
Die außerordentliche Körperkraft und ihre Größe,
in der Regel über 3 Meter, machen die Trolle zu herausragenden Kämpfern.
Ihre grünbraune, ledrige Haut und ihre langes, wild herabhängendes
Haar geben ihnen dazu einen fürchterliches Aussehen. Und spätestens
wenn sie ihr typisches schiefes Grinsen aufsetzen, bei denen die gelbschwarzen
Zähne sichtbar werden, ergreifen die meisten Menschen die Flucht.
Die Haarfarbe ist unbekannt, denn die Haare sind unter all dem Schmutz nicht
mehr zu erkennen. Man nimmt aber an, dass die Tolle rotbraune Haare besitzen.
Die Augen sind im Vergleich zur Körpergröße sehr klein und
auch nicht besonders gut. Die Trolle haben dafür eine sehr gute Nase,
die groß und lang aus ihrem Gesicht ragt.
Trolle reagieren relativ unanfällig auf Krankheiten und Gifte. Ein
wichtiges Merkmal der Trolle stellt ihre sehr feste Haut dar, die wie Leder
wirkt. Bei Treffern absorbiert sie drei Schadenspunkte.
Ein Troll kann bis zu 500 Jahre alt werden. Sein körperliches Wachstum
ist aber schon nach 20 Jahren abgeschlossen. Ihre geistige Entwicklung ist
hingegen deutlich langsamer. Ein zwanzig Jahre alter Troll ist wie ein leicht
beeinflussbares Kind. Erst im Alter von 200 Jahren gilt ein Troll als erwachsen.
Im sehr hohen Alter sollen Trolle gar zu großen gedanklichen Leistungen
fähig sein.
Über die Trollfrau weiß man wenig. Die Berichte der Forscher
widersprechen sich gegenseitig. Die einen sagen, dass die Trollfrauen vollständig
behaart und fast so klein wie Zwerge sind. Andere sagen, dass sie gar noch
größer, und vor allem auch breiter als die Männer sind.
Das alte Siedlungsgebiet der Trolle lag im Gebirge von Vya und musste nach
der Niederlage durch die Zwerge verlassen werden. Sie zogen nach Nordosten
durch die Orksteppe und besiedelten die Hochebene von Knockanimpaha und
Tooraree.
Bevor die Zwerge die Trolle vertrieben hatten, lebten sie einzelgängerisch
mit ihrem Partner in den Weiten der Gebirge und maßen sich im Kampf
mit der Natur. Den Kampf gegen die Zwerge verloren sie, da sie nicht gemeinsam
kämpfen wollten, entgegen dem Rat ihrer Frauen. Nach der Niederlage
setzten die Frauen vehement ihre Ansprüche durch und so wurden die
Trolllande nach ihren Vorstellungen besiedelt und eine Staatsform nach ihren
Ideen wurde mit Hilfe ihrer Göttin geschaffen.
Nicht alle Trolle fügten sich dem Matriarchat, sondern sie spalteten
sich ab und gründeten eine eigene kleine Enklave von unabhängigen
Trollen in der Vinge und im Vägg.
Im Kampf gegen die anrückende Drachenarmee wurde die oberste Trollpriesterin
von Zwergendiplomaten aufgefordert, gemeinsam in den Kampf zu ziehen. Nach
einer großen und langandauernden Diskussion unter den Priesterinnen
entschloss man sich, eine kleine Trollarmee zur Unterstützung zu senden.
Als diese den Ort der großen Drachenschlacht erreichte, war sie gerade
beendet, die Allianz von Elfen, Zwergen, Menschen und Halblingen hatte gegen
die Drachenarmee eine vernichtende Niederlage eingesteckt. Auch die Drachen
und ihre Drachenkrieger hatten sich aus unerfindlichen Gründen bereits
zurückgezogen. Tja, solch ein Pech aber auch. Die männlichen Trolle,
die endlich eine richtige Schlacht gewittert hatten, mussten unvermittelter
Dinge wieder abziehen.
Die Trolle leben in einem Matriarchat. Zentrum des gesellschaftlichen Lebens
der Trolle ist ihre Hauptstadt. In ihr lebt die weibliche Priesterkaste,
die über die Trolle herrscht. Die Hauptstadt darf nicht von männlichen
Trollen betreten werden. Sie ist auch der einzige Ort für die Ausbildung
und Weiterbildung der Priesterinnen. Ausgebildete Priesterinnen stellen
dann die Stammesmutter in den einzelnen Trolldörfern und Städten.
