Rassen Orotas: Vingari


Bild von Dirk Sitte
Vingarikämpfer
Vintharon Opalon

Volksspezifische Merkmale

Die Vingari gehören zu den intelligenzbegabten Mischwesen auf Orota, die sich allerdings durch die Besonderheit kennzeichnen, dass sie tagsüber wie normale Menschen erscheinen, während sie in der Nacht ihre Erscheinung völlig verändern.

In der Zeit des Überganges vom Tag zur Nacht, also mit dem Sonnenuntergang, verwandeln sich die Vingari in geflügelte Wesen. Sie werden eine halbe Minute lang von einem unbändigen Schmerz befallen, der für gesunde Vingari ohne weiteres zu ertragen ist.

Ältere und kranke Vingari allerdings verwandeln sich nicht mehr jede Nacht oder nur für eine kurze Zeit, da ihr Körper seine Kräfte anders einsetzen muss.

Im Zuge der Verwandlung wachsen dem Vingari riesige, fledermausartige Flügel auf dem Rücken, seine Statur wird ungemein kräftiger, ihre Hände wandeln sich zu Klauen, ihnen wächst ein echsenartiger, aber schuppenloser Schwanz und ihre Haut nimmt eine graublaue Färbung an.

Ihre Ausdauer, Gewandtheit, ihre Kraft und Reaktion hat sich durch die Transformation ihres Körpers deutlich verbessert, sie können nicht nur gleiten, sondern tatsächlich fliegen. Da sie sich aber zugleich mehr auf ihre Instinkte und ihre Statur verlassen, leiden zwangsläufig die Merkmale, die sie tagsüber als Menschen kennzeichnen: Klugheit, Konzentration und ähnliche Eigenschaften treten für die Vingari in der Nacht zurück.

Das beeinträchtigt jedoch auf keinen Fall die Erinnerung der Vingari, sie sind in ihrem Inneren weiterhin dasselbe Wesen wie am Tage, unterscheiden nach wie vor genauso Freund und Feind voneinander.

Die Verwandlung ist keine Abnormität unter den Vingari, sondern ein Teil ihres Wesens, das sie aber in den Augen anderer Völker immer suspekt oder gar unheimlich erschienen ließ. Das war auch einer der Gründe, warum die Vingari von den Angehörigen anderer Völker verfolgt wurden. Daher misstrauen die Vingari zunächst jedem Fremden und man muss sich ihr Vertrauen erwerben. Dennoch blieben die Vingari ein an sich freundliches und hilfsbereites Volk, das sich aber weitgehend in die Höhenzüge der Vinge zurückgezogen hat. Das hängt vor allem auch mit der steigenden Macht des Schwarzen Paladins in den Osthängen der Vinge und der angrenzenden Orksteppe Tyth Morr zusammen.

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Die Geschichte

Die Vingari gehören zu den ältesten Völkern auf L’Feüd überhaupt, denn sie haben sich schon gegen die alten Lemuryer verteidigen müssen, die diese sonderbaren Wesen in ihre Dienste zwingen wollten. Damals lebten sie noch vornehmlich in den tiefen, kilometerlangen Höhlen der Vinge und den angrenzenden Gebieten. Das heutige Kullig, Obebodd und die Vinge selbst blieben weitgehend auch ihr einziges Verbreitungsgebiet.
In jener Zeit allerdings gelang es den lemuryschen Jägern tatsächlich, einige wenige Vingarifamilien zu fangen und in andere Gegenden ihres riesigen Imperiums zu verschleppen. Vingari, die den Fängen ihrer Feinde entkommen konnten, haben sich in angrenzende Gebirge, wie zum Beispiel den Aska und den Vidunder-Berga, geflüchtet, andere versuchten, die alte Heimat zu erreichen. Nur wenigen dürfte das gelungen sein.
So kam es, dass Jahrtausende später einige Vingari aus Furcht vor den unerbittlichen Lemuryern ein Treueverhältnis zu lokalen menschlichen Herrscherdynastien schlossen. Sie übernahmen den nächtlichen Schutz der betreffenden Familie, dafür hielt der Adelige seine schützende Hand über die verbündeten Vingari. Manche dieser Zweckbündnisse haben bis heute gehalten, andere fielen auseinander – meist aber ging der Vertrauensbruch von den Menschen aus!
Das Hauptvolk der Vingari übernahm einige der im Laufe der Jahrtausende verlassenen Höhensiedlungen der Lemuryer und entwickelte sich zu einem zivilisierten Volk, das diese Städte als die eigenen betrachtete. Manche davon lagen in der angrenzenden Orksteppe Tyth Morr, doch die ständigen Angriffe der Orks und die dauernd dort herrschende schwarze Magie vertrieb die Vingari in ihr eigentliches Hoheitsgebiet, die Vinge, nach der sie sich auch benannt haben (Vingari: die in der Vinge leben). Dort ist Vingyrarh ihr Zentrum, eine beeindruckende Stadt, die wie ein gigantischer Adlerhorst an der Felswand des zweithöchsten Berges der Vinge, des Rowathass, gebaut wurde (damals noch als Überwachungsfort von den Lemuryer in ihren Flugbooten).
Obwohl es keinem Volk richtig bewusst ist, haben sie aufgrund der (wenngleich meistens negativen Kontakte in uralten Zeiten) nicht nur die Bezeichnung Vinge von den geflügelten Wesen übernommen, sondern so manche von Räubern bedrohte Händler auf der alten Passstraße der Vinge und eine Vielzahl von Bergbewohnern haben ihr Leben der Hilfe der Vingari zu verdanken. Da seit Generationen aber niemand mehr einen verwandelten Vingari am helllichten Tag gesehen hat (wie denn auch), sind sich viele Menschen (und andere) der Anwesenheit der Vingari selbst in ihren Städten (was selten genug ist) nicht bewusst, da sie sie für eine Legende halten. Den Erzählungen verirrter Menschen über Flügelwesen und dergleichen mag man lediglich einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen (bei ein oder zwei Krügen Wein).

