Die Borks sind eine Rasse degenerierter Halblinge, die vor Tausenden von Jahren durch ein magisches Experiment des Zauberers Stafen Bork entstanden. Bis zum heutigen Tag ist noch kein Bork gesichtet worden, der größer ist als einen Meter und zwanzig Zentimeter. Was dazukommt ist die Tatsache, dass es auch wohl keine weiblichen Borks gibt. Der Leser mag sich nun die Frage stellen: „Verdammt, wie vermehren die sich dann bloß?“. Gute Frage, bei diesem Punkt streiten sich die Gelehrten. Die häufigste Meinung besteht darin, dass es doch irgendwo weibliche Borks gibt, die von den Männchen gut versteckt werden. Doch diese Vermutung ist eindeutig falsch.
Die neueste Expedition des unerschrockenen Halblingforschers Babli Zweifels, der sich als Bork verkleidete und in eine Sippe einschmuggelte, brachte es an den Tag. Er lebte sage und schreibe sieben Monate bei den Borks und lernte so ihre Sitten und Gebräuche (am eigenen Leibe) kennen. Vor allem die Vermehrung der Borks interessierte ihn.
Während einer geheimen Zeremonie erfuhr er dann, wie die großen
Borks kleine Borks machen. Unter Anleitung des Sippenschamanen kommen sieben
der stärksten und kräftigsten Borks in einem Kreis zusammen. Dann
bedeckt der Schamane bei jedem der Borks einen anderen Körperteil mit
einer eigenartigen weißen Decke und singt während etwa einer Stunde
ein grausig anzuhörendes Lied über die unterschiedlichen Körperteile.
Nachdem sein Lied verklungen ist, führt er die sieben Borks in sein Zelt.
Der Reihe nach werden nun die Decken entfernt. Er beginnt beim Kopf des ersten
Borks. Während des Liedes erfuhr dieser wohl eine magische Veränderung,
denn direkt aus der Stirn wächst ihm nämlich ein etwa faustgroßer
Furunkel. Dieser wird durch den Schamanen aufgeschnitten und das Innere herausgeholt.
Es handelt sich um einen kleinen Miniaturborkschädel. Genauso verfährt
der Borkschamane mit den restlichen sechs Borks. An jedem der abgedeckten
Körperteile hat sich ein riesiges Furunkel gebildet, aus dessen Inneren
der Schamane einen entsprechenden Miniaturkörperteil hervorholt. Diese
werden auf einen Tisch so angeordnet, dass sich ein Borkkörper ergibt.
Erneut singt der Schamane ein kleines, aber um so schaurigeres Lied, etwa
20 Minuten lang. Nach dieser Zeit haben sich die einzelnen Körperteil
zu einem kompletten Körper verbunden. Der Schamane hebt ihn nun an einem
Bein an und schlägt ihm mit der linken Hand auf den Po. Sobald der Schlag
beendet ist, schreit der kleine Borkkörper los und verlangt nach Essen
(bevorzugt ein ordentliches Stück Fleisch).
Der kleine Bork bekommt einen Namen, der sich aus den sieben ersten Buchstaben
der „Erzeuger“ zusammensetzt und wird in die Gemeinschaft der
erwachsenen Borks durch den Häuptling eingeführt. Nach etwa vier
Monaten besitzt der Bork seine endgültige Größe und auch alle
sonstigen wichtigen Eigenschaften zum Überleben.
Folgende Informationen konnte Babli Zweifels über die Staatsstruktur der Borks erfahren: es gibt keine. Außer einem Chef (häufig auch Häuptling genannt), der die Geschicke der Kriegszüge lenkt, ist der Schamane der eigentliche Herr der Sippe. Stirbt er, bevor er einen Nachfolger ausbilden konnte, so stirbt die Sippe (an Nachwuchsmangel).
Borks führen untereinander keine Kriege, dazu ist ihnen ein Borkleben viel zu wichtig (es ist ja auch ziemlich kompliziert, Nachwuchs zu zeugen. Zudem ist die Chance groß, eigene Nachkommen zu töten (es ging das Gerücht um, dass einige der erfolgreichsten Borks beinahe monatlich erwählt wurden, um ein „Borkkind“ zu zeugen).
Da die Borks kein persönliches Eigentum kennen, nehmen sie sich, was
sie brauchen. Na ja, oft nehmen sich die gefürchteten Borkhorden auch
Dinge mit, die sie absolut nicht gebrauchen können. Aber da sind die
meisten Borks flexibel. Was man nicht brauchen kann, macht man halt kaputt.
Wenigstens macht das Spaß.
Trifft eine Borkhorde auf einen überlegenen Gegner, so sind sie die reinsten
Feiglinge. Sie rennen, was die Beinchen hergeben.
Streit zwischen zwei oder mehreren Borksippen wird so ausgetragen, dass die Häuptlinge gegeneinander antreten in Wettkämpfen wie Komasaufen, Weit- und Zielspucken oder einfachen Schlägereien. Der Sieger hat am Ende dann den Streit gewonnen und recht.
Zweimal im Jahr, wobei keiner weiß, wann genau, treffen sich viele Borks zum berüchtigten Borkfestival im Tal von Bloodsock. Eine Woche lang wird nur gesoffen, getanzt (oder besser gesagt: umhergehüpft), Wettkämpfe veranstaltet und genüsslich über alte Überfälle schwadroniert. Ja, da ist was los.
Ansonsten sind Borks völlig chaotisch und nur schwer einzuschätzen. In seltenen Fällen soll es jedoch vorkommen, dass Nichtborks Chef einer Borksippe werden. Ansonsten dienen den Bo alle Nichtborks als willkommene Gelegenheit, ihre Gemeinheiten und Plündertaktiken zu vervollkommnen.