Rassen Orotas: Zwerge

Zwergendieb
Der Dieb Yore

Volksspezifische Merkmale

Zwerge sind die zweithäufigste Rasse, die auf Orota angetroffen werden kann. In sämtlichen Gebirgen sind sie zuhause, sowohl auf dem Kontinent Seloc wie auf Terreth L’Feüd, seltener auf Khamsati. Auf Inseln wie den Skurrilen oder Duch wird man sie nicht oder nur äußerst selten antreffen, Zwerge hassen die Seefahrt nämlich wie den Verderber.

Die Ursache dafür liegt in ihrer Abneigung gegen das Schwimmen. Ihr enorm kompakter Körperbau macht sie deutlich schwerer als Wasser und dadurch wie einen Stein versinkend.

Zwerge sind recht kleine Gesellen, ihre Größe liegt um einem Meter und zwanzig Zentimeter. Sie sind sehr robust, und ihr Wille ist sprichwörtlich: „Eher geht ein Troll durchs Nadelöhr als dass ein Zwerg überredet wird.“ Zwerge sind nicht sonderlich gewandt, außerdem reagieren sie meist etwas langsamer als andere Rassen.

Da Zwerge bevorzugt in dunklen Stollen und Minen zuhause sind, ist ihre Sicht bei beinahe völliger Dunkelheit recht gut, das Licht eines glimmenden Holzspanes reicht ihnen, um bei Dunkelheit normal zu sehen. Problematisch wirkt sich diese hervorragende Nachtsicht jedoch am Tage aus. Bei hellem Licht sehen sie deutlich schlechter als andere Rassen.

Zwergenkrieger
Zwergenkrieger
Rotbart Hammerschlag

Die größten bisher gesichteten Zwerge waren 2,50 m groß. Es gehen aber Gerüchte um, dass der Forscher, der diesen Zwerg vermessen hat, ihn mit einem Troll verwechselt hat. Vielleicht hat der Forscher übersehen, dass alle Zwerge (sowohl männlich wie weiblich) einen wohlgepflegten Bart haben, im Gegensatz zu Trollen. Dieser Bart ist so intensiv und verstopft die Nasenlöcher der Zwerge so dicht, dass ihr Geruchssinn darunter leidet, weshalb sie auch nicht so gut riechen können (und teilweise auch selbst nicht so gut riechen).

Zwerge kommen in allen möglichen rassischen Modifikationen vor, ihre Hautfarbe geht von sehr hell (die Zwerge, sie ihre Stollen niemals verlassen, sind teilweise sogar Albinos) bis schwarz. Ähnlich ist es mit ihrer Haarfarbe, die alle bekannten Haarschattierungen annehmen kann.

Zwerge werden sehr alt. Mit frühestens 50 Jahren gilt ein Zwerg als volljährig, die meisten Zwerge brauchen einige Jahrzehnte länger. Im Durchschnitt werden Zwerge um die 180 Jahre alt, es gibt aber auch Methusalems, die deutlich älter geworden sind.

Zwerge lieben es, zu feiern. Je größer die Gelage mit allen möglichen Alkoholika sind, um so schöner ist das Fest. Es ist nicht zu glauben, welche Mengen Bier und Speisen von einer Horde Zwerge verdrückt werden können. Dafür sind Zwerge aber auch unglaublich gastfreundlich und weisen keinen von einer solchen Feier ab.

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Die Geschichte

Die Geschichte der Zwerge ist eine uralte. Seit ewigen Zeiten leben sie auf den beiden großen Kontinenten und widmen sich ihrem durch ihren Gott Ognior gegebenen Auftrag. Zu Ehren ihres Gottes wollen sie nämlich aus Edelsteinen und seltenen Metallen wunderbare Kunstwerke herstellen und ihrem Gott weihen.

Diese Kunstwerke wurden vor allem von Menschen geneidet. Die Zwerge von Tschar, die auf Seloc die größte Population stellte und auch heute noch stellt, wurde mehrmals von menschlichen Streitkräften angegriffen und teilweise sogar vernichtend geschlagen. Doch immer gab es Zwerge, die sich in unzugängliche Stollen und Gangsysteme zurückzogen und somit dem Zugriff der Angreifer entkamen. Nur selten gelang es den Menschen, große und bedeutende Schätze von den Zwergen zu erobern. Diese hatten in weiser Voraussicht die wichtigsten und heiligsten Kunstwerke versteckt. Selbst heute soll es im weitverzweigten Gangsystem im Tschar Kammern geben, die zum Bersten gefüllt sind mit alten Schätzen. Heute sind die Zwerge von Tschar von den umliegenden Siedlungen der Menschen abhängig, da nur diese in der Lage sind, ihnen das benötigte Holz aus Las Mahojn zu liefern. Es hat sich ein reger Handel zwischen den ehemaligen Feinden entwickelt, von dem beide Parteien sehr profitieren.

