Nichtspielerrasse: Die Hartschaligen

Als die Welt vor etwa 30 Jahrtausenden noch nicht so dicht bevölkert war, wie sie heute ist, lebten auf ihr und vor allem auf den beiden großen Kontinenten hauptsächlich die Rieseninsekten, die Hartschaligen, wie sie heute genannt werden. Menschen und die anderen Rassen lebten verstreut in Gebieten, die Aufgrund der ungünstigen Klimabedingungen für die Hartschaligen nicht erreichbar waren. Sie bevorzugten die großen Steppen- und Waldgebiete auf diesen Kontinenten. In den Wäldern lebten vor allem Käfer und Ameisen. Die Käfer waren in erster Linie Einzelgänger, die sich nicht zu Staaten zusammenschlossen. Im Gegensatz zu ihnen errichteten die Ameisen riesige Staatengebilde, die von einer Königin regiert wurden.
In den Steppengebieten dominierten hingegen die flugfähigen Insekten und vor allem die Termiten. Sie bildeten ebenfalls Staaten. Doch im Gegensatz zu den Hartschaligen des Waldes hinterließen sie Spuren, die auch heute noch unübersehbar sind: die Sandberge.

Diese riesigen Hügel aus Sandstein ragen an vielen Stellen aus der Steppe, als hätte ein Gott in einem Sandkasten hier und da Sandhaufen aufgeschichtet. Doch hinter (oder besser: unter) diesen Hügeln steckt wesentlich mehr: sie sind die längst durch Wind und Wetter veränderten Termitenhügel. Unter ihnen erstrecken sich endlose Gänge, die weite Teile der damaligen Prärie in einer Tiefe von 25 bis 100 m Tiefe durchziehen.

Nur wenige Mutige wagen sich in diese häufig von Einsturz bedrohten Gänge, viele kehren nie wieder ans Tageslicht zurück. Selbst Zwerge, die in der Regel keine Furcht vor unterirdischen Gängen und Labyrinthen zeigen, sprechen voller Furcht und Abscheu über diese uralten Bauten der Hartschaligen. Immer noch ranken sich Legenden darum, dass es in den Gängen spuke, dass auch heute noch Termiten und andere grausige Geschöpfe dort hausen.

Doch die wenigen erfolgreichen Abenteurer, die diese unterirdische Welt erfolgreich betraten und zurückkehrten, berichten von anderen Dingen: gewaltigen Schätzen, die in gut versteckten Kammern der Insekten zurückgelassen wurden, magischen Artefakten, die von den Magiern der Hartschaligen hergestellt wurden und anderer wundersamer Dinge. Leider ist die Zahl dieser Erfolgreichen sehr gering, so dass nur etwa ein Zehntel der unterirdischen Gänge bis heute erforscht sind.
Als dann vor etwa 28 Jahrhunderten die große Kälte über die Kontinente hereinbrach, blieb den Insekten keine andere Wahl, als sich in wärmere Gefilde zurückzuziehen, da ihre Nahrung immer weniger wurde und sie sich der Kälte von der Körperchemie her nicht anpassen konnten. Da die Kälte aus dem Süden kam, zogen sie sich Anfangs nach L’Feüd zurück. Doch auch dort brach nach einigen Jahrhunderten der Ruhe die Kälte herein. Es blieb keine andere Möglichkeit, als die damals begehbare Landpassage zwischen L’Feüd und Khamsati zu benutzen, um hier einen neuen Anfang zu machen. Aber auch auf diesem Kontinent breitete sich irgendwann die Kälte aus, so dass der größte Teil der Hartschaligen zugrunde ging. Nur wenige von ihnen überlebten, indem sie sich unterirdisch in magische Schutzkokons einsponnen. Es sollte 15.000 Jahre dauern, bis die ersten von ihnen wieder erwachten, denn ihre größten Magier hatten vorausberechnet, dass die Kälte dann verschwunden wäre. Und sie hatten recht, die Kälte war fort. Ein behaglich mildes Klima beherrschte Khamsati. Nur ein Problem hatten nun die Käfer, Ameisen, Termiten und anderen Hartschaligen: ihre Magier hatten sich um etwa eintausend Jahre verrechnet. Menschen und andere Lebewesen, die sich der Kälte angepasst hatten, besiedelten nun große Teile der Küsten dieses Kontinents.

Nachdem die Hartschaligen im Verborgenen ihre Armee aufgebaut hatten, griffen sie die größten Orte an den Küsten an und vertrieben die Einwohner, die erfolgreich fliehen konnten, in die kühleren Gefilde. Alle anderen wurden ohne Mitleid getötet und verzehrt. Seit diesem Tag kennen die Hartschaligen den Geschmack des Fleisches der Menschen – und sie haben Geschmack daran gefunden.

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Textquelle: Uuurs-Regelwerk "Der Drachensturm" (siehe Linkliste)
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