassen die Sprache selbstverständlich ist.
Handeln Pedrusianer untereinander, so gelten Edelhölzer als Zahlungsmittel.
Pedrusianer nehmen sich nur soviel aus dem Urwald, wie sie zum Leben brauchen.
Verschwendung ist bei ihnen verpönt, sie sind sich ihrer Verantwortung
für die Erhaltung des Urwaldes durchaus bewusst.
Sie sind völlig versessen darauf, fremde Idee zu erforschen und ihre
sprichwörtliche Neugierde treibt sie sogar außerhalb ihres Urwaldes.