Die Zwerge von Grain wurden vor allem dadurch bekannt, dass sie im Kampf gegen die Elben schmählich unterlagen. Die wichtigsten Wälder gingen ihnen verloren, so dass die meisten von ihnen das Gebirge in Richtung Terreth L’Feüd verließen und sich teilweise in Städten niederließen.
Die Zwerge, die schon früh das äußerst mineralreiche Gebirge von Medo besiedelten und wenig durch andere Rassen belästigt wurden, trieben Stollen den Erzadern entlang und umgingen so das Binnenmeer von W’Torek. Vor den meisten anderen Rassen erreichten diese Pioniere den Nordkontinent. Nachdem sie im Vägg die wenigen Erzadern abgebaut hatten und dabei den gesamten Wald, der ehedem die Ödemark bedeckte, abgeholzt hatten, zogen sie weiter nach Vya, wo sie erstmals auf heftigen Widerstand stießen.

Es waren die Trolle, die Vya bewohnten und auf keinen Fall ihr angestammtes Land verlassen wollten. Die vielen kleinen Zwergenkönigreiche, die Vägg besiedelt hatten und denen nun ihre Rohstoffe ausgegangen waren, taten sich nun zusammen und in einer konzentrieren Aktion mit einem gemeinsamen König namens Stahlarm von Vägg, einem begnadeten Feldherren, wurden die Trolle vernichtend besiegt. Doch Stahlarm hatte kein Interesse, die Trolle auszurotten, sondern er sah in ihnen mögliche Verbündete, die in späteren Notzeiten ein starkes Trumpfas im Ärmel sein könnten. Er bot ihnen ein Bündnis an, wobei die Trolle Munkkapa und sämtliche nördlichen Gebirge erhalten sollten. Doch die Trolle lehnten dieses Angebot ab und verließen in einem langen Treck ihr ehemaliges Siedlungsgebiet Richtung Nordost.

Nach diesem Erfolg besiedelten die Zwerge in rascher Folge die Gebirge von Munkkapa und Fjäll und errichteten ein riesiges Königreich unter ihrem König Stahlarm, der die nächsten 207 Jahre sein Reich zusammenhielt, bis zu seinem Tod. Das Mausoleum mit seinem Leichnam bildet das Zentrum der heute größten Zwergenmetropole in Vya, Stahlarmsort. Nach seinem Tod zerfiel das Königreich in drei kleinere, die jeweils über die einzelnen Gebirge von Munkkapa, Fjäll und Vya reichen.

Nach Jahrhunderten relativer Ruhe und Friedens strömten die Elfen, die aus Seloc vertrieben worden waren, über den Gebirgspass von Svantor, der zwischen den Gebirgen von Fjäll und Tyrrhil liegt, in die riesigen Auengebiete von Ängd. Dort befanden und befinden sich die wichtigsten Wälder der Zwerge, die sie abholzten, um mit dem Holz ihre Stollen abzustützen. Die Zwerge, welche die Naturverbundenheit der Elfen kannten und nicht akzeptieren konnten, versuchten, die Elfen im Svantor aufzuhalten, doch mit Hilfe mächtiger Magie durchbrachen die Elfen die Blockade und strömten nach Ängd. Bis heute haben die Zwerge nicht herausgefunden, wie die Elfen die Zwerge überwinden konnten. Die einzige Erkenntnis, derer sich die Zwergenhistoriker einig sind, ist die, dass von den Zwergen im Svantor kein einziger die Schlacht überstanden hat. Keiner ist jemals in seinen Heimatstollen zurückgekehrt, und niemals haben die Zwerge die Leichen ihrer Kameraden gefunden.

Nach dieser Niederlage wuchs der Hass der Zwerge gegen die Elfen und ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt rächten sich die Zwerge an dem Lebensraum der Elfen. Sie holzten die gesamten Nordhänge von Munkkapa und Fjäll ab und drangen bis tief in die Auen ein. Nach Jahrzehnten voller Kämpfe erlahmte der Krieg zwischen den Elfen und Zwergen und man ging einen relativen Waffenstillstand ein. Die Elfen erklärten sich bereit, den Zwergen Holz zu liefern, das sie selbst aussuchten.

Dieser Friede mit den Elfen bewährte sich, als die Orks gegen die Osthänge von Vya und Fjäll drängten, um gegen die Elfen in den Krieg zu ziehen. Die Zwerge verteidigten ihre Pässe und hielten die Orks für geraume Zeit auf, wodurch die Elfen die Möglichkeit erhielten, sich besser zu verteidigen. Die Zwerge nutzten die Gelegenheit, sich für viele kleine Grenzstreitigkeiten mit den Orks und den Menschen, die mit den Orks verbündet waren, zu rächen.

Beim nächsten Angriff der Orks gegen die Elfen hielten sich die Zwerge aus diesem Konflikt heraus, da die Streitmacht der Orks mit etwa 10.000 Kriegern zu groß war.