Ist abzusehen, dass die alte Stammesmutter bald sterben wird, so wird aus
dem Ort eine junge, jungfräuliche Trollin in die Hauptstadt geschickt
zur Ausbildung zur Priesterin.
Männliche Wesen jeder Art werden bei Betreten der Hauptstadt entmannt
und mit einer Tätowierung versehen in den nächsten Fluss geworfen.
Bei wiederholten Eindringen in die Stadt wird dieser auf der Stelle getötet.
Die einzigen Männer, die in der Hauptstadt geduldet werden, sind die
Stadtwachen. Diese dürfen allerdings nur ihre Kasernen, die Wachtürme
und Stadtmauern und nicht die eigentliche Stadt betreten. Eine weitere Ausnahme
betrifft sehr alte Trolle, die ein gottesfürchtiges und untadeliges
Leben geführt haben. Sie dürfen ihren Lebensabend in der Hauptstadt
verbringen. Aber auch sie werden sicherheitshalber kastriert.
In Nacht der Sommersonnenwende wird die Regel außer Kraft gesetzt
und ausgewählte männliche Trolle werden in die Hauptstadt eingeladen.
Um zu diesem auserlesenen Kreis zu gehören muss der männliche
Troll der Priesterkaste ein besonderes Geschenk machen oder eine besonders
heldenhafte Tat vollbracht haben. Die Zeremonien, die in dieser Nacht durchgeführt
werden, sind ein strenges Geheimnis.
Die höchste männliche Position innerhalb einer Trollgemeinschaft
nimmt der beste Krieger ein, der Kriegshäuptling. Dieser wird nur dann
bestimmt, wenn die Trolle einen Krieg vorbereiten. Ansonsten gibt es in
jedem Trollort einen kleinen Kreis von Elitekriegern, die als Wachen der
Priesterinnen fungieren. Jeder männliche Troll erhält vom Vater
eine grundlegende Ausbildung zum Krieger, weibliche Trolle eine Ausbildung
zur Hausfrau.
Junge Trolle im Alter von 20-30 Jahren kommen in ihre pubertäre Phase
und lösen sich vom Schoß ihrer Familie (vor allem dem ihrer Mutter).
Sie gehen dann auf Wanderschaft, um die Welt zu erobern (zumindest versuchen
sie es). In diesem Alter sind sie zu allem fähig. Die pubertäre
Phase dauert bei den Trollen sehr lange. Manche kehren erst im Alter von
über zweihundert Jahren zurück in ihre Heimatdörfer. Diese
Zeit der Wanderschaft ist, trotz all der Gefahren, die auf die jungen Trolle
in der Welt außerhalb warten, gesellschaftlich gewollt. Sie führt
den umliegenden Völkern ständig vor Augen, über welche Kampfkraft
die Trolle verfügen, und dass man sich besser nicht mit ihnen anlegt.
Außerdem können die übermütigen Trolle so ihren „Bewegungsdrang“
außerhalb abreagieren und richten so innerhalb der Trolllande von
Knockanimpaha und Tooraree keine Schäden an.
Nach der Niederlage gegen die Zwerge zogen sie sich in ihr heutiges Siedlungsgebiet
zurück und setzten alles daran, dieses Gebiet gegen mögliche Feinde
zu sichern. Seit Jahrtausenden leben sie in Sicherheit und sind von keiner
anderen Rasse mehr angegriffen worden.
Männliche Trolle suchen den Wettbewerb im fairen Kampf, wobei er alle
Hinterhältigkeiten im Form von Gift oder Magie verabscheut. Sein Leben
und Trachten verläuft ehrlich und geradeheraus. Intrigen sind nicht
sein Ding, für seinen „einfachen“ Geist sind solche Ränkespiele
viel zu kompliziert. Bei weiblichen Trollen weiß man nicht so genau,
welche Ziele sie im Leben haben, nur äußerst selten wurden überhaupt
Exemplare von ihnen gesichtet.
Durch die starke Dominanz der Frauen in ihrem Siedlungsgebiet fühlen
sich viele männlichen Trolle in ihrem Stolz und ihrem Freiheitsdrang
ein wenig eingeengt und versuchen deshalb, entweder das System zu ändern
oder ihre Heimat zu verlassen.