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Gesellschaftsstruktur

An dieser Stelle wird die größte vingarische Gesellschaft, nämlich diejenige des zentralen Horstes Vingyrarh beschrieben. Dennoch lassen sich grundsätzliche Strukturen auch auf viele der kleineren Horste in der Vinge und den dichten Wäldern am Fuße der Vinge in Obebodd und Kullig übertragen.
Der Vingari mit der höchsten Position im Horst ist die sogenannte Babushka, eine weibliche Vingari, die als einzige in der Lage ist, befruchtete Eier zu legen (in ihrer geflügelten Vingariform Vinatha). Alle anderen weiblichen Vingari können nur unbefruchtete Eier legen (in ihrer menschenähnlichen Vingariform Vingram sind sowohl männliche als auch weibliche Vingari zeugungsunfähig).
Zur Zeit der Hitze, wenn die Babushka bereit ist, neue Eier auszutragen, fliegt sie mitten in der Nacht, wenn der hellste Mond Ligor voll ist, fort von ihrem Horst. Da sie größer und schneller ist als alle männlichen Vingari fliegt sie rasch einen großen Vorsprung heraus. Derjenige männliche Vingari, der sie einholt (oder besser: von dem sie sich einholen lässt…) begattet sie in einem einzigartigen Lufttanz. Dieser zumeist starke, intelligente und gutaussehende männliche Vingari wird zum Vingares, zum Anführer und Verteidiger (zu vergleichen mit einem Kriegsherren) des Horstes.
Nach einer Tragzeit von sieben Monaten legt die Babushka ihr ersten Ei, gefolgt von monatlich einem weiteren Ei, bis sie insgesamt zwischen 10 und 15 Eiern gelegt hat. Aus den Eiern schlüpfen nach zwei Monaten Brutzeit (meist werden die Eier in warme Räume auf warmen Sand zum Brüten gelegt) jeweils ein junger Vingari. Aus der ersten Hälfte der Eier schlüpfen in der Regel männliche, aus der zweiten Hälfte weibliche Vingari. Jedes Vingari-Baby wird von einem erwachsenen Vingari beim Schlüpfen unterstützt, wodurch sich eine Mutter/Vater-Kind-ähnliche Beziehung einstellt. Der Elternteil sorgt für den jungen Vingari, bis dieser mit etwa 14 Jahren selbständig ist.
Spürt die Babushka ihr Ende nahen, so bricht sie zum letzten Mal auf, um sich begatten zu lassen. Nach sieben Monaten legt sie nur ein einziges Ei, dessen Schale eine charakteristische tiefblaue Farbe hat. Aus diesem Ei schlüpft nach zwei Monaten die neue Babushka, die von den Bewohnern des Horstes gemeinschaftlich empfangen und großgezogen wird, wobei sie in den letzten Jahren ihrer Kindheit auf ihre Rolle als Babushka vorbereitet wird.
Die Babushka-lose Zeit bedeutet für einen Horst eine Zeit der Ruhe und der inneren Einkehr, da in dieser Zeit keine Paarungsflüge und somit Rangeleien zwischen dem männlichen Vingari überflüssig sind.
Immer wieder kommt es vor, dass eine besonders gesunde Babushka nach einer Begattung durch einen besonders kräftigen und gesunden Vingari außer der Reihe ein tiefblaues Ei legt. In einem solchen Fall übernehmen ausgewählte Vingari die Erziehung der jungen Babushka, um mit ihr, wenn sie geschlechtsreif ist, einen neuen Horst zu gründen.
Bei solch einer komplizierten Art der Fortpflanzung kommt es innerhalb eines Horstes nicht zu eheähnlichen Verbindungen, dennoch leben viele Pärchen zusammen, wobei ein Wechseln des Partners problemlos möglich ist.
Die Vingari verehren Elementargottheiten wie die Sonne, die Luft oder das Feuer und besitzen in jedem größeren Horst auch Tempel der entsprechenden Gottheiten.

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Lebensgefühl

Vingari hassen nichts mehr als das Eingesperrtsein, sei es körperlich oder geistig. Regeln müssen ihnen einsichtig sein, ansonsten verweigern sie sich ihnen. Auch müssen ihnen Gründe, warum andere Rassen oder Wesen gegen ihren Willen eingesperrt sind oder Dinge gegen ihren Willen tun müssen, einleuchten. Sind diese Gründe nicht ausreichend, setzen sie alles daran, ein solches versklavtes Wesen zu befreien.
Da die meisten Vingari in ihren heimatlichen Horsten leben, wo so etwas nur äußerst selten vorkommt, gilt ihr streben danach, in ihrem Beruf erfolgreich zu sein und Reichtum anzuhäufen, um glücklich und zufrieden leben zu können.

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
Bild "Vingarikämpfer Vintharon Opalon" von Dirk Sitte
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