Als das Menschenreich durch den Verrat gegen die Orks an Stabilität gewonnen hatte und zu einer festen Größe wurde, versuchten die Zwergenkönige Verträge mit den Menschenfürsten zu schließen, um einer erneuten Belagerung wie einst im Tschar zu entgehen. Viele der Fürsten gingen auf die Verträge ein und es bildete sich ein reger Handel. Nur wenige abenteuerlustige Fürsten oder auch marodierende Ork- und Menschenbanden versuchten gelegentlich, gegen die Zwerge zu kämpfen, um die sagenumwobenen Schätze zu stehlen. In dieser Zeit relativer Ruhe breiteten sich die Zwerge weiter nach Norden aus und besiedelten die Tyrrhil, Kväll-Dimma und die Norrberga. Sie waren die ersten, die die nahende Drachenarmee sichteten. Da sie sich jedoch in ihren Höhlen und Stollen sicher fühlten, kümmerten sie sich nicht weiter um die Gefahr. Erst als Drachenkrieger in die Zwergenminen eindrangen, boten die Zwerge den Menschen und Elfen ihre Unterstützung gegen die Drachen an, wobei sie sogar ihre uralten Kontakte zu den Halblingen und Trollen aktivierten und sie zum gemeinsamen Kampf überreden konnten.

Heute Leben die Zwerge in Frieden mit den umgebenden Rassen mitten im Herzen von L’Feüd. Nur mit den Elfen gibt es vor allem in jüngster Zeit vermehrt Streitereien um die Wälder vom Tyrrhil, da der Verbrauch von Holz enorm zugenommen hat. Man munkelt, dass die Zwerge im Tyrrhil auf eine gewaltige Diamantium- und Mithrillader gestoßen sind.

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Gesellschaftsstruktur

Die Gesellschaftsstruktur der Zwerge ist geprägt durch ein extrem hierarchisches System von Zucht und Ordnung. An der Spitze eines Zwergenstaates steht der Adel, der von den reichsten und einflussreichsten Familien gestellt wird. Erringt eine Zwergenfamilie einen gewissen Reichtum (durch Fund einer extrem wertvollen Erzader beispielsweise), so wird sie in den Kreis des Neuadels aufgenommen. Nach einigen Jahrhunderten im Neuadel wechselt die Familie in den Altadel, wenn sich der finanzielle Besitztum nicht verschlechtert hat. Verliert eine adlige Familie ihren Besitz, so sinkt sie auf ein niedrigeres Niveau und wird bürgerlich usw.

Die Oberhäupter der reichsten und angesehensten Familien stellen den Adelsrat, der den König bestimmt. Der König muss mindestens 99 Jahre alt sein und aus dem Altadel stammen. Der König (wobei ein weiblicher König auch möglich ist) hat volle Finanzgewalt über den Staatsschatz und über das Militär, wobei jede Entscheidung vom Adelsrat selbstverständlich genau überprüft wird und bei Nichtgefallen abgelehnt werden kann. Bis heute haben die meisten Zwergenkönige ihre Sache sehr gut gemacht und den Staatsschatz Jahr für Jahr vermehrt.

Die meisten Zwerge leben mit ihrer Familie in einem Wohnstollen in unmittelbarer Nähe ihres Claims. Das Sagen hat das Familienoberhaupt, wobei das Geschlecht keine Rolle spielt. Mehrere Claims bilden das sogenannte Claiming, eine Art Zwergendorf. Im Claiming gibt es einen Rat der Familienoberhäupter, der die Geschicke des Claimings leitet. Ist eine Familie des Claimings adlig, so stellt sie automatisch den Claimaug, den Redner des Claimings. Anderenfalls wird er im Rat gewählt.

In jedem Claiming gibt es eine Zwergenschule, in der die Heranwachsenden die Fertigkeiten lernen, die sie zum Leben brauchen. Die Schulzeit dauert 30 Jahre und ist durch äußerste Strenge gekennzeichnet. Sind die Zwergenkinder noch zu jung, um zur Schule zu gehen, so werden sie in Horten von erfahrenen Zwergensittern betreut, da die Eltern arbeiten müssen. Man sieht, dass Kinder und Eltern selten eine tiefe und innige Beziehung aufbauen, die Arbeit bestimmt ihr Leben.

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Lebensgefühl

Zwerge buddeln und hacken für ihr Leben gern. Finden sie dabei einen schönen Stein oder eine wertvolle Erzader, so ist das ihr größtes Glück. Wenn dann die berühmten Zwergenschmiede mit ihrem unglaublichen Fingerspitzengefühl daraus ein Kunstwerk schaffen, so haben sie ihrem Gott gut gedient. Bei der Bewunderung von Schätzen kennen sie keine Grenzen, darüber können sie alle Arbeit vergessen. Zwerge, die die Stollen ihrer Heimat verlassen haben, um mit den anderen Rassen Handel zu treiben, haben auch nur den Erwerb von besonders schönen zwergischen Kunstwerken im Sinn. Diese wurden häufig zu Kriegszeiten von den Siegern gestohlen und gehören nach Zwergenmeinung zurück in die Schatzkammer des Königs.

Schöne Dinge aus Metall und Edelsteine, ja, das sind die Essenzen, aus denen Zwergenträume gemacht sind. Und dazu ein kräftiges Bier und genug zu Essen, so muss ein Zwergenleben sein.

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
Bild "Der Dieb Yore" von Anja Schreiner
Bild "Zwergenkrieger Rotbart Hammerschlag" von Dirk Sitte
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