Rassen Orotas: Trolle


Bild von Dirk Sittte
Trollkrieger Skier Eit

Volksspezifische Merkmale

Die außerordentliche Körperkraft und ihre Größe, in der Regel über 3 Meter, machen die Trolle zu herausragenden Kämpfern. Ihre grünbraune, ledrige Haut und ihre langes, wild herabhängendes Haar geben ihnen dazu einen fürchterliches Aussehen. Und spätestens wenn sie ihr typisches schiefes Grinsen aufsetzen, bei denen die gelbschwarzen Zähne sichtbar werden, ergreifen die meisten Menschen die Flucht.

Die Haarfarbe ist unbekannt, denn die Haare sind unter all dem Schmutz nicht mehr zu erkennen. Man nimmt aber an, dass die Tolle rotbraune Haare besitzen. Die Augen sind im Vergleich zur Körpergröße sehr klein und auch nicht besonders gut. Die Trolle haben dafür eine sehr gute Nase, die groß und lang aus ihrem Gesicht ragt.

Trolle reagieren relativ unanfällig auf Krankheiten und Gifte. Ein wichtiges Merkmal der Trolle stellt ihre sehr feste Haut dar, die wie Leder wirkt. Bei Treffern absorbiert sie drei Schadenspunkte.

Ein Troll kann bis zu 500 Jahre alt werden. Sein körperliches Wachstum ist aber schon nach 20 Jahren abgeschlossen. Ihre geistige Entwicklung ist hingegen deutlich langsamer. Ein zwanzig Jahre alter Troll ist wie ein leicht beeinflussbares Kind. Erst im Alter von 200 Jahren gilt ein Troll als erwachsen. Im sehr hohen Alter sollen Trolle gar zu großen gedanklichen Leistungen fähig sein.

Über die Trollfrau weiß man wenig. Die Berichte der Forscher widersprechen sich gegenseitig. Die einen sagen, dass die Trollfrauen vollständig behaart und fast so klein wie Zwerge sind. Andere sagen, dass sie gar noch größer, und vor allem auch breiter als die Männer sind.

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Die Geschichte

Das alte Siedlungsgebiet der Trolle lag im Gebirge von Vya und musste nach der Niederlage durch die Zwerge verlassen werden. Sie zogen nach Nordosten durch die Orksteppe und besiedelten die Hochebene von Knockanimpaha und Tooraree.
Bevor die Zwerge die Trolle vertrieben hatten, lebten sie einzelgängerisch mit ihrem Partner in den Weiten der Gebirge und maßen sich im Kampf mit der Natur. Den Kampf gegen die Zwerge verloren sie, da sie nicht gemeinsam kämpfen wollten, entgegen dem Rat ihrer Frauen. Nach der Niederlage setzten die Frauen vehement ihre Ansprüche durch und so wurden die Trolllande nach ihren Vorstellungen besiedelt und eine Staatsform nach ihren Ideen wurde mit Hilfe ihrer Göttin geschaffen.
Nicht alle Trolle fügten sich dem Matriarchat, sondern sie spalteten sich ab und gründeten eine eigene kleine Enklave von unabhängigen Trollen in der Vinge und im Vägg.
Im Kampf gegen die anrückende Drachenarmee wurde die oberste Trollpriesterin von Zwergendiplomaten aufgefordert, gemeinsam in den Kampf zu ziehen. Nach einer großen und langandauernden Diskussion unter den Priesterinnen entschloss man sich, eine kleine Trollarmee zur Unterstützung zu senden. Als diese den Ort der großen Drachenschlacht erreichte, war sie gerade beendet, die Allianz von Elfen, Zwergen, Menschen und Halblingen hatte gegen die Drachenarmee eine vernichtende Niederlage eingesteckt. Auch die Drachen und ihre Drachenkrieger hatten sich aus unerfindlichen Gründen bereits zurückgezogen. Tja, solch ein Pech aber auch. Die männlichen Trolle, die endlich eine richtige Schlacht gewittert hatten, mussten unvermittelter Dinge wieder abziehen.

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Gesellschaftsstruktur

Die Trolle leben in einem Matriarchat. Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der Trolle ist ihre Hauptstadt. In ihr lebt die weibliche Priesterkaste, die über die Trolle herrscht. Die Hauptstadt darf nicht von männlichen Trollen betreten werden. Sie ist auch der einzige Ort für die Ausbildung und Weiterbildung der Priesterinnen. Ausgebildete Priesterinnen stellen dann die Stammesmutter in den einzelnen Trolldörfern und Städten. Ist abzusehen, dass die alte Stammesmutter bald sterben wird, so wird aus dem Ort eine junge, jungfräuliche Trollin in die Hauptstadt geschickt zur Ausbildung zur Priesterin.
Männliche Wesen jeder Art werden bei Betreten der Hauptstadt entmannt und mit einer Tätowierung versehen in den nächsten Fluss geworfen. Bei wiederholten Eindringen in die Stadt wird dieser auf der Stelle getötet. Die einzigen Männer, die in der Hauptstadt geduldet werden, sind die Stadtwachen. Diese dürfen allerdings nur ihre Kasernen, die Wachtürme und Stadtmauern und nicht die eigentliche Stadt betreten. Eine weitere Ausnahme betrifft sehr alte Trolle, die ein gottesfürchtiges und untadeliges Leben geführt haben. Sie dürfen ihren Lebensabend in der Hauptstadt verbringen. Aber auch sie werden sicherheitshalber kastriert.
In Nacht der Sommersonnenwende wird die Regel außer Kraft gesetzt und ausgewählte männliche Trolle werden in die Hauptstadt eingeladen. Um zu diesem auserlesenen Kreis zu gehören muss der männliche Troll der Priesterkaste ein besonderes Geschenk machen oder eine besonders heldenhafte Tat vollbracht haben. Die Zeremonien, die in dieser Nacht durchgeführt werden, sind ein strenges Geheimnis.
Die höchste männliche Position innerhalb einer Trollgemeinschaft nimmt der beste Krieger ein, der Kriegshäuptling. Dieser wird nur dann bestimmt, wenn die Trolle einen Krieg vorbereiten. Ansonsten gibt es in jedem Trollort einen kleinen Kreis von Elitekriegern, die als Wachen der Priesterinnen fungieren. Jeder männliche Troll erhält vom Vater eine grundlegende Ausbildung zum Krieger, weibliche Trolle eine Ausbildung zur Hausfrau.
Junge Trolle im Alter von 20-30 Jahren kommen in ihre pubertäre Phase und lösen sich vom Schoß ihrer Familie (vor allem dem ihrer Mutter). Sie gehen dann auf Wanderschaft, um die Welt zu erobern (zumindest versuchen sie es). In diesem Alter sind sie zu allem fähig. Die pubertäre Phase dauert bei den Trollen sehr lange. Manche kehren erst im Alter von über zweihundert Jahren zurück in ihre Heimatdörfer. Diese Zeit der Wanderschaft ist, trotz all der Gefahren, die auf die jungen Trolle in der Welt außerhalb warten, gesellschaftlich gewollt. Sie führt den umliegenden Völkern ständig vor Augen, über welche Kampfkraft die Trolle verfügen, und dass man sich besser nicht mit ihnen anlegt. Außerdem können die übermütigen Trolle so ihren „Bewegungsdrang“ außerhalb abreagieren und richten so innerhalb der Trolllande von Knockanimpaha und Tooraree keine Schäden an.

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Lebensgefühl

Nach der Niederlage gegen die Zwerge zogen sie sich in ihr heutiges Siedlungsgebiet zurück und setzten alles daran, dieses Gebiet gegen mögliche Feinde zu sichern. Seit Jahrtausenden leben sie in Sicherheit und sind von keiner anderen Rasse mehr angegriffen worden.
Männliche Trolle suchen den Wettbewerb im fairen Kampf, wobei er alle Hinterhältigkeiten im Form von Gift oder Magie verabscheut. Sein Leben und Trachten verläuft ehrlich und geradeheraus. Intrigen sind nicht sein Ding, für seinen „einfachen“ Geist sind solche Ränkespiele viel zu kompliziert. Bei weiblichen Trollen weiß man nicht so genau, welche Ziele sie im Leben haben, nur äußerst selten wurden überhaupt Exemplare von ihnen gesichtet.
Durch die starke Dominanz der Frauen in ihrem Siedlungsgebiet fühlen sich viele männlichen Trolle in ihrem Stolz und ihrem Freiheitsdrang ein wenig eingeengt und versuchen deshalb, entweder das System zu ändern oder ihre Heimat zu verlassen.

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
Bild "Trollkrieger Skier Eit" von Dirk Sitte
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